Anzeige

Intolleranza -Proben- III.

Hannover: Opernhaus | "Zeige, dass du den Kapitalismus hasst."
Wie stelle ich durch meine Körpersprache, meinen Gesichtsausdruck dieses Gefühl dar, ohne dass sich der Zuschauer selber angesprochen fühlt. Denn ich meine ja nicht ihn persönlich, sondern was er für mich in diesem Augenblick dargestellt: Den Kapitalismus, der mich in diese Situation, hier in diesen Kerker gebracht hat.

Wie schreie ich meine Wut, meine Empörung heraus: „laveremo le città die mondi“ (wir waschen die Städte dieser Welt) Reinigen sie von der Ungerechtigkeit, von dem Blut Unschuldiger, Verzweifelter.
Der eiserne Vorhang hebt sich, doch niemand hört mich, sieht mir zu, versteht mich, ich habe wieder einmal verloren. Wie viel Kraft habe ich noch?

Wir liegen (mit Ausnahmen) auf Decken, über uns kreischen die Vögel des Unheils, des Todes.

Ich schaue hinauf in den Himmel, höre sie krächzen, mich fröstelt, ich lege mich wieder hin.
Engelsgesang ertönt aus dem unendlichen Raum über mir, beruhigt kuschele ich mich ein, berühre eventuell meinen Nachbarn, der neben mir liegt.
"Nella mia solitudine" (In meiner Einsamkeit)

Doch jäh werde ich aus meinem Traum herausgerissen: „Schwärme von irren Kormoranen umkreisen den Raum Schutz vortäuschend versprechen sie uns den Tod."
"Der Rauch von Hiroshima strömt in tausend rasende Nerven.“

Donna wird verstoßen, kann ich sie aufhalten, bitten zu bleiben?
Nein, ich werde weggestoßen. Sie muss uns verlassen.

Der Emigrante: „Nie wieder“

Nie wieder wird er die Wärme eine Frau verspüren, ihre zärtlichen Berührungen, in ihre liebenden Augen sehen, ihr Lachen hören. Nie wieder.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.