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Alternative: ja! - Ersatz: nein! - Sportkongress erprobt virtuelle Räume

 
Freuen sich auf den Sportkongress #10 und wünschen ihn sich als Präsenzveranstaltung: RSB-Vorsitzender (Sportpolitik) Ulf Meldau und RSB-Geschäftsführerin Anna-Janina Niebuhr
 
In Aktion: RSB-Geschäftsführerin Anna-Janina Niebuhr in der Vorbereitung auf Tag 1 der Online-Woche
 
Letzte Abstimmung: Michael Barsakidis (Webinizer), Dennis Busche (BKK24) und Anna-Janina Niebuhr (RSB) im Online-Meeting kurz vor der Eröffnung
Hannover: Haus des Sports | Aufgrund der Corona-Umstände hat die SportRegion Hannover in diesem Jahr alle Vorstände und interessierte Vereinsmitglieder zur virtuellen Variante des 9. Sportkongress vom 22.06. bis 25.06.2020 eingeladen. Zum ersten Mal nutzte man für die etablierte Veranstaltung die virtuellen Räume der Online-Plattform Zoom. Die ursprünglich geplanten Forenthemen Digitalisierung, Klimaschutz und Ehrenamt sowie die Eröffnung und Begrüßung wurden zu Thementagen umgestaltet und in separaten Online-Formaten angeboten. So hatten bis zu 80 Personen pro Tag die Möglichkeit teilzunehmen.
Am Ende wagten respektable 109 Teilnehmende den Schritt ins Netz und nahmen Gebrauch vom Angebot und gewannen so gemeinsam mit den Verantwortlichen an Erfahrung im Umgang eines mehrtägigen Online-Formates. Als Resumee steht jedoch am Ende: Alternative ja! – Ersatz: nein!

Der Sportkongress bzw. die Online-Woche 2020 begann wie alle bisherigen Präsenzveranstaltungen mit einem gemeinsamen Auftakt. Neben einem kurzen Wochenüberblick stellte man hier den Teilnehmenden das Online-Programm „Zoom“ vor, das auch an den kommenden Themenabenden der Online-Woche das entscheidende Kommunikationsmittel sein würde und gab Ihnen durch gestellte Nutzeraufgaben die Möglichkeit sich mit dem Medium vertraut zu machen. Durch das Programm führte Michael Barsakidis, den man zugleich als kompetenten Partner für die Umsetzung der mehrtägigen Veranstaltung gewinnen konnte. Während der folgenden Tage stand der Webinizer, der auch seit einigen Jahren beim LSB als technischer Moderator und Referent ähnliche Formate begleitet und vorstellt, im Hintergrund zur Verfügung.

„Nimm es so wie es kommt und mach das Beste daraus; Corona geht jetzt bald die Puste aus!“

Ulf Meldau, RSB-Vorsitzender (Sportpolitik)

„Unsere Alternative wäre gewesen gar nichts zu machen. Und das kam für uns nicht in Frage. Natürlich hätten wir lieber eine Präsenzveranstaltung gemacht, um auch den Austausch zwischen den Vereinsfunktionären zu ermöglichen. Dies macht ja schließlich auch mitunter unser Format aus und deswegen freuen wir uns auch so auf den 10. Sportkongress in 2021, der hoffentlich wieder eine Präsenzveranstaltung sein wird! Mit unserer Programmsuche und der entsprechenden Software wurde uns aber zumindest gezeigt, dass auch solche Formate als Alternative möglich sind.“

