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Pressemitteilung Initiative Pro D-Tunnel e. V. zum Vorschlag des SPD Oberbürgermeister Kandidaten

Einst eine sinnvolle Streckenvariante für ein Tunnelausbau
Hannover: Bahnhof Hannover Bismarkstr. | Pressemitteilung Initiative Pro D-Tunnel e. V.:

Stadtbahnstrecke durch die Sallstraße – Reaktivierung grüner Straßenbahn-Träume

Marc Hansmann (SPD) fordert Stadtbahnstrecke durch die Sallstraße – Reaktivierung grüner Straßenbahn-Träume aus der politischen Asservatenkammer. 

Am Wochenende berichteten Hannoversche Allgemeine Zeitung und Neue Presse von konkreten Wahlversprechen des SPD-Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl Marc Hansmann (SPD). Unter anderem forderte er die Verlängerung der Stadtbahnlinie 10 durch die Sallstraße bis zum Bismarckbahnhof und der Linie 17 bis zum Hanomag-Gelände.

Damit verfolgt Hansmann alte Straßenbahn-Träume der Grünen und reaktiviert vor Jahren beiseitegelegte Planungen. Im Grunde schlägt er zwei Streckenäste eines Positionspapiers von Daniel Gardemin (Grünen) vor. Zu Zeiten der Niederflur-Debatte stellte Gardemin in seinem Papier „Niederflur – Chance für Hannovers Nahverkehr: Erweiterungsmöglichkeiten des Stadtbahnsystems“ etliche Streckenvorschläge vor, u. a. die genannten. Damit propagiert Hansmann keine eigenen Ideen, sondern befeuert weiterhin latent die Straßenbahnträume der Grünen, inklusive der damit verbundenen Restriktionen für den Anlieger- und Durchgangsverkehr.

Die Strecke durch die Sallstraße wird aufgrund wesentlich dichterer Bebauung der Südstadt auf deutlich mehr Widerstand stoßen, als es je bei der Debatte um die Hochbahnsteige in der Limmerstraße durch die Jahre gegeben hatte. Die Sallstraße und Jordanstraße sind teilweise nur 22 Meter bis 20 Meter breit. Der hochbelastete Knotenpunkt Marienstraße/Berliner Allee wäre durch die Kreuzung mit Bahnen und deren Vorrangschaltungen geschwächt. Auch die vorgeschlagene Hanomag-Strecke müsste durch die mit nur 19 Metern noch engere Deisterstraße, kreuzte dabei ebenerdig den hochbelasteten Deisterkreisel und führte überwiegend durch Gewerbegebiet – Nutzwert und Streckenführung weitaus fragwürdiger.

Gerade bei der Sallstraßen-Strecke wurden zwei weitere Knackpunkte genannt: die Raschplatz-Hochstraße wurde erst vor kurzem für einen Bruchteil der einst von SPD und Grünen angedachten Abrisskosten saniert. Die Sallstraße wurde zwischen Marien- und Kleine Düwelstraße erneuert. Eine neuerliche Umgestaltung dieser Bereiche wäre pure Geldverschwendung. Auch die Führung der Bahnen neben der Raschplatz-Hochstraße mit Kreuzung der Fahrspuren für eine Mittellage auf der Berliner Allee wäre mit erheblichen Behinderungen für den Cityring verbunden.

Hansmanns Forderungen zur Stärkung und Ausbaus des Nahverkehrs sind grundsätzlich richtig. Sie dürfen dabei aber nicht auf grünen ideologisch motivierten Rückfällen ins Straßenbahn-Zeitalter basieren. Somit sind die Forderungen des OB-Kandidaten nur Reaktivierungen aus der politischen Asservatenkammer.

Der ursprüngliche Ausbau der D-Linie sah noch vor der EXPO eine Strecke von Steintor über Hauptbahnhof durch die Sallstraße zum Bismarckbahnhof vor – als D-Tunnel mit mehreren unterirdischen Stationen.

In der Regionsversammlung vom 18.06.2012 hatte die ÖPNV-Sprecherin der Grünen in der Region, Meike Schümer, das Wort und sagte (Zitat!): „Die Grünen sind stolz darauf, den D-Tunnel bislang verhindert zu haben”. Meike Schümer ist die Frau von OB-Kandidat Marc Hansmann. Der beschleunigte und sinnvolle Ausbau des ÖPNV in Hannover sollte also fachlich versierteren Personen vorbehalten bleiben.

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