Anzeige

Arbeiten im Malraum - ein besonderes pädagogisches Konzept

Mit großen Erwartungen traten in der letzten Woche der Sommerferien 18 Lehrkräfte und eine Erzieherin der Heinrich-Sinz-Schule eine dreitägige Fortbildung zum Thema "Freies Ausdrucksmalen für Kinder" an. Inspiriert wurden die Teilnehmer/innen von einer Kollegin, die vor zwei Jahren eine Weiterbildung in der Schweiz begonnen hat. Aufmerksam wurde sie durch das Buch "Sehreise - In Kindern Malfreude wecken" von E. Walder/B. Zschokke.Nach der Weiterbildung richtete die Lehrerin in der Heinrich-Sinz-Schule einen Malraum ein und weckte dadurch das Interesse ihrer Kolleginnen und Kollegen. Es entstand die Idee einer schulhausinternen Lehrerfortbildung. Dazu konnte Elisabeth Walder, Malpädagogin aus Baden im Kanton Aargau (www.malraumbaden.ch) gewonnen werden.


Malraum – Warum?

Viele Kinder haben durch negative Erfahrungen und Misserfolge das Vertrauen in sich und ihre Leistungsfähigkeit verloren.

Im Malraum gelten daher bestimmte Regeln, die es den Kindern ermöglichen in eigenem Tempo und ohne äußere Einflussnahme zu arbeiten.

Die Kinder sollen
- den Mut haben eigene Ideen zu entwickeln
daher wird kein Thema vorgegeben

- Ausprobieren können, ohne Angst vor Kritik oder Versagen
daher darf kein Bild bewertet werden

- die Handhabung des Materials (Pinselhaltung, richtiger Farbauftrag...) immer
wieder üben und sorgsam mit dem Material umgehen lernen
daher achtet die Lehrperson auf die Einhaltung der festgelegten
Regeln

- ihre eigenen Wünsche erkennen und einfordern lernen
daher ist die Lehrperson für bestimmte Dienste zuständig (Pinsel
auswaschen – Ordnung an der Malpalette, Bild versetzen/ Hocker etc.
bereitstellen – richtige Bildhöhe...)

- Freude am Malen verspüren
daher ist es sehr wichtig im Malraum eine angstfreie Atmosphäre ohne
Konkurrenzdruck zu schaffen


Die Lehrperson wird als Helfer und Begleiter, nicht als Belehrende erlebt.


All das trägt zum inneren Wachstum bei und stärkt das Selbstvertrauen, was sich positiv auf das Miteinander-Umgehen und damit auch auf das Schulklima insgesamt auswirkt.
Bis November hatten die Lehrkräfte Gelegenheit, die Arbeit im Malatelier mit den Schülern zu erproben. In einem zweiten Teil der Fortbildung stand die praktische Arbeit mit den Kindern im Vordergrund. Während mit den Schülern im Malraum gearbeitet wurde, gab Frau Walder konkrete Hilfestellungen in Form von Supervision.

Die Heinrich-Sinz-Schule bedankt sich bei folgenden Institutionen, die diese Fortbildung finanziell unterstützt und das Konzept somit erst ermöglicht haben: Regierung von Schwaben, Sparkasse Günzburg-Krumbach, Stadt Ichenhausen, Bürgerstiftung des Landkreises Günzburg, Elternbeirat der Heinrich-Sinz-Schule Ichenhausen
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.