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Ein Abend mit Leidenschaft und Sehnsucht

Das Duo Oblivión: Vladimir Gorup und Laura Pohl
(sn)Mit dem Duo Oblivión wandeln die Zuschauer im Labyrinth des Lebens und der Liebe.

Besser hätte die Resonanz auf das Konzert nicht ausfallen können: vor dem Eingang des Theaters an der Glocksee drängten sich am vergangenen Freitag die Gäste, um noch eine der begehrten Konzertkarten zu ergattern. Nachdem Veranstalterin Claire Lütke kurzerhand noch einige Stühle in den Veranstaltungssaal tragen ließ, um niemanden wieder nach Hause schicken zu müssen, betrat das Duo Oblivión die Bühne.

Zwischen Tradition und Moderne
In ihrem Programm „Bach meets Piazzolla“ präsentierten die Sopranitin Laura Pohl und der Akkordeonist Vladimir Gorup Stücke des berühmten Tango Nuevo Komponisten Astor Piazzolla und barocke Stücke von Johann Sebastian Bach. Auf den ersten Blick eine gegensätzliche Mischung, allen gemeinsam aber ist die Sehnsucht, die Leidenschaft und der Stolz. So verschmolzen an diesem Abend Tradition und Moderne und bekannte Stücke wurden in neue Zusammenhänge gestellt.

Neue Klangfarben lassen Zuhörer träumen
Doch nicht nur nur die Musik zog die Zuschauer in den Bann, sondern auch die Musiker.
Vladimir Gorup eröffnete den Abend mit einem Solo und gab mit seinem selbstvergessen Spiel dem Abend einen geradezu aufregenden Auftakt. Gorup lebte mit seinem Bajan die Musik: sein Gesicht spiegelte die Emotionen, seine Fußspitzen wippten oder stampften im Takt. Mit der Sopranstimme von Laura Pohl schlug das Duo gekonnte einen Bogen zwischen den schwermütigen und den lebensfrohen Melodien. Laura Pohl sang voller Kraft und bezauberte das Publikum mit Stimme und Charme.
Schloss man die Augen fühlte man sich, durch die orgelähnlichen Klänge des Bajan, zurück versetzt in die Zeit Bachs, dann wieder schien die Atmosphäre den südamerikanischen Tango zu versprühen. Immer wieder überraschten die beiden Musiker mit neuen Klangfarben und ungewöhnlichen Zusammenhängen.

Von der der Liebe
Das Programm „Bach meets Piazzolla“ erzählt die Geschichte der Liebe; von den ersten zarten Gedanken bis zur bedingungslosen Hingabe und innigsten Liebe, die Bach in „Bist du bei mir“ perfekt vertonte. Doch auch Fehlentscheidungen und Trennungen werden vom Duo Oblivión thematisiert. Die Liebe wandelt sich zum Hass, einstige Vertrautheit weicht der Fremde. Die Liebe stirbt. In Piazzollas Renaceré wird sie wieder auferstehen und am Ende (über-)leben.

Der Abend endete mit lang anhaltendem Beifall und einer spontanen Zugabe. Anschließend hatten alle Tangobegeisterten die Möglichkeit bei einer Milonga mit dem DJ Uwe F. (bekannt aus dem Castillo/Hannover), den Abend ausklingen zu lassen.

Mehr Informationen
Wer das Duo Oblivión nun auch einmal live erleben möchte, findet Termine und weitere Infos unter www.duo-oblivion.de oder www.laura-pohl.de.
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1 Kommentar
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János Balog aus Günzburg | 20.08.2009 | 22:09  
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