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Tag der Epilepsie

Wann? 05.10.2009

Wo? Mitte, Hannover DEauf Karte anzeigen
http://www.tag-der-epilepsie.de (Foto: Deutsche Epilepsievereinigung mit Unterstützung der TK)
Hannover: Mitte | (sn) Der 5. Oktober ist der „Tag der Epilepsie“. Kaum jemand weiß das. Grund genug einmal weiter zu lesen.
Epilepsie, auch Fallsucht oder Krampfleiden genannt, bezeichnet ein Krankheitsbild mit einem plötzlich auftretenden Krampfanfall. Die Anfälle werden ohne vorausgehende oder erkennbare Ursache hervorgerufen.
Bei der Epilepsie handelt es sich um eine weit verbreitete chronische Krankheit des zentralen Nervensystems. Etwa 5% der Bevölkerung erkranken an epileptischen Anfällen, die in den meisten Fällen nur vorübergehend ist. In Deutschland sind etwa 500.000 Menschen an dauerhafter Epilepsie erkrankt.

Was genau ist Epilepsie?
Das menschliche Gehirn steuert Bewegungen, indem es die Nervenzellen steuert, die dann Signale an die entsprechenden Muskeln senden. Bei einer Epilepsie ist dieses System gestört. Die Nervenzellen senden ihre Signale unkoordiniert und in schneller Folge an die Muskeln. Diese produzieren dadurch nicht sinnvolle Bewegungen und es kommt zu Muskelkrämpfen. Im Laufe eines Anfalls können immer mehr Nervenzellen von der Störung in Mitleidenschaft gezogen werden; ein epileptischer Krampf kann sich so von einem Arm bis über die ganze Körperhälfte ausdehnen.

Wie entsteht Epilepsie?
Epilepsie kann durch eine angeborene oder erworbene Hirnschädigung entstehen (symptomatische Epilepsie). Die Ursachen hierfür sind vielfältig, unter anderem können Hirnentzündung, Hirnblutung, Sauerstoffmangel bei der Geburt, Hirnverletzung durch Unfall oder ein Schlaganfall die Krankheit auslösen. Die Bereitschaft zu epileptischen Anfällen kann aber auch ererbt sein (idiopathische Epilepsie). Trifft keine dieser Ursachen zu, spricht man von einer kryptogenen Epilepsie.
Äußere Reize wie Flackerlicht, zu wenig Schlaf, oder die Einnahme bestimmter Medikamente können bei Patienten einen epileptischen Anfall auslösen.

Was passiert bei einem epileptischen Anfall?
Einige Anfallstypen äußern sich durch Sprach- oder Gefühlsstörungen. Mitunter wiederholen sich Bewegungen. Das Bewusstsein kann erhalten, oder leicht eingeschränkt sein.
Bei einem großen epileptischen Anfall, dem Grand Mal, stürzt der Patient zu Boden und verliert das Bewusstsein. Nach kurzer Zeit rhythmische und unkontrollierte Zuckungen des Körpers auf. Dabei kann sich der Betroffene auf die Zunge beißen, einnässen oder einkoten. In einigen Fällen kann es zu Atemstörungen kommen. Der Grand Mal ist nach wenigen Minuten vorbei. Ein tiefer Schlaf, der mehrere Stunden anhalten kann, setzt ein.
Folgen mehrere Grand Mal aufeinander, ohne dass der Betroffene zwischenzeitlich das Bewusstsein wiedererlangt, kommt es zu einer lebensbedrohlichen Situation. Man spricht dann vom Status epilepticus. In diesem Fall muss ein Notarzt gerufen werden.

Wie leiste ich Erste Hilfe?
Das wichtigste ist, den Betroffenen vor einer Selbstverletzung zu schützen. Gefährliche Gegenstände, enge Krägen und Kleidungsstücke, die die Atmung behindern, sollten entfernt, mindestens aber gelockert werden. Halten Sie den Patienten nicht fest. Sollte der Patient nach dem Anfall weiterhin bewusstlos sein, legen Sie ihn in die stabile Seitenlage. Rufen Sie einen (Not-)Arzt. Zögern Sie nicht! Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig! Bis zum Eintreffen des Arztes halten Sie die Atemwege des Betroffenen frei, kontrollieren Sie die Atmung und führen gegebenenfalls lebensrettende Maßnahmen durch.
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1 Kommentar
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Sigrid Kierzkowski aus Lehrte | 05.10.2009 | 06:55  
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