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"Kohle stoppen! - Klimaschutz jetzt!", Demo am 01. Dezember 2018 in Berlin

  „Kohle stoppen! Klimaschutz jetzt!“ - Unter diesem Motto fanden am Samstag, dem 01. Dezember 2018 in Köln und Berlin Demos im Vorfeld der 24. Weltklimakonferenz im polnischen Kattowitz statt. Insgesamt machten sich, nach Angaben der Veranstalter, ca. 36000 Menschen auf den Weg um an den Demos teilzunehmen. 20000 Menschen demonstrierten in Köln, 16000 in Berlin.
Gegen 5:30 Uhr machte sich der vom BUND organisierte Bus auf den langen Weg von Nürnberg nach Berlin, wo wir gegen 12 Uhr Mittags vor dem Kanzleramt eintrafen. Bei trockenem, herbstlichen Temperaturen herrschte am Kundgebungsplatz gute Stimmung. Menschen aller Altersstufen lauschten der Livemusik und den Rednern. Insbesondere die polnische Umweltaktivistin Anna Dziadek konnte sehr plastisch darstellen, welche Auswirkungen der Braunkohletagebau Jänschwalde und das Kraftwerk für sie und ihr Leben hatte, bzw. immer noch hat. Sie wohnt direkt an der deutsch-polnischen Grenze, keine 5 km vom Braunkohletagebau Gebiet Jänschwalde entfernt. In dieser Region haben vor allem Kinder immer wieder Lungenprobleme und -krankheiten und das für den Braunkohletagebau notwendige Abpumpen des Grundwassers sorgt dafür, dass in manchen Wochen kein Wasser aus der Wasserleitung kommt.
Nach dieser und weiteren Reden machten sich die Demo-Teilnehmer auf den Rundweg über die Kronprinzenbrücke, die Friedrichstr., die Dorotheenstr. zurück zum Kanzleramt, wo sie gegen 15 Uhr eintrafen. Ein friedlicher Demonstrationszug mit Musik, Tanzen, guter Laune und vielen kreativen, innovativen Menschen sorgte bei den Anwohnern für so manches Wohlwollen, für Autofahrer, die von den temporären Straßensperren betroffen waren, eher für nicht so gute Laune.
Bei der Abschlusskundgebung gab es neben stimmungsvoller Reggae-Musik nochmals verschiedene interessante Redebeiträge. Die Redner machten erneut auf die Dringlichkeit und Notwendigkeit eines schnellen Kohleausstieges und eines sinnvollen Klimaschutzes aufmerksam. Sie machten deutlich, dass sich Deutschland, das einst Vorreiter für Erneuerbare Energien war, zu einem Bremser einer europäischen Energiewende gewandelt hat. Dabei war es Deutschland, das durch das ursprüngliche EEG, die Stromerzeugung mittels erneuerbarer Energien erst zur konkurrenzfähigen Marktreife brachte. Inzwischen wird, nach Aussage des WWF-Redners, weltweit mehr in erneuerbare Energien investiert, als in Kohle, Gas und Atom zusammen.
Viele junge Leute, aber auch Familien mit ihren Kindern und Großeltern mit ihren Enkeln nahmen an dieser Demo teil. Auch der ein oder andere Politiker war zu sehen. Manche Teilnehmer kamen aus Berlin und hatten sehr kurze Anfahrtszeit, andere nahmen bis zu 24 Stunden An- und Rückfahrt in Kauf, um bei dieser Demo ein Zeichen zu setzen und den politischen Entscheidern zu zeigen, dass es viele Menschen gibt, denen eine intakte Umwelt wichtiger ist, als die finanziellen Interessen so mancher Konzerne.
Ein Highlight waren auch wieder die selbst gemachten Schilder, Plakate und Kostüme. Der Phantasie waren hierbei keine Grenzen gesetzt. Auch meine altgediente gelbe Perücke aus den Anfängen unserer Bürgerinitiative gegen die Süd-Ost-Trasse war ein Hingucker, zauberte sie doch so manches Lächeln auf Gesichter von Kindern und Erwachsenen, ja regte sogar zum Kuscheln und Wuscheln an.
Gegen 17 Uhr fuhr unser Bus zurück nach Nürnberg, wo wir kurz nach 23 Uhr eintrafen.

Fazit: Eine lange Fahrt, die sich für mich aber gelohnt hat. Ich hätte mir ob der Thematik und Brisanz mehr Teilnehmer der Demo gewünscht, aber das ist ja kein Wunschkonzert. Klimawandel ist für die Menschheit sicherlich eines der ganz großen Themen des 21. Jahrhunderts. Der Mensch ist das einzige mir bekannte Lebewesen, das seine eigenen Lebensgrundlagen permanent zu zerstören sucht. Ist das intelligent?
Beenden möchte ich diesen Beitrag mit einer Weisheit der Cree-Indianer, die momentan aktueller denn je scheint: „Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werden die Menschen feststellen, dass man Geld nicht essen kann.“
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13 Kommentare
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Hans-Joachim bartz aus Hattingen | 03.12.2018 | 06:10  
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Erwin Zimmermann aus Bad Kösen | 03.12.2018 | 07:20  
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Barbara S. aus Ebsdorfergrund | 03.12.2018 | 10:38  
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Hans-Joachim bartz aus Hattingen | 03.12.2018 | 10:45  
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Barbara S. aus Ebsdorfergrund | 03.12.2018 | 12:44  
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Hans-Joachim bartz aus Hattingen | 07.12.2018 | 06:48  
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Hans-Joachim bartz aus Hattingen | 11.12.2018 | 06:28  
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Hans-Joachim bartz aus Hattingen | 15.12.2018 | 04:45  
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Hans-Joachim bartz aus Hattingen | 25.05.2019 | 18:30  
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Hans-Joachim bartz aus Hattingen | 15.07.2019 | 11:48  
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Hans-Joachim bartz aus Hattingen | 23.07.2019 | 09:37  
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Hans-Joachim bartz aus Hattingen | 24.07.2019 | 11:09  
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Hans-Joachim bartz aus Hattingen | 05.08.2019 | 08:32  
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