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HARZ: KUNSTTEICHE - WANDERUNG um SILBERHÜTTE

Blässhuhn im Birnbaumteich
 
der Fürstenteich wurde 1729 als Bergbauteich angelegt
Harzgerode: Silberhütte | Unsere Wanderung begann in Silberhütte im Ostharz. Der kleine Ort Silberhütte liegt im mittleren Selketal. Silberhütte war noch vor gut 100 Jahren ein bedeutender Standort der Hüttenindustrie. Hier im Unterharz war der Bergbau sehr verbreitet. So durften bereits nach einem Erlass vom  Grafen Otto I. - aus meiner Heimatstadt Aschersleben -  am Birnbaum (Ortsbezeichnung) nach Erzen geschürft werden. Mit der Aufgabe der Hütte (Silber/Blei) in  Silberhütte im Jahre 1910 begann ein Prozess der Rückbildung vom Industriestandort zum fast bedeutungslosen Harzort. Nach 1990 wurde auch noch die Rinkemühle, ein traditionsreicher Holzverarbeitungsbetrieb, geschlossen. Nur die Pyrotechnik ist dem Ort erhalten geblieben.
Vom Parkplatz wanderten wir über den Birkenweg hinauf zum Fürstenteich.  Dieser Fürstenteich ist einer der vielen Kunstteiche im gesamten Harz. Sie alle wurden angelegt, um die Bergwerke mit Wasserkraft zu unterstützen.  Der 1729 geschaffene Fürstenteich diente als Pochwerksteich  zum zerkleinern des gewonnenen Erzes, bevor es in der Hütte in Silberhütte  geschmolzen werden konnte. Heute dient der Teich als Angelteich und als Hochwasserschutzbecken. Vorbei an zwei kleineren, als Aufzuchtgewässer, dienenden, Teichen  erreichten wir im Teufelsbachtal  nach wenigen Kilometern  - immer bergauf - den Teufelsteich. Er wurde bereits 1696/97 ebenfalls als Kunstteich angelegt. Nach der Einstellung des Bergbaues, 1903 im Neudorfer Revier, wurde das nun überschüssige Wasser über den 25,5 km langen Silberhütter Kunstgraben  an andere Teiche weiter geleitet. Der Teufelsteich wird heute zur Trinkwasserversorgung der Stadt Harzgerode genutzt. Zudem spielt er eine große Rolle beim Hochwasserschutz. Bei Anglern ist er aufgrund der guten Erreichbarkeit und seiner Lage sehr beliebt.
Über den 7 m breiten und über 20 m hohen Staudamm verließen den Teufelsteich und wanderten weiter, zum Teil auf der L235, zum nächsten Teich, den Birnbaumteich. Auch dieser Teich wurde  als ein Kunstteich 1699 zur Versorgung der Radkammern(Radstuben)  der Birnbaumschächte angelegt.  Als  Radstuben wurde ein Maschinenraum mit mindestens einem Wasserrad  genannt. Durch das Wasserrad oder auch Kehrrad oder Kunstrad genannt, wurde die Wasserkraft in mechanische Energie umgewandelt. Nach der Einstellung des Bergbaues im Birnbaumrevier und auch im Hellergrund wurde im 20.Jahrhundert aus dem Birnbaumteich ein beliebter Bade- und Angelteich. Generationen von Campern und Badegäste fühlten sich hier, mitten im Wald, recht wohl. Nach 1989 kam ein größerer Ferienpark mit entsprechenden Versorgungseinrichtungen hinzu. Unsere Mittagspause legten wir bei schönsten Sonnenschein am Ufer des Birnbaumteiches ein. 

Anschließend wanderten wir über den Hellergrund hinunter ins Selketal. Erstaunt mussten wir feststellen, dass das untere Teil des Tales total vernässt war. Es ist daher empfehlenswert, dem, auf der halben Strecke kreuzenden Neudorfer historischen Bergbaurundwanderweg, in nordöstlicher Richtung zu folgen. Dieser auch kürzerer Klippenweg führt direkt, an mehreren ehemaligen Schächten vorbei, zum Parkplatz in Silberhütte. Wir dagegen  benutzten die Landstraße L234 um nach Silberhütte zu gelangen. Hierbei kamen wir auch an der ehemaligen Rinkemühle vorbei. Es bot sich ein etwas trauriger Anblick. Etwas später überquerten wir den Uhlenbach mit seiner Fischtreppe. Der von Friedrichsbrunn kommende Uhlenbach mündet keine 50 m weiter in die Selke. Entlang den Bahngleisen, der zur Zeit durch die Corona - Krise nicht fahrenden Selketalbahn, erreichten wir nach ca. 13 km wieder unseren Parkplatz. 
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