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Bahnverkehr beim Hessentag 2016

Ein HLB-Zug fährt am Hessentagsgelände vorbei (21.05.2016 13:24:28).
    Herborn: Herborn |

Beim Hessentag 2016 gab es zahlreiche Änderungen im Bahnverkehr, welche zum Teil für ungewöhnliche Fotomotive sorgten.

Mittelhessen-Express

Bahnfotografen wurden hauptsächlich wegen der Änderungen beim Mittelhessen-Express angelockt: Die üblichen Talent2-Triebwagen verkehrten im wesentlichen nur auf der Main-Weser-Bahn, während auf der Dillstrecke Doppelstock-Züge mit vier Wagen zum Einsatz kamen. Bei den von Frankfurt abgehenden Zügen gab es deswegen statt des Zugteiles nach Dillenburg nur einen nach Gießen. Die Doppelstock-Züge nach Dillenburg begonnen und endeten in Gießen auf Gleis 14. Diese Züge waren nicht mit dem normalerweise auf der Main-Weser-Bahn verkehrenden Material bestückt. Loks waren 114 038 und 114 029. Die Wagen verfügten an den Außenseiten über LCD-Displays oder mechanische Anzeigen - auf der Main-Weser-Bahn sind Wagen mit gelben LED-Anzeigen im Einsatz. Einer der Wagen trug die Aufschrift "Südostbayernbahn".

RE99

Der RMV schrieb zum Hessentag: "Der Hessentag in Herborn ist mit den Bussen und Bahnen im RMV bestens zu erreichen. Aus Richtung Gießen verkehrt die RMV-Bahnlinie 40 (Dillstrecke) von Frankfurt über Gießen ohne Umstieg direkt nach Herborn und in der Gegenrichtung aus Siegen über Dillenburg direkt in die Hessentagsstadt."
Die umsteigefreie Verbindung mit dem Mittelhessen-Express konnte während des Hessentags aufgrund der abweichenden Fahrzeuge nicht angeboten werden. Aber auch bei der von der HLB bedienten Linie RE98 wurden viele normalerweise durchgehende Züge in Gießen gebrochen. Zwar wurden keine anderen Fahrzeuge eingesetzt, aber zumindest abends waren Züge mit zwei statt einem Triebwagen im Einsatz.

Sonderzüge

Tagsüber verkehrten Mittelhessen-Express und die HLB-Züge der Linie RE99 nahezu zu den üblichen Zeiten. Beim Mittelhessen-Express waren allerdings die Abfahrtszeiten leicht verändert, und es wurden einige Taktlücken gefüllt.
Züge mit ungewöhnlicheren Zugläufen kamen erst nach Mitternacht zum Einsatz. So gab es Züge von Herborn nach Marburg von der DB und HLB. Bei Zügen von Herborn nach Siegen fand sich im Fahrplan die Angabe R95. Möglicherweise wurden sie mit den für diese Linie verwendeten LINT-Triebwagen gefahren. Da ich jedoch nicht über Nacht in Herborn bleiben wollte, habe ich auf eine Besichtigung all dieser Züge verzichtet.

Zur Linie R95 ist noch anzumerken, dass zwar in den Tagesrandlagen eine Taktverdichtung erfolgte, aber die Züge nicht nach Herborn durchgebunden wurden.
Bei der Westerwaldbahn ergab sich keine Änderung durch den Hessentag.

Bahnbetrieb am Bahnhof Herborn

Früher gingen vom Bahnhof Herborn zwei Nebenbahnen ab, und das Bahngelände war deswegen sehr üppig. Es gab drei Bahnsteige mit insgesamt fünf Gleisen für den Personenverkehr, und dahinter lagen zahlreiche weitere Gleise.

Vor dem Hessentag erfolgte ein Umbau des Bahnhofs, bei dem die Unterführung einen zweiten Ausgang und erhielt und der dritte Bahnsteig komplett verschwand, so dass der Bahnhof nur noch über die Gleise 1, 2 und 3 verfügt. Allderdings gab es noch keinen barrierefreien Zugang zum Bahnsteig zwischen Gleis 2 und 3.

Zum Hessentag wurde auf der Rückseite des Bahnhofs ein provisorischer Bahnübergang über Gleis 3 angelegt. Gleis 3 wurde nur für in Herborn beginnende Züge benötigt, welche während des Hessentags erst nach Mitternacht verkehrten.

