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Frauenlob(4): Dein gülden Haar

In vollem Harnisch Ross und Reiter
Lyrik | Heinrich von Meißen war ein Minnesänger des Hochmittelalters mit dem Beinamen "Frauenlob". Er war wie alle seine Sangesbrüder voll des Lobes für die holde Weiblichkeit. - Ich habe Frauenlob einmal wiederbelebt, weil mir solch höfischer Minnesang gefällt. Dabei lasse ich die Frage offen, ob ich mit meinem Minnesang ein Frauenherz auch hätte betören können ...









DEIN GÜLDEN HAAR

(1)
Mein Herzblatt, ich bin wieder da!
Du siehst mein leicht ergrautes Haa,
Schon an manchen kleinen Ecken
lässt sich nackte Kopfhaut blecken.
(2)
Zeig mir Dich und Dein gülden Haar
sowie Dein blaues Augenpaar!
Lass Deinen Zopf zu mir herab,
jetzt sogleich und nicht zu knapp!
(3)
Da schwingt er nun vor meiner Nase
dass ich ihn greif, ihn fest umfase.
Ein Klimmzug noch, bin gleich bei Dir,
zieh doch mal mit und helfe mir!
(4)
Doch welch ein großes Ungemach!
Dein gülden Zopf gibt plötzlich nach,
lässt mich abrupt nach unten knallen,
auf meinen edlen Hintern fallen!
(5)
Wenn ich gewusst, dass er nicht echt,
hätt ich ein andren Weg erdächt.
Vielleicht nehm ich beim nächsten Mal
die Hühnerleiter aus dem Stal!

© Axel Haack
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2 Kommentare
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Gabriele Walter aus Ichenhausen | 10.02.2009 | 16:17  
69.599
Axel aus Salzburg aus Freilassing | 10.02.2009 | 20:06  
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