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Was verbindet Grünberg mit indigenen Völkern des Amazonasgebietes?

Wenn man vor dem Rathaus in Grünberg steht, stellt man sich als nicht einheimischer doch die Frage ,,Warum steht da ein Indianer auf dem Marktplatz?,, Er ist ein Wegweiser. Folgt man diesem Wegweiser, findet man das Museum im Spital. Im gesamten oberen Stockwerk befindet sich die Dauerausstellung über die Reisen des Theodor Koch Grünberg. Wer war Theodor Koch Grünberg? Ein Familienvater, Lehrer und Wissenschaftler, ein Abenteurer und doch Heimatverbunden. So könnte man den berühmten Sohn Grünbergs beschreiben.
Theodor Koch wurde im April 1872 als Sohn des evangelischen Pfarrers geboren. Das Geburtshaus steht in der Neustadt. Manche Grünberger nennen die Gassen um Neustadt, Brückelchen bis zur Spitalkirche auch liebevoll Indianerviertel. Man ist stolz auf den Grünberger Forscher. Er besuchte die Bürgerschule und machte 1892 in Laubach sein Abitur.
Er studierte von 1891 bis 1896 klassische Philologie an der Universität Gießen, wurde Lehrer an verschiedenen hessischen Schulen. Theodor Koch war neugierig und wollte mehr als ein Lehrer sein. Sein Hobby verhalf ihm dann zur ersten Expeditionsreise. Der Leipziger Hermann Meyer ließ Koch in den Jahren 1898 bis 1900 als Fotograf an der zweiten Xingú-Expedition teilnehmen. Bei dieser Forschungsreise gab sich Theodor Koch den Beinamen Grünberg. Zahlreiche Fotos und Zeichnungen entstanden. Theodor Koch Grünberg erweckte den Forscher der Anthropologie in sich. Er kündigte sein Lehramt und arbeitete ab 1901 zunächst als Volontär, ab April 1902 dann als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter am Berliner Museum für Völkerkunde. Erneut zog es ihn zu den indigenen Völkern des Amazonasgebietes. Von 1903 bis 1905 erforschte er das nordwestliche Amazonasgebiet. Seine Erfahrungen, Fotos und Zeichnungen schrieb er nieder. Die Bücher „Zwei Jahre unter den Indianern. Reisen in Nord West Brasilien, 1903-1905“ in 2 Bänden sind heute noch von Bedeutung. Für seine Kinder sammelte er auch Indianermärchen. Er sendete immer wieder Gebrauchsgegenstände, Instrumente und Schmuck in seine Heimat. Die Gesänge der indigenen Völker nahm er auf, machte erste Filme. 1909 wechselte er vom Berliner Museum für Völkerkunde an die Universität Freiburg, wo er als Privatdozent tätig war. Es hielt ihn nicht lange in Deutschland. Die Quelle des Orinoko und die dort lebenden Völker waren zu interessant. Bereits 1911 zog es Theodor Koch Grünberg zu einer weiteren Expedition. Ich habe ein Video gefunden.

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Es zeigt eine Aufnahme von Theodor Koch Grünberg über das Leben der TAULIPANG.
Damals war es noch nicht möglich Ton und Bild zusammen aufzunehmen. Daher gibt es die Gesänge in diesem Video.

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Theodor Koch Grünberg sammelte zahlreiche Informationen über die Völker und versuchte das Erlebte an andere weiter zu geben. 1915 wurde er wissenschaftlicher Direktor des Stuttgarter Linden-Museums (für Völkerkunde). 1917 veröffentlichte er sein wohl wichtigstes Werk,, Vom Roroima zum Orinoko,, .
Theodor Koch Grünberg hielt es wieder nicht lange an einem Ort. Er war getrieben von Neugier. 1924 brach er zu einer weiteren Expedition nach Brasilien auf. Es sollte seine letzte Expedition sein. Er verstarb am 8.10.1924 im brasilianischen Vista Alegre an Malaria.
Unmittelbar nach seinem Tod wurde in Grünberg eine Straße nach Theo Koch benannt. Seit 1953 trägt auch eine Schule seinen Namen. Sein wissenschaftlicher Nachlass ist 1999 von seinen Kindern der völkerkundlichen Sammlung der Universität Marburg übergeben worden. Zahlreiche Exponate kann man im Museum im Spital ansehen. Darunter viele Gebrauchsgegenstände der indigenen Völker, Gerätschaften seiner Expeditionen, Fotos, Zeichnungen, Film und Tonaufnahmen.
Im Jahr 2015 fanden die Expeditionstagebücher Theodor Koch Grünberg den Weg ins Kino.
Der Film,, Der Schamane und die Schlange ,, wurde sogar im Rahmen der Oscarverleihung 2016 in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film nominiert.
Theodor Koch Grünberg ist wohl Grünbergs berühmtester Sohn. Ein Abenteurer, Wissenschaftler, Sammler, Lehrer und ein Vater. Er verbindet Grünberg in Hessen mit den indigenen Völkern des Amazonasgebietes.
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2 Kommentare
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Karl-Heinz Mücke aus Pattensen | 29.01.2018 | 10:57  
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Werner Szramka aus Lehrte | 29.01.2018 | 13:21  
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