Für den Abend, wo nach dem Ende von Großveranstaltungen teilweise sehr viele Hessentagsbesucher abreisen wollten, war die Aufteilung der Abreisenden nach Fahrtrichtung vorgesehen. Reisende Richtung Dillenburg sollten von hinten zum Bahnsteig kommen, während der Zugang für die andere Richtung über den Vorplatz erfolgte. Durch entsprechende Absperrungen konnten die Reisenden gezählt und kontrolliert eingelassen werden.

Am 21. Mai wurde abends tatsächlich der Zugang zum Bahnhof eingeschränkt. Beim Zug HLB 24977 mit Abfahrt um 23:38 Uhr war der Andrang so groß, dass die Schleuse zum Bahnsteig abgeriegelt wurde. Es wurde durchgesagt, dass wegen Überfüllung des Bahnsteigs keine weiteren Leute hereingelassen werden können. Der Zugang blieb gesperrt, bis der Zug eingefahren und genügend Leute eingestiegen waren. Danach wurden die vor dem Bahnhof Wartenden eingelassen. Der Zug war es bis zum nächsten Halt in Wetzlar prall gefüllt.
Für manchen Fahrgast war dies kein erfreuliches Erlebnis. Schließlich musste man befürchten, gar nicht mehr vor Abfahrt des Zuges eingelassen zu werden und gegebenenfalls das Fahrtziel erst am nächsten Morgen zu erreichen.

Die Lenkung der Reisenden war übrigens nicht optimal. Die Wartenden sammelten sich vor dem Bahnhofsgebäude, während das nördliche Ende des Bahnsteigs nahezu leer blieb. Bei den in Zeiten großer Nachfrage eingesetzten Zügen aus zwei Triebwagen verteilten sich die Reisenden nicht gleichmäßig auf die Zugteile beziehungsweise die Eingänge.
Einzelne Personen nutzen übrigens einen anderen Weg, um zum Bahnsteig zum kommen: Sie kletterten einfach über den Zaun, der den nördlich des Bahnhofs gelegenen Bahnsteig von der leicht tiefer liegenden Straße trennt. Das fiel nicht auf, da der abgelegenere Teil des Bahnsteigs wenig Beachtung fand.

Vor dem Bahnhof

Die Nutzung des Platzes vor dem Bahnhof wurde aus Sicherheitsgründen eingeschränkt. Am 21. Mai gab es Unstimmigkeiten zwischen Polizei und Mitarbeitern vom Hessischen Rundfunk. Letztere waren gegen 22:30 Uhr mit einer mobilen Bühne auf den Vorplatz gefahren. Die Bühne erlaubte den Auftritt von Musikern und Bands an jeder Stelle, wo genügend Platz für die erwarteten Zuhörer war. Während die hr-Mitarbeiter meinten, eine Genehmigung für das Abstellen der Bühne an diesem Platz zu haben, meinten die Polizisten, dass die Bühne hier nicht stehen dürfe.

Anfangs wurde der rechts neben dem Bahnhofsgebäude liegende Busbahnhof auch noch abends genutzt. Nach einigen Tagen wurden die Busse auf nicht direkt vor dem Bahnhof liegende Ersatzhaltestellen verlegt.

Die freiwilligen Helfer vom Infostand am Bahnhof hatten viel damit zu tun, den ankommenden Besuchern den Weg zum Shuttlebus zu weisen, da die Wegweiser zwar vorhanden, aber nicht auffällig genug waren. Der Betriebsschluss im Shuttleverkehr wurde übrigens auf 22 Uhr vorverlegt, da der Bus durch die am Ende von Großveranstaltungen Richtung Bahnhof strömenden Massen hoffnungslos überlastet war. Bei den stark besuchten Open-Air-Konzerten überwachte die Polizei mit Video-Wagen in der Stadt die Besucherströme, um am Bahnhof nicht von einem zu großen Andrang überrascht zu werden.

RMV-Stand

Der Rhein-Main-Verkehrsverbund hatte vor dem Bahnhof einen Promotionsstand, an dem man an kleinen Spielen mitmachen und verschiedene Werbeartikel gewinnen konnte. Außerdem schlüpfte immer wieder mal einer der Standmitarbeiter ins BuBa-Kostüm und machte auch kleine Rundgänge in Bahnhofsnähe. Die Länge eines BuBa-Auftritts wird übrigens dadurch begrenzt, dass es in dem Kostüm sehr warm wird.

Früher war der RMV mit einem Informationsstand in Zelt 1 der Landesaustellung vertreten, sofern der Hessentag im Verbundgebiet lag. Beim Hessentag in Herborn hatte man nun darauf verzichtet - ebenso wie die Deutsche Bahn, die sich schon 2014 von der Landesausstellung zurückgezogen hatte.

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