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Geschichtliches aus der Südstadt: Die südliche Eilenriede entstand im Laufe von Jahrhunderten

Die südliche Eilenriede im Winterkleid: Nach dem Verschwinden des Nordwaldes enstand dieser Teil des Stadtwaldes neu durch Aufforstung. Die Landwehr gab die südöstliche Grenze vor.
Hannover: Südstadt | Einst erstreckte sich ein riesiges Waldgebiet von Hildesheim bis hin nach Neustadt: Der Nordwald. Doch von den großen Wäldern ist nur wenig geblieben. Ein Überrest des Nordwaldes ist die hannoversche Eilenriede. Sie war früher ein sumpfiger Erlenwald. Daran erinnert noch ihr Name. Eilenriede steht für Ellernried (Erlenried).

Anno 1333 wurde der Name des hannoverschen Stadtwaldes erstmals schriftlich überliefert. Ein gewisser Rotger erhielt zwölf Schillinge, weil er Kühe vor der Eilenriede gehütet hatte. Die Hannoveraner haben wohl schon damals Rechte am Wald besessen. Doch erst 1371 erhielt die Stadt durch die Herzöge Wenzel und Albrecht von Sachsen-Wittenberg mit dem „Großen Privileg“ das uneingeschränkte Eigentum an den Forst. Heute umfasst der Stadtwald etwa 640 Hektar. Damals nahm er eine wesentlich kleinere Fläche ein. Weit nördlich der Bult verlief die Waldgrenze. Südöstlich der heutigen Südstadt gab es nur das „Hohnholt“, ebenfalls ein Überbleibsel des Nordwaldes.

Mit der Anlage der Landwehr zwischen Döhrener und Kirchröder Turm in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts wurde der Verlauf der späteren Südgrenze der Eilenriede bis in unsere Tage hinein festgelegt. Im Laufe der Jahrhunderte entstand hier die südliche Eilenriede. 1533 überlies Herzog Erich der Jüngere der Stadt Hannover das alte Hohnholt, welches nun als „Neues Hohes Holz“ wieder aufgeforstet wurde. 1643 erwarb und bepflanzte die Stadt den „Müggenkamp“ östlich vom Döhrener Turm. 1776 gelangte die Bult in das freie Eigentum der Stadt Hannover. Die dortigen Hude- und Weiderechte der Dörfer Döhren, Wülfel und Laatzen wurden abgelöst. Zwischen Müggenkamp und der alten Eilenriede entstand der „Zuschlag“ als neues Waldgebiet. 1817 kam dann die Aufforstung des „Großen Zuschlages“ hinzu. Seither bietet die südliche Eilenriede das uns gewohnte Bild.

Geschichtliches aus der Südstadt: In der Südstadt erschien zwischen 1981 bis 1985 der Maschseekurier, eine durch Anzeigen finanzierte Stadtteilzeitschrift. Damals schrieb ich für diese Zeitung Beiträge aus der Geschichte der Südstadt. Die Hefte sind lange vergriffen. Nun sollen an dieser Stelle in loser Folge einige der alten Stories vorgestellt werden. Denn Heimatgeschichte ist immer interessant und nie von gestern.
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Katja W. aus Langenhagen | 11.01.2013 | 16:17  
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