Ich hab’s gelesen: „Das Labyrinth der träumenden Bücher“ von Walter Moers

Gleich mal meine Meinung zu diesem Werk vorweg:
Kaufen Sie dieses Buch NICHT, sondern warten Sie auf das folgende Buch!

Warum?

Erst auf der letzten Seite, wenn die Handlung eigentlich losgehen sollte, erfährt man, dass dieses nur der erste Teil ist – der Rest wurde nicht rechtzeitig fertig und der Verlag hat entschieden, dieses elend lange "Vorwort" zum eigentlichen Buch schon mal zu verkaufen.

Der Autor, Walter Moers, hat ja auch „Das kleine Arschloch“ geschrieben – und genau daran musste ich denken, als ich mich endlich(!) bis zur letzten Seite des Buchs durch gearbeitet hatte.

Was kann man nun zu diesem, ersten Teil des zweiten Teils (es gab auch schon ein Buch davor) sagen?

Es ist eine Mischung aus begeisternden Fantasiewelten und endlos langen, langweiligen Aufzählungen und Wiederholungen.

Weite Strecken habe ich gern gelesen und mich in eine fantastische Buchwelt ziehen lassen.

Aber lange Passagen des Buchs habe ich auch einfach nur so "quer gelesen".

Endlosen Schilderungen völlig banaler Kleinigkeiten, eine heil- wie ziellose Ansammlung von Einzelheiten, die nicht zum Fortgang der Geschichte beitragen.

Dann wieder wunderschöne Beschreibungen der seltsamen Welt Buchhaims, einer Stadt aus Büchern, für Buchliebhaber und von „Mit-Büchern-Verdienern“.

Leider bewegt sich die Geschichte auf immerhin über 400 Seiten keinen Zentimeter von der Stelle – und dann bricht es ab!

Eine Zumutung sind die Gespräche im Qualmoir (an die 50 Seiten), die Beschreibung der Vorstellung im Puppaecircus Maximus (rund 60 Seiten!) und endlose Geschwafel über den Puppetismus und dazu noch m. E. völlig überflüssige „Tagebuchauszüge“ (um 30 Seiten).
Trotzdem, es gibt tolle Passagen im Buch, Abschnitte voller kurioser Ideen und überbordender Gedankenverknotungen.

Was dringend fehlt, ist die ordnende und kürzende Hand/Feder eines guten Verlags/Lektors.

So ist es nur ein buntes Fragment und es bleibt am Ende ein Gefühl der Enttäuschung und die doch arg geschmälerte Hoffnung auf die Fortsetzung

Bürgerreporter:in:

Wilhelm Kohlmeyer aus Hannover-Groß-Buchholz

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