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Ist die Menschheit noch zu retten? Den Maya-Kalender haben wir zu den Akten gelegt - doch sind wir damit wirklich in Sicherheit?

In den letzten fünf Millionen Jahren gab es viele Menschenarten auf der Erde. Doch nur eine davon hat überlebt, der Homo sapiens. Allerdings auch mit einen kleinen Anteil Neandertaler-Genen. Wie lange wird er die Erde bewohnen können? Dieser Australopithekus ist vor etwa zwei Millionen Jahren ausgestorben.
 
Der Mensch traktiert die Erde gewaltig. Ohne dieses zweibeinige Spezies würde es ihr bedeutend besser gehen. Die jetzige Generation wird ihren Kindern jedenfalls keine intakte Welt hinterlassen. Sie, und ihre Nachfahren, müssen den großen Schaden ausbaden.
 
Nicht nur die Natur selber sorgt für das Aussterben der Arten. Der Homo sapiens dezimiert sich auch selber. So zum Beispiel durch Kriege.
 
Aber es gibt auch viele andere Möglichkeiten. Sie könnten aus dem All kommen, durch die Erde selbst entstehen oder vom Menschen hausgemacht sein.
 
Der in großen Mengen anfallende Atommüll könnte in Zukunft weite Teile der Erde verstrahlen.
 
Gefährliche Vieren könnten aus den Hochsicherheitstrakts von Laboren entkommen oder zu Kriegszwecken missbraucht werden. Das könnte, wenn es ganz dumm laufen sollte, für die gesamte Menschheit zur Bedrohung werden.
 
Es gab in der Erdgeschichte Perioden, da war der ganze Planet von Eis bedeckt oder es war überall tropisch warm, auch an den Polen. Allerdings lebten da noch keine Menschen. Doch die derzeitige Klimaerwärmung ist hausgemacht und könnte für einen großen Teil der Weltbevölkerung ebenfalls zur Bedrohung werden. (Foto: Markus Wolter)
Puuuh, da haben wir aber noch mal Glück gehabt. Den 21. Dezember 2012 haben wir tatsächlich unversehrt überstanden. Hurra, wir leben noch! Der Maya-Kalender hat uns also doch nur in die Irre geführt, nicht aber ins Verderben. Aufatmen überall auf der Welt.
Aber es ist kaum zu glauben, dass so viele Menschen auf der ganzen Erde tatsächlich beunruhigt waren. Und das nur deswegen, weil ein kleines Volk aus Mittelamerika, wenn auch hoch entwickelt, das aber bereits seit etwa 800 Jahren nicht mehr existiert, seinen Kalender an diesem Tag enden ließ. Und natürlich war darin niemals von einem wirklichen Ende die Rede. Nur ein Zeitabschnitt sollte an diesem 21. Dezember zu Ende gehen. Doch irgendjemand hat das Weltenende da hineininterpretiert. Und das war eben eine schöne Geschichte, die weltweit von den Medien ausgeschlachtet wurde. Weltuntergänge sorgen eben immer für Wirbel und kommen beim Publikum mehr oder auch weniger gut an. Die einen machen sich lustig darüber, andere zweifeln, ob er denn eintreten wird, und wiederum andere nehmen es tatsächlich ernst. Und das immer wieder, denn alle paar Jahrzehnte wiederholt sich ein solches Spektakel. Aber nun haben wir schon so viele Weltuntergänge unbeschadet überstanden, und nicht nur den der Mayas, sondern auch die so mancher religiösen Gruppe. Doch ist das eine Garantie dafür, dass es auch in Zukunft so sein wird? Wohl kaum, denn ein tatsächlicher Weltuntergang, zumindest einem, dem die Menschheit zum Opfer fallen würde, könnte gar nicht so weit entfernt sein. So gibt es verschiedene Szenarien, die dazu führen könnten. Und dass irgendeines davon eintreten wird, vielleicht sogar in einer nicht all zu weit entfernten Zukunft, ist alles andere als unwahrscheinlich.

