Anzeige

Durch den Bau der Mudzborgh ist Hannover entstanden.

Hannover: Misburg-St.-Anna-Kirche | Ein Bericht des Historiker und Chronisten Juan Carlos Blanco Varela, Zeremonienmeister der Bruderschaft der Mudzborgh, mit der Unterstützung des Publizisten und Chronisten Wolfgang Illmer, Gran Canciller der Bruderschaft der Mudzborgh. Beide sind Ritter in dem spanischen weltweiten Orden "Enxebre Orde da Vieira". Eines der historischen Ereignisse im Zeitalter der Ottonen war der Bau der Mudzborgh im heiligen Gebiet der Sachsen mit dem schönen germanischen Urnamen MUDISA. Dank der Planung und Genehmigung einer großen Dame Europas, die Mutter Misburgs, Kaiserin Theophanu von Gottes Gnaden.

Bevor wir über den Bau dieser wichtigen Burg für Menschen und Land zwischen Weser und Aller berichte, müssen wir erklären, das die Mudzborgh für die damalige Zeit eine moderne Konstruktion dieser Epoche gewesen ist. Die Außenmauern, die Hauptgebäude inclusiv der Kapelle (auf dem Platz steht heute die St. Anna-Kirche) waren aus massiven Stein, eine sehr solide Konstruktion. Die anderen Gebäude waren aus Holz, Lehm und kleinen Steinen, als eine Art „Fachwerkbau" errichtet, Die Sandsteinquader sind aus dem Deistergebirge auf Ochsengespannen zur Baustelle nach MUDISA transportiert worden. Dass die Mudzborgh so solide aus Sandsteinquader gebaut wurde, ist eine Tatsache ohne Zweifel. Noch im Jahr 1947 wurden im Sand der Dünen solche Sandsteinquader gefunden, die als Fundamente der Burg dienten. Es gibt noch heute Bauernhöfe, die als Fundamente Steine der Mudzborgh verwendet haben. Wir erzählen die Geschichte vom Bau der Mudzborgh im Jahr 1013, wie es sich nach unserem neuesten Wissen zugetragen hat.

„Damals gehörte fast der ganze Seckbruch (damals Sik genannt), somit auch das Baugelände der Mudzborgh der Sippe der Mudisa-Sachsen mit den Namen Alethen (der Name kommt von „Althing"), die heutigen Nachkommen ist die adlige Familie von Alten. Sie übertrugen damals das gesamte Gebiet an das Bistum Hildesheim und erhielten es später als Lehen zurück".

Als erstes sprach Bischof Bernward im Jahr 994, mit den Baumeistern, die ständig am Hildesheimer Dom und den Schutzmauern arbeiteten. Seit Anfang des 10. Jahrhunderts wurden für die Bauten am Hildesheimer Dom nur Sandsteinquader aus dem Deistergebirge verwendet, da diese Art von Bauten der beste Schutz gegen die brutalen Angriffe der Nordmänner (Wikinger) war, die damals unser Land plünderten. Die Steinkonstruktion hatte sich bewährt, das wussten alle Baumeister, seit die Wikinger Ende des 8./Anfang des 9. Jahrhunderts die Stadt Paris im Land der Franken belagert hatten. Die Steinmauern haben der Belagerung sehr lange standgehalten und das wussten die Baumeister die danach die Mudzborgh gebaut haben. Bernward wusste, dass diese Bauweise eine teure Konstruktion war, aber der Schutz der Menschen und der Diözese war ihm sehr wichtig, dafür verfügte er über Reichsgelder der Ottonen und auch über eine finanzielle Beteiligung des Bistum Verden. Alle Hildesheimer Baumeister stimmten für diese Art der Bauweise.

Danach folgte einen langes und wichtiges Gespräch über die Dimension der Burg. Alle wussten, dass es auf Mudisa nur einen sehr begrenzten trockenen Platz für den Bau zwischen die Sümpfen gab. Bischof Bernward meinte, es müsste ein Bau mit einer großen und weiten freien Fläche zwischen den massiven Mauern sein. Das hatte auch Bischof Erpo vor seinem Tod verlangt, damit so viele Landsleute wie möglich zwischen den Schutzmauern untergebracht werden können. Danach einigten sich alle Baumeister auf eine Art Konstruktion ähnlich eines römischen Militärlagers, mit Platz für mindestens einer ganzen Legion (etwa 6000 Legionäre), wobei die Menschen mit ihrem Hab und Gut zusammen mit ihren Nutztieren im Freien Schutz erhalten können. Nach einer genaueren Untersuchung des trockenen und festen Geländes, das zum Bau der Mudzborgh zur Verfügung stand, wurde eine Zeichnung erstellt, wo die große Festung stehen würde.

Der Bauplatz erstreckte sich nach Süden zwischen der heutigen Paula-Nordhoff-Strasse, Richtung Kronsberg bis zur Mitte des heutigen „Stichkanals" kurz vor der heutigen Kreisstrasse, in einer Länge von etwa 900 Meter und von der heutigen Anderter Straße (früher Bahnhofstrasse) bis zum Rand der Sümpfe, heute „Hinter der Alten Burg", etwa 350 Meter, so viel Platz wurde für den Bau der Mudzborgh benötigt. Der von Gebäude bebaute Platz betrug etwa 15% des ganzen Geländes.

