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Steinmarderplage in Wohngebieten?

Marder dringen vermehrt in die Wohngebiete vor
Jetzt ist es wieder soweit: Autos, die nicht mehr anspringen, nächtliches Poltern auf dem Dachboden, zerfetzte Isolierungen, Federn und Knochen. Dies alles sind Hinweise auf die Anwesenheit eines Steinmarders, der besonders in der Paarungszeit von August bis September aktiv ist. Der Steinmarder gehört in Deutschland neben dem Fuchs zu den heimischen Raubtieren, die als so genannte Kulturfolger auch in der Nähe des Menschen leben. Hier wird er aber meist erst bemerkt, wenn er als Untermieter in Wohnhäuser eingezogen ist oder unter der Motorhaube des geparkten Wagens sein Unwesen getrieben hat.
Wenn im Sommer plötzlich der Wagen nicht anspringt, bringt ein Blick in den Motorraum schnell Klarheit über die Ursache. Sind die Kabel zerbissen, war dort ein Marder am Werk. Gründe für dieses rüpelhafte Verhalten gibt es mehrere: Marder sind sehr neugierig und verspielt, sie wollen alles erkunden, beschnuppern und leider auch beknabbern. Hinzu kommt, dass der Steinmarder beim Besuch im Motorraum zwangsläufig seine Duftspur hinterlässt. Fährt man dann mit seinem Auto in ein anderes Marder-Revier, ist der Ärger vorprogrammiert. Kommt nämlich nun der ortsansässige Marder bei seiner Revierkontrolle an dem Wagen vorbei und riecht den Rivalen, wird er, aus Wut über das Eindringen des unbekannten Gegners und in Ermangelung eines leibhaftigen Kampfpartners, in die nächstbesten Kabel und Schläuche beißen. Gerade vor und während der Paarungszeit, kontrollieren und markieren die Männchen ihre Reviere besonders intensiv. Rund 200.000 Fahrzeuge pro Jahr werden auf diese Art und Weise Opfer einer Marderattacke. Jeder Schaden kostet im Schnitt 230 Euro.
Der Handel bietet etliche Möglichkeiten zur Mardervertreibung an. Angefangen vom Ultraschallabwehrgerät bis hin zu einer Art Elektrozaun. Es geht aber auch einfacher und vor allem billiger: Ein Stück Maschendraht in der Größe des Motorblocks unter den Motor gelegt, ist ebenso als Hausmittelchen bekannt, wie das großzügige Verteilen von Pfeffer oder Hundehaaren im Motorraum – die Wirkung ist allerdings nicht erwiesen. Nach einem Marder-Besuch empfiehlt sich auf jeden Fall eine gründliche Motorwäsche, um die Duftsekrete des Tieres auszuwaschen.
Ein Steinmarder auf dem Dachboden kann durchaus unheimlich sein – nächtliches Poltern, ohne den Verursacher je zu sehen. Aber leider macht sich das Tier nicht nur mit seinem Poltern unbeliebt. Es hinterlässt nach jedem Dachbodenbesuch deutliche Spuren. Neben den verwesenden Resten seiner Beute können auch größere Kothaufen zu Geruchsbelästigungen führen. Der Versuch, Steinmarder zu vertreiben, sollte grundsätzlich nur dann unternommen werden, wenn es wirklich zu umfangreichen Schäden kommt. Gerade bei ungenutzten Speichern sollte man jedoch Toleranz beweisen. Will oder muss man aber dennoch etwas gegen den Marder tun, ist zunächst einmal die Rechtslage zu beachten. Der Steinmarder gehört zu den jagdbaren Tierarten. Das heißt, er unterliegt dem Jagdrecht. Deshalb darf er grundsätzlich nur von einem Jagdausübungsberechtigten bejagt werden.
In den meisten Bundesländern darf auch der Eigentümer oder Mieter in Gebäuden, die zum Aufenthalt von Menschen dienen (Wohngebäuden) oder mit diesen in räumlichem Zusammenhang stehen (Scheune, Stall, Garage, Werkhalle u. a.); in Hofräumen und Hausgärten, die unmittelbar an solche Gebäude anschließen, und durch eine Umfriedung begrenzt sind, den Steinmarder unter Einhaltung der jagd- und tierschutzrechtlichen Vorschriften fangen, töten und sich aneignen. Natürlich kann der Eigentümer auch einen Jäger bitten, für ihn den Steinmarder auf seinem Dachboden, in seiner Scheune oder Garage zu fangen oder zu töten. Aber Achtung: Auch ein Jäger darf hier Schusswaffen nur mit Genehmigung der zuständigen Behörde verwenden.
Die erfolgreichste Maßnahme ist, dem Marder jegliche Zugangswege in die Gebäude zu versperren. Aber Vorsicht! natürlich nicht zwischen März und August, wenn sich Jungmarder im Gebäude aufhalten könnten. Steinmarderjunge werden von Mitte März bis Mitte April geboren. In den ersten Tagen nach der Geburt weicht die Mutter nicht von ihrer Seite. Acht bis zehn Wochen werden die Kleinen gesäugt. Nach 32 bis 36 Tagen öffnen sie die Augen und verlassen im Alter von rund 9 Wochen erstmals das Nest. Ab der 26. Woche löst sich der Familienverband auf.
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