Da gibt es zum Beispiel kosmische Bedrohungen aus dem All. Könnte ein großer Asteroid die Erde treffen? Natürlich könnte er das, ist das doch schon viele Male passiert, selbst in Deutschland. Wir müssen nur einen Blick auf die Schwäbische Alb werfen, auf das Nördlinger Ries. Dort befindet sich ein Einschlagkrater, der immerhin einen Durchmesser von etwa 26 Kilometern hat. Und der Asteroid, der diesen schlug, mag wohl einen Durchmesser von weit über einen Kilometer gehabt haben. Schon ein ganz ordentlicher Brocken. Doch es gab auch wesentlich größere Gesteinsklumpen, die aus den fernen Weiten des dunklen Raumes die Erde bombardiert haben. Die Dinosaurier könnten ein Lied davon singen, wenn sie denn diese Katastrophe überlebt hätten. Doch es wurde so viel Staub und Dreck in die Atmosphäre geschleudert, dass es auf der Erdoberfläche ziemlich finster und erbärmlich kalt wurde. Nicht jeder mag so etwas, und die Dinosaurier mochten es schon gar nicht. Aber natürlich hat die Erde noch viel, viel mehr dieser hässlichen (oder gar schönen?) Narben, ähnlich dem Mond. Nicht nur diesen einen großen vor Yukatan. Manche sind sogar noch zu sehen, andere hat die Erosion geschliffen.
 
Wenn wir noch viel weiter zurückdenken, nämlich an die Anfangszeit der Erde vor 4,4 Milliarden Jahren, dann wird es ganz brisant. Damals kollidierte sie mit einem Meteoriten, der etwa ein Zehtel der Erdmasse hatte, also mächtig groß war. Es muss ordentlich gerumst haben, denn die Temperatur der Erdoberfläche stieg dadurch schlagartig auf 10.000 Grad. Das möchte man nun wirklich nicht miterlebt haben. Dabei wurde eine Menge Erdmaterial ins All geschleudert, dessen Trümmer sich wohl innerhalb von wenigen Jahrtausenden versammelten und zu einer Kugel formten. Unser Mond entstand. Dieses Ereignis, so dramatisch es auch war, bereicherte die Erde. So können wir an der Nordsee das Schauspiel von Ebbe und Flut beobachten, wir werden in so mancher Nacht beleuchtet und unser Kalender wurde durch ihn eingeteilt. Also war es gar nicht so verkehrt.
 
Doch wie wahrscheinlich ist in Zukunft ein solches Szenario. Wahrscheinlich ist, dass es sich irgendwann erneut ereignen wird. Erst im Februar 2013 schrammte ein 50-Meter-Brocken haarscharf an der Erde vorbei, der etwa die Sprengkraft von 1000 Hiroshima-Atombomben gehabt hätte. Unwahrscheinlich ist, dass es sich mit einem so richtig großen Brocken in naher Zukunft abspielen wird. Wir sprechen dabei von Zeiträumen, bei denen es um Millionen von Jahren geht. Also ordnen wir diese Katastrophe, zumindest für die gesamte Menschheit, mal als nicht wirklich bedrohend ein, zumal sich dann vielleicht ein Bruce Willis wie in "Amargeddon" finden wird, der die Angelegenheit bereinigt.

Ähnlich ist es mit Vulkanausbrüchen. Die können ebenfalls Katastrophen dieser Art verursachen. Denken wir zum Beispiel nur an den Ausbruch des Krakataus im Jahr 1883, dem 36 000 Menschen zum Opfer fielen. Innerhalb weniger Sekunden existierte ein 800 Meter hoher Berg nicht mehr. Einfach weg. Staub und Gestein wurden 80 Kilometer hoch in die Erdatmosphäre geschleudert. Ein anderes Beispiel ein Jahrhundert später im Jahr 1980 war der Ausbruch des Mount St. Helens im U.S.-Bundesstaat Washington, als die Druckwelle 600 Quadratkilometer Wald niederwalzte, eben mal so. Wie Streichhölzer wurden Millionen von Baumstämmen geknickt, und eineinhalb Kubikkilometer Staub und Asche wurden dabei in die Atmosphäre katapultiert. Das sorgte für eindrucksvolle Bilder und bei uns für schöne, stimmungsvolle Sonnenuntergänge.

