Anzeige

Mogelpackung:

Der Liniennetzplan vom 26.9.1982 trennt auch farblich deutlich die Straßenbahnen in lila von den Stadtbahnen blau, rot und gelb.
Hannover: Innenstadt Hannover | Der UMBAU der Straßenbahnlinien 10 und 17 wird fälschlicher Weise immer als Bau einer "Stadtbahnlinie" bezeichnet. Dabei hat die üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG erst im September 2016 in ihrem Blog "Fahrtenbuch" http://fahrtenbuch.uestra.de/stadtbahn/ den Unterschied zwischen Straßen- U- und Stadtbahn erklärt. Demzufolge handelt es sich bei dem Murksprojekt 10/17 lediglich um den barrierefreien (und in Teilen sinnfreien) Umbau einer Straßenbahn. Eine Kombination aus Straßenbahn und U-Bahn die den modern klingenden Namen "Stadtbahn" entspricht wird hier gar nicht gebaut und verdient auch nicht diese Bezeichnung. Weiterhin fällt auf, dass nun auch immer mehr der Ausdruck "D-Linie" verwand wird, wo der Murks doch einige Jahre lang als "Projekt 10/17" verkauft wurde! Um diesen neuen Namen für den das gleich zu finden, wurde 2013 eigens eine Werbeagentur beauftragt. Diese riet ihren Auftraggebern der Infrastrukturgesellschaft der Region Hannover (Infra) dann auch davon ab, bestimmte Ausdrücke zu nutzen. So sollte die Strecke nicht als „besser“ sondern als „anders“ (ok. – das ist sie) bezeichnet werden. Und anstelle von „Aufwertung“ sei „Veränderung“ (a - ha?) wohl besser passend. Weiter haben die Werbeprofies davon abgeraten das Ding als „langfristig sinnvoll“ zu bezeichnen sondern schlugen „eine neue Perspektive“ vor. Diese Werbeagentur scheint ihr Handwerk zu verstehen und ist für diese Branche ausgesprochen ehrlich, denn immerhin meiden sie Ausdrücke die später hinterfragt werden könnten. Allerdings dürfte diese Beratung dem Steuerzahler auch wieder einige 10.000 Euro extra gekostet haben. Übrigens wurden für das Projekt zu der Zeit Kosten von 40 bis 50 Mio. Euro publiziert. Derzeit steht die Kostenschätzung schon bei mind. 63 Mio. Euro.
Offen gesagt, hat uns der Arbeitsname "Projekt 10/17" (intern 0 – 8 – 15 genannt) ganz gut gefallen, da so die Unterschiede zur einst seriös geplanten Tunnelstrecke, der „Linie D“, deutlicher gemacht werden und auch mit einem eigenen Namen benannt werden.
Jetzt aber, da immer mehr Mankos des Projektes bekannt werden, kann man diese auf die ehrwürdige Planung einer "D-Linie" schieben! Und die üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG darf (muss) den ganzen Quatsch ausbaden/betreiben!
Übrigens hat Die Üstra in früheren Liniennetzplänen den Unterschied zwischen Straßenbahn- und Stadtbahnstrecken auch farblich deutlich dargestellt: Die erste Stadtbahnlinie „A“ ist auch heute noch blau gekennzeichnet. Strecken der Linie „B“ sind rot. Auf dem gezeigten Plan vom 26.9.1982 fährt die Linie „1“ ab „Aegi“ auf den Gleisen der heutigen Linie „C“ zum „Kröpke“ und ist daher gelb eingezeichnet. Alle anderen Strecken wurden als Straßenbahn betrieben und sind in lila gezeigt. Leider wurde dieser farbliche Unterschied zwischen den Systemen bereits vor Jahren aufgegeben so dass derzeit bereits für die Linien „10“ und „17“ die grüne Farbe der Linie „D“ verwandt wird.
3
Diesen Mitgliedern gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.