Anna-Janina Niebuhr, RSB-Geschäftsführerin

Das erste Forum am Tag 2 widmete sich dann der Frage wie hilfreich Digitalisierung im Verein sein kann. Die Antwort: sehr! Es ging darum, zu erkennen, welche technischen Anforderungen und Hilfen das Vereinswesen inzwischen erreicht hat und um das Erkennen der Möglichkeiten, die sich daraus ergeben. Die Moderatorin und RSB-Vorstand (Vereinsentwicklung), Dagmar Ernst, ist vom unaufhaltsamen Fortschritt überzeugt und rief als Beispiel den Teilnehmenden einleitend die Kommunikationstechnologien des erfolgreichen Fernsehformats ‚Star Trek‘ ins Gedächtnis. Damals waren z.B. kabelfreie Tablets und Communicatoren im Einsatz, aber in real noch eine Vision; heute spätestens seit dem Smartphone absolut Alltag. Ob und wann das Beamen als Fortbewegungsmittel genutzt werden kann, weiß keiner. Aber die jüngste Geschichte lehrt uns, dass technologische Errungenschaften in immer kürzeren Schritten das gesellschaftliche Leben erreicht und oft bereichert. Und sollte der Preis das alleinige Kriterium für eine Ablehnung sein, zeigt sich auch hier, dass sich relativ gewiss Lösungen finden werden. Was zählt, ist die Erkenntnis, dass es möglich ist. Hilfreiche und preislich erschwingliche Programme zur Vereinsverwaltung stehen mit DFBnet Verein und Finanz zur Verfügung. Diese waren Thema im Webseminar-Spezial am Nachmittag. Abends ging es allgemein um den Einsatz digitaler Hilfen und darüber hinaus um die Vorstellung neuster Technologien und ihrer Möglichkeiten, wie die Nutzung einer Vereinsapp. Eine erfolgreiche Variante stellte z.B. die Voltigemeinschaft Hof Sichtermann vor, dessen Vereinsführung die Umstände der Corona-Pandemie zeitlich genutzt hat, sich aus der Not heraus erfolgreich dem Thema zu widmen.

„Wir freuen uns auf eine gemeinsame, spannende Weiterentwicklung.“

Dagmar Ernst, RSB-Vorstand (Vereinsentwicklung)

An Tag 3 ging es im zweiten Forum um das Thema „Klimaschutz“. Im Fokus standen die Ziele und Vereinbarkeit einer nachhaltigen Implementierung im Alltag eines Sportvereins sowie die sich daraus ergebenen Chancen. Als Moderator führte Jürgen Pigors (RSB2020-Projektmitarbeiter) durch den Themenabend mit Experten und Praxisbeispielen.

Der erste Schwerpunkt lag in der erfolgreichen Durchführung von Projekten. Zunächst referierte Dirk Platta vom Niedersächsischen Turnerbund (NTB) wie man eine größere Sportveranstaltung wie das Landesturnfest durchaus sehr ökologisch durchführen kann. Marie Engel vom LandesSportBund Niedersachsen (LSB) erklärte, was das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) im Sport ausmache, welches sie gerade dort praktiziere und stellte den Teilnehmenden ihr Projekt „Ökologischer Fußabdruck für Sportvereine“ vor – ein Parcours, bestehend aus 22 Fußabdrücken.
Ein weiteres Beispiel für die erfolgreiche Einbindung eines FÖJ im Sport präsentierte im Anschluss Franziska Heisig, die ihr Freiwilligenjahr beim Deutschen Alpenverein (DAV) in Hildesheim absolviert. Ihr Projekt beschäftigte sich mit dem Upcycling ausgedienter Kletterseile – mit dem nachhaltigen Ziel verbrauchtes Sportmaterial möglichst weiterzuverwenden und nicht zu entsorgen.

Mit der Präsentation einiger Fördermittel kam im zweiten Schwerpunkt ein nicht unwichtiger Teilaspekt für die (erstmalige) Umsetzung von Projekten ins Spiel. Karsten Behr, Geschäftsführer der niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung, versicherte, dass auch kleinste Projekte unterstützt werden würden. Die Förderfähigkeit hinge davon ab, ob die Projekte den Satzungszweck der Stiftung erfüllten und man eine klare Vorstellung hinsichtlich seiner gesteckten Ziele und der nachhaltigen Wirkung des Projektes habe.
Als Tipp gab er den Teilnehmenden mit auf den Weg die Entwürfe vorab zuzuschicken und einen Beratungstermin zu vereinbaren. Hela Brixius von der target GmbH führte in das Thema der Energetischen Sanierung von Sportstätten ein und zeigte auf, welche Unterstützung das regionale e.coSport-Programm dabei leisten könne.
Die Beleuchtungsberatung im Sportstättenbau (1.500 Euro pro Verein) und die nachhaltigen Einsparmöglichkeiten für Vereine thematisierten am Ende Benjamin Wirries (awebu GmbH) und Holger Fuhrmann (LSB), der auch über das passende LSB-Förderprogramm Klima(s)check für Sportvereine informierte. Und das hatte es in sich: Kosten für die Beleuchtungsberatung könnten zu 100 % übernommen werden, von den Umsetzungskosten würde am Ende nur ein Eigenanteil von 10 bzw. 15 % der förderfähigen Kosten für den Verein übrigbleiben – ohne die zu erwartende Einsparung bei den Energiekosten zu betrachten.

Wichtiger Hinweis: Das Programm endet gleichzeitig mit dem diesjährigen Förderzeitraum am 31.12.2020. Hier ist also Eile geboten. Antragsfrist ist der 30.09.2020!