Doch nun kommen wir zu den größeren Vulkanausbrüchen. Vor 70.000 Jahr spuckte der  Toba 300 Kubikkilometer Staub und Gestein in den Himmel. Unsere Spezies, der Homo sapiens, soll tatsächlich kurz vor dem Aussterben gestanden haben. Es wurde so dunkel auf der Erde, dass es sehr ungemütlich war und lange Zeit keine Sommer mehr gab. Das war für unsere Vorfahren nicht lustig und lässt einen erschaudern. Und die Sonnenmilchindustrie sowieso.
Natürlich kann sich soetwas wiederholen. Selbst vor unserer eigenen Haustür die Maare in der schönen Eifel oder auch der Kaiserstuhl könnten wieder zum Leben erwachen. Und an den brodelnden Vesuv und erst recht die ihm nahe liegenden Phregäischen Felder, wo sich unter der Erdoberfläche Beunruhigendes tut, wollen wir schon gar nicht denken, denn in deren Nähe leben Millionen von Menschen.

Das bisher beschriebene sind jedoch nur kleine Fische. Gehen wir nun mal im Erdzeitalter ein Stück zurück, nämlich ins Perm. Da brodelte es in den Weiten Sibirens mächtig. Unmengen von Magma wurden aus dem Inneren der Erde an deren Oberfläche gedrückt, und die sorgte für jede Menge Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre und damit zum uns sehr gut bekannten Treibhauseffekt. Zur Folge hatte dieser CO2-Ausstoß, lange vor den Dinosauriern, dass das größte Massensterben stattfand, was unsere Erde bisher gesehen hat. 90 Prozent aller Arten sollen ausgestorben sein.
Doch bei diesen wirklich großen Ausbrüchen sprechen wir von für uns Menschen riesigen Zeiträumen, von Jahrhunderttausenden und Jahrmillionen. Also wird’s uns schon nicht gerade erwischen. Eher die zuvor benannten lokale Katastrophen.

Wie sieht`s mit einer anderen Gefahr aus den unendlichen Weiten des Weltraumes aus? Können uns Außerirdische gefährlich werden? Natürlich könnten sie es. Denn wenn sie zu uns kämen, dann wären sie zigmal intelligenter als wir und wären uns um ein Vielfaches überlegen. Wahrscheinlich hätten sie in ihrer Entwicklung vor uns einen Vorsprung von Jahrzehntausenden oder sogar von Millionen von Jahren. Wir Menschen sind ja erst seit einem kurzen Zeitraum intelligent, gemessen an dem Gesamtzeitraum des menschlichen Lebens auf dieser Erde. Zumindest halten wir uns dafür, woran allerdings oft zu zweifeln ist. Superintelligente Aliens, denn nur solche könnten diese ungeheuren Entfernungen überwinden, wären uns also hoch überlegen. Und bisher war es in der Historie des Lebens immer so, dass weiterentwickeltes oder stärkeres Leben nicht so weit entwickeltes oder nicht so starkes unterjocht, ausgebeutet oder sogar vernichtet hat. Warum sollte es anders sein, wenn uns Außerirdische einen Besuch abstatten. Theoretisch könnte das passieren. Doch eigentlich nur theoretisch, denn die Entfernungen zu unseren intelligenteren Nachbarn (die es mit allergrößter Wahrscheinlichkeit irgendwo dort draußen gibt) sind einfach zu groß. Wenn wir schon Kontakt mit ihnen aufnehmen, dann zumindest erst mal über spezielle Wellenlängen. Aber auch die sind nur mit 300.000 Kilometer pro Sekunde unterwegs. Und der nächste Stern, Proxima Centauri, ist immerhin schon viereinhalb Lichtjahre entfernt. Andere von Intelligenzien bewohnte Sternsysteme, vielleicht Tausende Lichtjahre. Also könnten wir ein solches Szenario getrost von der Liste der wirklichen Gefahren streichen.

