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Kennen Sie Koken? Teil 19

Friedrich Hans Koken (1883 - 1946) von Dr. Dirck Töllner
Er wurde am 27. September 1883 in Hannover geboren. Seine Mutter war Hulda Koken geb. Choinanus, sein Vater, der Landschaftsmaler Paul Koken. Sie heirateten 1879 in Weimar Die Mutter starb schon sehr früh, so dass der Vater Paul Koken die Erziehung von Friedrich Hans und seinen Geschwister übernahm. Auch der Bruder des Vaters Wilhelm oder die Großmutter sprangen oft ein, wenn Paul Koken auf Motivsuche für seine Gemälde oder auf Bildungsreisen war. Das Talent von Friedrich Hans zu zeichnen wurde früh entdeckt, und so bekam er in der Malschule des Vaters intensiven Unterricht. Aber das reichte dem Vater nicht. Er ließ den Sohn auch noch von Ernst Pasqual Jordan (1858-1924) weiterbilden, nachdem dieser 1890 von der Kunstakademie in Berlin nach Hannover zurückgekehrt war und 1897 die Leitung des Aktsaales der hannoverschen Kunstgewerbeschule übernommen hatte. Besonders auffallend waren zu dieser Zeit die schönen Kohlezeichnungen des jungen Künstlers, die sich allgemeiner Beliebtheit erfreuten.
Nach dem Tod seines Vaters 1910 ging der 27jährige Friedrich Hans nach München. Er studierte bei Adolf Hengeler und Franz von Stuck, der den jungen Künstler besonders in der Aktmalerei weiter bildete. Dort lernte er die Hannoveranerin Gertrud Stegen kennen, die ebenfalls in München Kunst studierte. Schon bald wurde er jedoch eingezogen, und im ersten Weltkrieg war er Soldat in einem bayrischen Regiment. 1920 heiratete er Gertrud Stegen, Wieder in Hannover, gründeten beide eine Malschule in der Südstadt und wohnten in der Hildesheimer Straße, in der Nähe der Masch. Friedrich Hans Koken unterrichtete in Portrait- und Aktzeichnen sowie im Malen von Landschaften. Seine Frau Gertrud Koken-Stegen lehrte das Malen von Stilleben und Blumenstücken. Zahlreiche Gemälde sind zu dieser Zeit entstanden. 1923 wurde ihre Tochter Irmgard geboren. Die Familie zog in ein neu erbautes Haus in der Ostermannstrasse in der Südstadt Friedrich Hans Koken wurde zum ständigen Mitglied der Ausstellungsjury des Kunstvereins in Hannover berufen und war von 1925 - 1932 als Sekretär dieses traditionsreichen Vereins tätig. Auch war er seit 1926 ein aktives Mitglied im Hannoverschen Künstlerverein.
Während der Weltwirtschaftskrise musste die Familie Koken die Malschule wegen Schülermangels schließen. Die vielseitige Begabung des Künstlerehepaares drückte sich auch in einer schriftstellerischen Fähigkeiten aus. Sie konnten eine Fibel für den Grundschulunterricht sowohl für die Stadt Hannover wie auch für das Land Hannover erstellen. Weiterhin wurde der jährlich erscheinende Kalender "Schütting" für den Landkreis Hannover vom Künstlerehepaar Koken illustriert. Die Familie zog in die List, in die Voßstraße 4 um.
Obwohl im Nationalsozialismus die Schulbücher nicht weiter verwendet wurden, ging es der Familie finanziell recht gut. Sie konnten zahlreiche Gemälde verkaufen. Dem neuen Stil, dem Impressionismus wie auch dem Expressionismus folgte Friedrich Hans Koken nur sehr zaghaft; er malte vorwiegend, wie er es von seinem Vater und seinen Lehrern gelernt hatte, nämlich in der realistischen Betrachtungsweise. WIRD FORTGESETZT.
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