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Damals in Döhren: Die Fröhlicher Stunde verabschiedete sich mit einem ganz besonderen Highlight

Günter POrsiel zeigt alte Baupläne vom Herrenhaus des Rittergutes Döhren.
Hannover: Freizeitheim Döhren | Die „Fröhliche Stunde“ war vor rund 30 Jahren eine sehr beliebte Veranstaltungsreihe im Freizeitheim Döhren. Doch im Frühjahr 1991 sollte dieses Kapitel der Kulturgeschichte von Döhren beendet werden. Aber bevor im März noch einmal sehr fröhlich eine große Abschiedsparty gefeiert wurde, gab es in der letzten regulären „Fröhliche Stunde“ erst einmal ein besonderes Highlight zu erleben. Im Februar 1991 hatte Organisator Günter Porsiel zu einem Diavortrag ins Freizeitheim geladen. Thema: Das Rittergut der Familie Fiedeler an der Wiehbergstraße.

Mit diesem Vortrag lockte Porsiel mehr Zuhörer als erwartet an. Mehrmals musste der Heimwart weitere Tische und Stühle heranschaffen, bis schließlich alle Besucher einen Platz gefunden hatten. Unter den Gästen war auch ein rüstiger alter Herr mit Namen Hermann Fiedeler. Er hatte ein ganz besonderes Interesse an dem Vortrag. Schließlich erblickte er über 88 Jahre zuvor auf dem Rittergut das Licht der Welt.

Das Geburtshaus von Hermann Fiedeler war ein richtiges Schloss. Fiedeler selbst hat es in einem Gemälde für die Nachwelt konserviert. Ein vieleckiger Turm schaute weit in das Land hinaus und die weiße Fassade des Gebäudes markierte für Besucher aus dem Leinetal schon aus der Ferne das Ziel. Den Zweiten Weltkrieg überstand das Anwesen, doch nicht die Zerstörungswut der Nachkriegszeit. Ohne Rücksicht auf die historisch wertvolle Anlage kaufte eine Baufirma das Grundstück und ließ 1961 die Bagger anrollen. Eigentumswohnungen versprachen eben Profit. Geblieben ist die Kastanienallee. Sie ist eine der schönsten Alleestraßen in Hannover und war einst nur herrschaftlichen Kutschen vorbehalten. Denn einst war sie eine reine Privatstraße und diente nur als Zufahrt zu dem Rittergut.

Mit dem Ausflug in Döhrens Historie verabschiedete sich Günter Porsiel auch schon halb von seinem Publikum in der „Fröhlichen Stunde“. „Es ist einfach zuviel Arbeit, zumal ich mich jetzt auch politisch engagieren möchte“, begründete damals Günter Porsiel das Ende des beliebten Veranstaltungsformats. Einen Monat später wurde dann im Freizeitheim kräftig Abschied gefeiert. Aber das ist Stoff für eine andere Geschichte.

Seit über 40 Jahren gehe ich mit der Kamera auf Pirsch und begleite das Geschehen im heutigen Stadtbezirk Döhren-Wülfel fotografisch. Einige der Aufnahmen von damals scanne ich jetzt nach und nach ein, um sie ins digitale Zeitalter herüber zu retten. Unter der Überschrift "Damals in Döhren" bzw. "Damals in ..." möchte ich den myheimat-Usern kleine Einblicke in mein Fotoarchiv aus dem Stadtbezirk geben. Vielleicht erinnert sich ja der eine oder andere noch an die damaligen Ereignisse oder erkennt sich auf einem der alten Fotos sogar wieder.
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Wolfgang Schulte aus Hagen | 16.06.2019 | 12:33  
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