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Die Nacht der Astronomie lockt mich zum Lindener Berg

Der Wasserhochbehälter mit der Kuppel
 
Hannover war auch Hanomag
Heute hat Hannover viel zu bieten im Internationalen Jahr der Astronomie, nicht zu verwechseln mit der Astrologie. Im Rathaus findet die Initiative-Wissenschaft-Hannover statt, die interessante Vorträge auf dem Programm hat. Die Praxis jedoch erfolgt in der Volkssternwarte am Lindener Berg und dem widme ich meine Aufmerksamkeit.

Im Frühling ist dieser „hohe Punkt“ von Hannover durch die Scillablüte auf dem Bergfriedhof bekannt, ein Meer von blauen Blumen mit beeindruckender Kulisse. Heute jedoch war anstelle des Blausternes viel Laub zu entdecken. Der Friedhof mit dem Küchengartenpavillon wurde in meinem Geburtsjahr 1965 stillgelegte ( keiner sollte mehr sterben !? ) und steht unter Denkmalschutz.

Gleich daneben befindet sich ein altes Gebäude der Kaiserzeit. Aber der Inhalt ist alles andere als historisch, denn es ist der legendäre Jazz-Club von Hannover, der von Mike Gehrke in´s Leben gerufen wurde. Leider hat er ihn und uns vor fünf Jahren verlassen, aber die Erinnerungen leben weiter !
Im Obergeschoss verspricht das Mittwoch-Theater viel Abwechslung mit seinem vielfältigen Programm.

Auf meinem weiteren Spaziergang entdeckte ich einen alten Turm und, neugierig wie ich nun mal bin, wurden wieder alte Informationen gefunden. Es war früher als Wartturm im Jahr 1392 errichtet und als Landwehrturm genutzt. 1650 wurde er zur Windmühle umgebaut, die bis 1927 genutzt wurde und im Zweiten Weltkrieg stark zerstört wurde. Jetzt steht nur noch der ausgebrannte Turm ohne Flügel hier !

Viele olle Dinger, wie das „Lindener Schlösschen“ von 1903 oder der Eiskeller sind hier noch zu finden. Hierbei handelt es sich um zwei 100 Meter lange Stollen des Siebenjährigen Krieges ( 1760 ), die 1850 von der Lindener Brauerei um drei weitere Eiskeller von je 50 Metern erweitert wurden, in denen das Eis für Brauerei und Gaststätten gelagert wird. Sie wurden im Zweiten Weltkrieg auch als Bunker für 3000 Lindener Bürger genutzt und von 1934 bis 2000 für die Champignonzucht.

So, jetzt geht es aber zur Spitze des Berges - aber was für eine riesige Mauer sehe ich denn hier ? Es ist der Wasserhochbehälter von 1878, der den Platz des Berggasthauses von Friedrich Laves einnimmt, welches im Jahr 1825 erbaut wurde. Er hat eine Wandstärke von 5 Metern und ist noch immer funktionsfähig.

Aber nun stehe ich vor meinem Ziel, dem höchsten Punkt des Lindener Berges ( 89 m ) , an der Volkssternwarte Geschwister Herschel, der ehemaligen Wohnung des Wasserwärters. In den kleinen Räumen waren einige Vereinsmitglieder anzutreffen, die uns den Schulungs - und Vereinsraum zeigten und anschließend ging es zu den Teleskopen in den beiden Kuppeln auf dem Dach.
Die technische Wartung und Instandsetzung in den letzten Monaten war enorm, so das sich einige Mitglieder zuletzt nur noch hiermit beschäftigt haben. Das Teleskop hat unterschiedliche Objektive, damit Beobachtungen der Sonne, des Mondes und weiterer Planeten ermöglicht wird. Leider war die praktische Nutzung noch nicht möglich, da dies erst bei Ankunft der Reisegruppe vom Rathaus vorgesehen war - schade, dann bis nächstes mal !

Der Lindener Berg - immer einen Ausflug wert !
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1 Kommentar
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Gertraude König aus Lehrte | 13.11.2009 | 22:34  
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