Auszug aus der Jubiläumsausgabe „1000 Jahre Mudzborgh" aus dem Jahr 2015 :

Die Mudzborgh sollte eine große Rolle spielen für die Sicherheit von Reich, Kirche und Menschen. Daher wurde sie auch nach dem Muster von römischen Verteidigungsfestungen gebaut, mit Platz für eine ganze Legion (etwa 6.000 Legionäre) innerhalb der Mauern. In dieser Zeit herrschte Angst vor plötzlichen Angriffen der Nordmänner, auch der Bischof von Hildesheim fürchtete um seine Hauptstadt, die im Jahr 815 gegründete Diözese. Die Mudzborgh sollte eine sehr gut befestigte Anlage sein, ein geostrategisches Rückzugsgebiet, auch zum Schutz von wirtschaftlichen Interessen und eine Schutzbastion bei Gefahrdrohung der Menschen.

Die Einrichtung der Baustelle begann im August 994, die Siedlung MUDISA wurde langsam ausgebaut, die Siedler wurden neben der Baustelle in Notunterkünfte aus Holz untergebracht, sie wurden alle als Arbeiter benötigt. Damit begann die erste Bauphase der Mudzborgh. Bernward hatte mehr als hundert Hildesheimer Baumeister, Steinmetze und Steinsetzer nach Mudisa befördert, ebenso viele Steinmetze hat er zum Steinbruch im Deistergebirge geschickt, die bereits dort mit den Steinmetzarbeiten beginnen sollten. Für den Bau der Mudzborgh waren über 1000 Fachkräfte und Hilfskräfte nötig. Weiterhin viele Ochsengespanne, um den Transport der Steinquader vom Steinbruch zur Baustelle zu befördern, etwa 30 bis 35 km durch schweres matschiges Gelände mit großen Schwierigkeiten, besonders an der Leinemasch, um an das Nordufer mit dem schweren Transport zu gelangen.

Die Transportlogistik war die Aufgabe der Mudisa-Sachsen, sie waren dafür verantwortlich. Dafür wurden sie auch entsprechend gut belohnt. Es war fast eine biblische Meisterleistung unserer Voranen, die über 60 km (hin und zurück) durch matschige und sumpfige Wege die schwer beladenen Ochsengespanne zu befördern. Etwa 15 Mann waren pro Gespann eingeteilt, sie hatten Seile und lange Holzklötze, um sie als Hebel zu benutzen falls die Räder im Moorast stecken blieben. Über eine Woche war jedes Transortgespann unterwegs, danach bekamen sie 2 Tage Ruhe. Eine große Schwierigkeit war die Überquerung der Leine. Dafür wurden von den Holzpfälern und Zimmerleuten große Flöße gebaut, damit wurden die schwerbeladenen Ochsengespanne auch mit Hilfe von Seilen und Flaschenzügen an die Nordseite der Leine, an das Hohe Ufer gezogen. Danach wurde der Weitertransport etwas leichter, es ging weiter auf einen dafür gebauten Damm (heute noch bekannt als Misburger Damm) durch die Nässe der Breiten Wiese, vorbei am Roderbruch, um an dem Sekbruch (Sik) zur Baustelle zu gelangen. Dieser lange und anstrengende Transport war sehr gefährlich, es führte zu vielen Unfällen mit Gliederamputationen die öfters zum Tode führten.

An diese Stelle möchte wir eine ganz wichtige Mitteilung zufügen:

„Die Stadt Hannover verdankt dem Bau der Mudzborgh seine heutige Existenz als Großstadt und Hauptstadt Niedersachsens".

Wir drehen die Geschichte um 1000 Jahre zurück. Fast 20 Jahre dauerte der Bau der Mudzborgh. Während dieser Zeit sind unzähligeTransporte mit Sandsteinquader, die für den Bau der Mudzborgh bestimmt waren, über die kleine Furt, dort wo sich heute der Beginenturm befindet, befördert worden (neben der Restruine des Beginenturm, befindet sich der Landtag von Niedersachsen). Dort war damals der Wasserstand etwas niedriger. Gegenüber am Leinemasch gabs eine kleine Insel, wo viel später der Graf von Roden die Festung Lauenrode baute. Hier war die Stelle wo die Ochsengespanne auf Flößen zum Nordufer gelangten. An dieser Stelle, wo sich heute der Beginenturm befindet, stand ab 994 ein Gebäude mit einer Militärgarnison, es war eine Zollstelle. Der Beginenturm wurde etwa 300 Jahre später (etwa um 1300) auf den Grundmauern der Zollstelle gebaut. Hier entstand langsam eine kleine Siedlung, die erstmals ab 1178 als „Hohen Ufer" (Hannover), erwähnt wurde.

Im Jahr 1371, wollten die Hannoveraner sich vom Adel und des Bistums befreien, die Bürger wollten sich die Stadtfreiheit erkämpfen (aus der Zeit kommt der Begriff „Stadtluft macht frei"). Die Bürger von Hannover zerstörten aus Wut die Festung Lauenrode. Der Beginenturm stand seit 1357 als Wehrturm am Hohen Ufer, er wurde damals als „Denye Torm" (der neue Turm), erwähnt. Dort war eine Militärgarnison als Wache stationiert, um die Überfahrten der Händler über die Leine zu kontrollieren, die die Waren in die Stadt brachten. Ab 1373 entstanden die Landwehren um die Stadt Hannover.
1
Einem Mitglied gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.