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Geschichtliches aus der Südstadt: Der historische Urnenhain wurde in letzter Minute vor dem Abbruch gerettet

Wertvolles Baudenkmal: Die Verkehrsplaner wollten den Urnanhain einfach anreißen.
Hannover: Südstadt | Für die Verkehrsplaner der Stadt Hannover war der Abriss des historischen Urnenhains an der Ecke Alte Döhrener Straße - heute Orli-Wald-Allee - in die Hildesheimer Straße (damals mündete die Straße noch in die Hildesheimer ein) eine beschlossene Sache. Das wertvolle Baudenkmal sollte dem Ausbau der Stadtbahnlinie geopfert werden. Denn zusammen mit dem eigenen Gleiskörper der Straßenbahn wurde die Hildesheimer Straße als vierspurige Ausfallstraße ausgebaut. Erst als einige Bürger, allen voran der Arbeitskreis der VHS „Döhren wird verändert“ sich für das Kulturdenkmal einsetzten, wurde die Entscheidung geändert. Das zeigt: couragiertes Bürgerengagement kann eine schlechte Verwaltung durchaus in die Schranken weisen, den sogenannten Experten Paroli bieten.

Der Engesohder Friedhof mit seinen vielen wertvollen alten Grabdenkmalen entstand 1864. Während seiner zweiten Belegungsphase, so ab 1902, wurde der Urnenhain gebaut. Die Urnenwand ist eine Schöpfung von Prof. Dr. Haupt.

Die Lage des Urnenhains lässt erkennen, dass er im Friedhof eine Sonderstellung einnahm. Tatsächlich befanden sich die Urnen zunächst außerhalb des eigentlichen Friedhofsgeländes. Denn es waren fast schon Revolutionäre, die im „Feuerbestattungsverein“ mitten in der Zeit des wilhelminischen Kaiserreiches zur als heidnisch eingestuften Sitte der Brandbestattung zurückkehrten. Erst nach dem ersten Weltkrieg entstanden in den Abteilungen Nr. 22 und 23 weitere Urnengräber.

Das Grün am Urnenhain findet seinen Ursprung in einem Gartenrestaurant. 1888 wurde diese Gastwirtschaft zum Obergärtnerhaus umgebaut. Die großen Eichen stammen noch aus dieser Zeit.

Geschichtliches aus der Südstadt: In der Südstadt erschien zwischen 1981 bis 1985 der Maschseekurier, eine durch Anzeigen finanzierte Stadtteilzeitschrift. Damals schrieb ich für diese Zeitung Beiträge aus der Geschichte der Südstadt. Die Hefte sind lange vergriffen. Nun sollen an dieser Stelle in loser Folge einige der alten Stories vorgestellt werden. Denn Heimatgeschichte ist immer interessant und nie von gestern.
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 16.02.2013 | 16:09  
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