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Für 100 Punkte gibt es Klosterfrau-........geist!

 
Jan Egge Sedelies und Henning Chadde - die Moderatoren
Hannover: Luther-Kirche | Und das ist alles andere als Schleichwerbung! Es ist das Ergebnis eines ungewöhnlichen Abends.
Es geschah in der Luther-Kirche in Hannover an einem Donnerstagabend – an diesem Donnerstagabend!
Die Moderatoren vieler Poetry-Slams in Hannover hatten zum Preacher-Slam eingeladen!
Es war das 1. Mal, dass in Hannover zum Thema „Glaube und Zukunft“ Kirche und Poeten in eine Dichterschlacht gingen. Es war auch für viele Zuschauer der 1. Poetry-Slam. Es war überhaupt vieles zum 1. Mal an diesem Abend.
Nach dem „Warm-Macher-Einstieg“ von Frank Klötgen aus Berlin, der sich die Frage stellte: Wie viel Glaube braucht der Mensch? Und der mit dem „Allmächtigen Bimbam“ und dem Heiland ohne Netzempfang auf den Slam einstimmte, ging es gleich in die Vollen.
Bo Wimmer führte in die Zeit-Geisterbahn. Torsten Papport hatte ein – so sinngemäß seine Worte – modernes Gleichnis mit Männergesprächen in der Kneipe mitgebracht. „Ich glaube!“ wurde dann am Ende zu der Formel= Liebe zwischen mir und ihm da.
Mit den ersten zwei Poeten ging die Publikums-Jury mit der Punktevergabe hart ins Gericht.
Dann folgte Klaus Urban. Er ist immer eine Garantie für einen Vortrag mit Geist, Witz und mitzudenkenden Gags. Seine Glaubensfragen hatte er in 7 Kapitel geteilt. Wie Glaube messbar ist, ob in cm oder wie, war die erste Frage, die er stellte. Über den Glauben-to-go und die Glaube-App kam er zu kleinen Gläubchen und entließ die Zuhörer im Glaubenskampf. Hier hagelte es so richtig Punkte.
Christina Brudereck gelang es schon nach wenigen Sätzen, die Kirche zum Beben zu bringen! Sie war voll mit der Schöpfungsgeschichte beschäftigt und stellte fest, dass Gott am 2. Tag sagte: Essen ist fertig! Mit einer unzähligen Aufzählung erfand Gott - die Linkshänderin - am 4. Tag die Rosen, Christrosen, Geranien für die Bayr. Hotels ……..Und am 6. Tag Tiere, Honig, Kaffeebohnen…. Ihre Aufzählungen waren sicher allumfassend, denn bunt, reichhaltig und witzig. Und nun geschah etwas wohl Einmaliges in der Poetry-Slam-Geschichte: Es gingen 10 Wertungskarten hoch und es gab 10x10 Punkte! ( Stellt sich sofort die Frage, ob die Diplom-Theologin sich weiter in Dichterschlachten begeben wird?!)
Da sich Poeten und Slamer in ihren Vorträgen abwechselten, war nun Annika Blanke mit den Stolpersteinen am Mikro – „Stolpere, aber Hauptsache du gehst.“ so begann sie. „ Ich glaube, dass es jenen gibt, der eine Landkarte auf Anhieb zusammenfalten kann. … die Welt so ist wie sie ist, obwohl wir glauben.“
Wolfgang Beck, Pfarrer und „Wort-zum-Sonntag“-Pfarrer aus Hannover, zeigte mit seinem Auftritt besonderen Mut. Hier ist es anders als beim Fernsehen, hier gibt es die Einschaltquote direkt. Er bekannte sich, nicht Leser der ADAC-Zeitung und der Apotheker-Rundschau zu sein. Damit das Risiko einzugehen, die falschen Reifen zu kaufen und die Sicherheitshilfen der Apotheken außen vor zu lassen. Er lässt sich auf das volle Risiko ein – das Risiko des Glaubens.
Tobi Kunze ist ein Slamer, der spitzen, ausgefeilten Text mit einem tollen Vortrag verbindet. Er ging in eine Fragestunde mit einer wildfremden Person und konnte auf die ersten Fragen nur norddeutsch ausführlich mit „Nöh“ oder „ja“ antworten. Und dann kam die Frage: Würden Sie von sich sagen, sie sind religiös? Die Antwort war lang und vielschichtig: Ist religiös sich durch die Bibel zu klicken und auf den Button „einverstanden“ zu klicken. Er fragte sich, wenn Gott die Menschen nach seinem Ebenbild formte, wieso sehen dann nicht alle gleich aus, sieht so Gott aus!? Ob es seine offene Position zum Thema war oder ……? Jedenfalls langte der brillante Vortrag nicht zu 100 Punkten.
Und das Los hatte Juliane Link zum letzten Beitrag verpflichtet. Sie war mit dem „lieben Paul“ in Berlin unterwegs. Sie bekannte sich nicht beim ersten Date zu ihrem kath. Glauben, zum Rosenkranz an der Garderobe ihrer Wohnung, zum Jesus über dem Bett, das Weihwasser in der Ecke. Er sich nicht dazu Atheist zu sein. Und dann gab sie ihm doch irgendwann eine redselige Einführung über das richtige sitzen auf dem Hocker vor ihrer Gebetsecke. Die Verbindung ging vor langer Zeit auseinander – das Weihwasser hat sie noch. Es hält ewig.
Mit 100 Punkten zum Sieg - Christina Brudereck. Und wieder einmal hatten bei einem Poetry-Slam viele Newcomer festgestellt: Das hat Geist. Das hat Witz. Da prallen in ganz anderer Weise Meinungen aufeinander. Da kann man mal wieder hingehen.
Danke an die Moderatoren Jan Egge und Henning und bis zum nächsten innovativen Slam!

Ach, ja und als Präsent gab es dann Klosterfrau-.......geist.
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