Anzeige

Statt scharf kritisiertem Saar-Tatort - Teil I - Der Mord an Johanna Bohnacker

Tatort des Verbrechens ist ein traumatisiertes Dorf, das bis heute nicht zur Ruhe kommt. Der Mord an Johanna Bohnacker ist noch nicht aufgeklärt.
"Es ist nicht einfach, Gespräche mit den Einwohnern von Bobenhausen zu führen. Eine emotional sehr schwierige Angelegenheit", so beschreibt es der zuständige Hauptkommissar K. Schmidt."


Auch vierzehn Jahre nach der Tat ist der Mörder noch auf freiem Fuß.

Es ist der 2. September 1999. Ein schöner Spätsommertag. Im 500-Seelen-Nest Bobenhausen bei Ranstadt in Mittelhessen radelt die achtjährige Johanna am Nachmittag zu ihrer Freundin, die im knapp 1 km entfernten zweitkleinsten Ortsteil der Großgemeinde wohnt. Die beiden Schülerinnen spielen zusammen. Da Johanna um 18.00 Uhr zuhause sein sollte, macht sie sich nach 17.00 mit ihrem Kinderfahrrad auf den Rückweg. Vermutlich ist sie auf der wenig befahrenen schmalspurigen Landstraße ihrem Mörder begegnet. Ihr Kinderfahrrad wurde später angelehnt an einer Holzbank auf dem Kiesweg zum Sportplatz gefunden.


Johanna wäre im Jahre 2011 zwanzig Jahre alt geworden.


Gibt es neue Spuren und Ermittlungsansätze?

"Ich werde erst dann in Rente gehen, wenn der Täter gefasst ist", so hat es der ehemalige Polizei-Pressesprecher, M. Schwarz, der vor gut zwei Jahren Direktion und Funktion wechselte, auf den Punkt gebracht.

Der jetztige verantwortliche Hauptkommissar K. Schmidt ist zurückhaltender. Er deutet auf die vollgestopften Aktenschränke in seinem Büro, die einzig und allein den Mordfall Johanna betreffen. Mehrere Reihenuntersuchungen unter Männern zwischen 25 und 45 hatten stattgefunden - ohne Erfolg. Ein dunkelroter oder brauner Jetta, mit dem Kennzeichen HG für Hochtaunuskreis, soll, nach Zeugenangaben, am Bobenhausener Sportplatz und vorher im Ort gesichtet worden sein. Mehr als sechshundert Fahrzeuge dieses Typs sind damals überprüft und ihre Halter vernommen worden.

Das Präsidium vermutet heute, dass der Wagen über Kanäle in den Osten verfrachtet wurde.

Auch Autohändler und Werkstätten in der näheren Umgehbung sind kontrolliert worden. An jenem Nachmittag fand ein Fußballspiel mit einer Nachbargemeinde statt. Schiedsrichter und Fans des damaligen Fußballspiels, das um 18.00 Uhr am Tag des Verschwindens von Johanna stattfand, sind ohne Erfolg gebleiben. Augenzeugen? Fehlanzeige. Die Ermittler mutmaßen, dass Johanna ihren Mörder gekannt haben muß, und dass der Täter Komplizen hatte. Ein Augenzeuge will Johanna um 20.00 Uhr zusammen mit einer Frau in der Nähe des Sportplatzes gesehen haben. Andere sind sicher, dass im angeblichen Tatfahrzeug ein Pärchen saß, und der Mann einen Pferdeschwanz getragen haben soll.


Spuren eines Handballenabdrucks am Klebeband des Müllsackes

sind sichergestellt worden. An einem Teilstück eines handelsüblichen Klebebandes, das es in jedem Baumarkt zu kaufen gibt. Der Abdruck ist eine der wichtigsten Spuren in diesem Mordfall. Erst nach Monaten wurde die Leiche Johannas unweit der Rasttätte Berfa an der A5 in der Nähe von Kassel abseits einer Böschung gefunden. Ca. 75 km entfernt vom Wohnort Johannas.

Es gibt Hinweise und Parallelen zu anderen ungeklärten Kindermorden in Hessen. Dazu Teil II vom 07. April 2013
Mehr unter: www. tatortnewsonline.de
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.