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Damals in Döhren: Als die Bezirksbürgermeisterin Ehrenmitglied bei den Narren wurde

Bruno I. (Mitte) bestieg 1996 den Thron des Döhrener Prinz Karneval.
Hannover: Döhren | Spannend blieb es bis zuletzt. Der damalige Funkenartillerie-Präsident Rainer Behrens streckte sogar seine Rede, um Zeit zu gewinnen. Denn erst haargenau elf Minuten nach acht Uhr abends durfte das Geheimnis gelüftet werden. Es ging – wie eigentlich immer in der Zeit um Mitte November eines jeden Jahres – um den Namen des Prinzen der Döhrener Funkenartillerie Blau-Weiß. So wurde auch am 16. November 1996 wieder ein neuer Herrscher des Frohsinns gekürt.

Endlich hatte das Rätselraten ein Ende. Bruno Lehmann bekam die schwere Prinzenkette umgehängt und die Kappe mit den langen Federn aufgesetzt. Als 46. Prinz Karneval sollte der damals 60jährige Kassierer der Volksbank nun bis Aschermittwoch die Döhrener Narren regieren.

In seiner ersten Ansprache an sein närrisches Volk berichtete der frischgebackene Prinz Bruno I., wie er an sein Ehrenamt gekommen war. Am Anfang stand eine verlorene Wette seiner Ehefrau. Doch alles hatte ein Happy End. Der Wetteinsatz floss in die Kassen der Kindergarde und Elferratsmitglied Bruno Lehmann wurde Karnevalsprinz. Die Tradition eines eigenen Döhrener Prinzen reicht wohl bis in die Zeit vor dem 2. Weltkrieg zurück. Gesichert ist jedoch, dass 1951 Franz Grieß als Franz I. als erster Döhrener Prinz den Thron des Frohsinns bestieg. Seither hat die Funkenartillerie als einziger hannoverscher Karnevalsverein das Recht, neben dem hannoverschen Prinzenpaar eine eigene Tollität zu proklamieren.

Über 140 Gäste kamen vor 24 Jahren in das Gemeindehaus an der Helmstedter Straße zur Prinzenkürung mit vorhergehenden Wurstessen. Neben Vertretern der Döhrener Schützenvereinigung (Dieter Klottig überreichte eine Urkunde an den neuen Herrscher des Frohsinns) waren auch Inge Meier und einige weitere Vertreter des Bezirksrates dabei. Die beliebte Noch-Bezirksbürgermeisterin erwartete eine Überraschung. Inge Meier wurde zum Ehrenmitglied der Funkenartillerie ernannt.

Alle Besucher konnte übrigens zu Beginn der Veranstaltung auf einer Tafel Tipps mit den Namen des vermeintlichen zukünftigen Prinzen abgeben. Zwar schälte sich rasch ein Spitzenkandidat heraus, auf Bruno Lehmann aber kam niemand.

Seit über 40 Jahren gehe ich mit der Kamera auf Pirsch und begleite das Geschehen im heutigen Stadtbezirk Döhren-Wülfel fotografisch. Einige der Aufnahmen von damals scanne ich jetzt nach und nach ein, um sie ins digitale Zeitalter herüber zu retten. Unter der Überschrift "Damals in Döhren" bzw. "Damals in ..." möchte ich den myheimat-Usern kleine Einblicke in mein Fotoarchiv aus dem Stadtbezirk geben. Vielleicht erinnert sich ja der eine oder andere noch an die damaligen Ereignisse oder erkennt sich auf einem der alten Fotos sogar wieder.
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