Laut aktuellen Informationen der LSB-Verantwortlichen ist ein Folgeprogramm in Planung, an welchem man aktuell arbeite.


Abschließend zeugte Jörg Schwieger als Vorsitzender der TSV 03 Sievershausen davon, welches Potenzial in einer bereits traditionellen Veranstaltung steckt, um damit einen (Nachhaltigkeits-)Wettbewerb zu gewinnen. Der Gewinn von 10.000 Euro Preisgeld war der zweite Schritt für weitere nachhaltige Anpassungen im Verein nach der LSB-geförderten Energieberatung.

„Interessant, welche Einsparpotentiale für Vereine in der Beleuchtungsberatung und der Umstellung auf LED schlummern und wie die Verbände durch Fördertöpfe unterstützen. Eine Beratungstermin beim RSB macht Sinn und ist sehr zu empfehlen!“

Jürgen Pigors, RSB2020-Projektmitarbeiter

Veranstaltungstipp: Licht ins Dunkel! Info@bend am 21.07.2020

Der Regionssportbund Hannover lädt am 21. Juli 2020 alle interessierte Vorstände ein zum RSB-Info@bend. Das Thema: Förderung für Beleuchtungsberatung und –umstellung auf LED
Um 18:00 Uhr geht’s los. Als Treffpunkt dient die Plattform ‚Zoom‘.
Anmeldung nur über die Homepage www.rsbhannover.de/sportstaettenbau;
Das RSB-Team verspricht: Es lohnt sich!
Zudem ist die Veranstaltung kostenfrei. - Maximale Personenanzahl: 95.

Im Online-Forum 3 ging es um das Thema Ehrenamt und wie man die Freiwilligenarbeit im Verein attraktiv(er) gestalten könnte.

„Ehrenamtliche HelferInnen sind fast schon so selten wie Perlen. Deshalb ging es bei uns darum, den Teilnehmenden Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie neue Ehrenamtliche finden können.“

Carsten Elges, RSB-Vorstand (Öffentlichkeitsarbeit)

Hierzu stellte Levke Hölzer vom Stadtsportbund Hannover einen selbstentwickelten Sport-Engagement-Test vor, den sie im vergangenen Jahr im LSB-Magazin veröffentlichte. Das Testergebnis zeigt den Teilnehmenden auf, in welchem Bereich eines Sportvereins sie sich mit ihren Fähigkeiten einbringen können. Im vergangenen Herbst begannen Jugendliche des Schützenvereins Ilten im Rahmen eines vom LSB geförderten Mikroprojektes, den Test im Rahmen einer Website zu „digitalisieren“ und dem attraktiven Angebot für Vereine eine individuelle Version des Engagement-Tests zu codieren. Mit tatkräftiger Unterstützung der Initiatorinnen Levke Hölzer und Kristin Levin vom LSB wurde der Test im weltweiten Netz zur Verfügung gestellt. Unter www.sport-engagement.de können alle User feststellen, welcher Sport-Engagement-Typ in ihnen steckt.

Den „Lebenszyklus“ des freiwilligen Engagements beschrieb Kristin Levin schließlich und ermunterte die Teilnehmenden, in ihren Vereinen eine engagementfreundliche Organisationskultur zu schaffen und zu pflegen. Als Anreiz gibt es hierfür das Ehrenamtszertifikat des LandesSportBundes, das mit bis zu 1.500 Euro prämiert werden kann.

Alles in allem ein
„gelungener Gesamtüberblick über die Engagement-Förderung im Sport“
wie es einer der Teilnehmenden im Chat beschrieb.

Am Donnerstag um 20:00 Uhr, zum Ende der Online-Woche war man froh über die erfolgreiche Umsetzung des angebotenen Formates. Allerdings reifte genauso die Erkenntnis, dass man einer Präsenzveranstaltung mehr abgewinnen könne. Das RSB-Team ist voller Hoffnung und Vorfreude, sich in 2021 beim 10. Sportkongress in Hannover persönlich wiederzusehen.

In diesem Jahr gibt es zwar keine Bildergalerie als Impressionen. Nachhaltigen Eindruck machen aber die verwendeten Präsentationen, die zum Herunterladen auf der Veranstaltungsseite bereitgestellt wurden:
www.sportregionhannover.de/sportkongress

Hinweis: Die Veranstaltung wurde gefördert und unterstützt durch die BKK24 und die Region Hannover sowie den LandesSportBund Niedersachsen durch Mittel der Finanzhilfe des Landes Niedersachsen.
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