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Alte Heilpflanzen in der Lahnaue- Der scharfe Mauerpfeffer

Gelb leuchten die sternförmigen Blüten des scharfen Mauerpfeffers zurzeit. Bei meinem letzten Spaziergang durch die Aue zog mich dieses Leuchten zur kleinen Brücke. Wunderschön, das ist mein erster Gedanke. Der deutsche Name der Pflanze bezieht sich auf den Geschmack der Blätter und wo sie wächst. Der englische Name Goldmoss stonecrop sagt alles zum Aussehen der Pflanze. Ein goldenes Moos, das Steinschlag verursachen kann. Der niedrig wachsende scharfe Mauerpfeffer gehört zu den steinbrechartigen Dickblattgewächsen. Der scharfe Mauerpfeffer mag es sonnig und trocken. Ich habe einfach nicht mit ihm in der Lahnaue gerechnet muss ich zugeben. Auf der kleinen Brücke, zwischen dem Beton wächst die krautige Heilpflanze der Sonne entgegen. Normalerweise findet man ihn auf Mauern, in Kieshalden oder Bahndämmen. Da wo es wenig Wasser und viel warme Sonne gibt. Der scharfe Mauerpfeffer eignet sich sehr gut für den Steingarten oder die Dachbepflanzung. Im Steingarten bitte nicht gießen. Die dicken Blätter sind ein Wasserspeicher.
Wenn es tagsüber warm ist, wandelt er die in diesen Blättern vorhandene organische Säuren wieder in Kohlendioxid und Wasser um. Praktisch, wenn man auf so trockenen Böden zuhause ist. Zu viel Wasser schädigt die Pflanze. Die Feuchtigkeit des Morgentau reicht ihr völlig. Die in den Blättern vorhandenen organischen Säuren machen die Pflanze zur Heilpflanze. Der scharfe Mauerpfeffer ist leicht giftig. Wer zu viel Kraut nascht bekommt Durchfall und Erbrechen. Auch wenn die Inhaltstoffe der Pflanze auch heute noch bei Bluthochdruck und Herz-Kreislaufschwäche eingesetzt werden, sollte man so was nicht selber behandeln. Solche Erkrankungen sind von einem Mediziner zu betreuen! Das Kraut des scharfen Mauerpfeffers kann aber noch mehr. Es kann gegen Warzen und Hühneraugen helfen. Das frische Kraut im Mörser zerdrücken und auf die betroffene Stelle geben. Der Verband sollte mehrfach am Tag erneuert werden. Die Wirkung der Heilpflanze wird bereits 70 nach Christus in Schriften beschrieben. Manche behaupten auch das die Pflanze bei Kühen den Milchfluss anregen können. Ich habe noch keine Kuh gesehen, die diese Pflanze fressen mag.
Die wunderschönen kleinen Blüten der Pflanze sind wirklich nur zum Ansehen. Fliegen und Ameisen bestäuben die Pflanze. Die reifen Samen werden bei Regen heraus gespült und verteilen sich so. Manchmal nehmen die Samen aber auch das Ameisentaxi, um weiter getragen zu werden. Auch abgebrochene Stiele sind in der Lage Wurzeln zu bilden. Diese vielen verschiedenen Arten der Ausbreitung ist es zu verdanken, dass die Pflanze überall in Europa zu finden ist.
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 27.06.2017 | 11:31  
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