Eine andere Gefahr aus dem Weltraum, könnte von explodierenden Sternen kommen. Supernovae sind massenreiche, explodierende Sterne von der vielfachen Größe unserer Sonne. Die haben nur eine astronomisch gesehen kurze Lebensdauer. Zum Schluss ihrer Existenz explodieren sie also als Supernova und können dabei dass millionenfache ihrer bisherigen Energie freisetzten. Innerhalb von wenigen Tagen erzeugen sie mehr Energie, als unsere Sonne in ihrer gesamten Lebensspanne, in rund 10 Milliarden Jahren. Sie können dann im Extremfall sogar die gesamte Galaxie, die aus mehreren hundert Milliarden Sternen besteht, überstrahlen. Es gäbe in einem solchen Fall also einen mächtigen, wenn auch lautlosen Rums. Und wenn so etwas passiert, was in unserer Milchstraße im letzten Jahrtausend sechs mal beobachtet wurde, dann kann man nur hoffen, dass es nicht in der Nähe geschieht. Unter hundert Lichtjahre wirds kritisch. Das könnte sämtlichem Leben auf der Erde den Todesstoß versetzten, und das ist kein schöner Gedanke. Doch die Wahrscheinlichkeit einer Supernova in unserer unmittelbaren Umgebung ist eher gering. Also machen wir uns darüber mal keine weiteren Gedanken. Äußerst eindrucksvolle Bilder solcher Ereignisse betrachten wir lieber aus der Ferne, zum Beispiel mit dem Hubble Teleskop und erfreuen uns daran.

Die geschilderten Katastrophen, von denen es noch diverse andere gibt, sind natürliche Katastrophen, die uns ziemlich abstrakt erscheinen. Wir wähnen sie so weit weg, dass wir es nicht für möglich halten, dass sie gerade zu unserer Lebenszeit oder zu der der nachfolgenden Generationen passieren. Doch nun wird es konkreter, denn nun kommen wir zu den hausgemachten Katastrophenmöglichkeiten, die der Mensch selber verursachen könnte. Und die sind alles andere als unwahrscheinlich und könnten sogar schon in diesem Jahrhundert eintreten, und wenn es ganz dumm laufen sollte, der Menschheit damit den sofortigen Garaus machen.

So zum Beispiel durch Kriegswaffen, die der intelligente Mensch am laufenden Band ersinnt, produziert und ständig weiter entwickelt. Vom Faustkeil bis zur Atombombe war es zwar ein weiter Weg. Doch von der Atombombe bis zu noch gefährlicheren Waffen ist der Weg nur kurz. Es ist nicht mehr als ein kleiner Schritt.
Die Zeit des Kalten Krieges liegt noch nicht weit zurück. Und die Gefahr bestand tatsächlich, dass es zu einem 3. Weltkrieg gekommen wäre. So 1961 bei der Invasion in der Schweinebucht, als die Sowjets ihre Atomraketen auf Kuba direkt vor der Nase der Amerikaner stationierten. Das konnten sich die natürlich nicht bieten lassen. Glücklicherweise konnten sich die beiden damaligen Erzfeinde einigen. Doch wenn es dazu gekommen wäre, dann hätte ein Fallout die Atmosphäre so verdunkelt, dass es uns ziemlich ungemütlich geworden wäre. Das Arsenal der Atomwaffen war damals so gigantisch, dass es die Menschheit gleich mehrere Male hätte vernichten können. Und auch wenn es bis heute verkleinert wurde, so ist dieses Waffensystem doch viel effektiver geworden. Die atomaren Waffen werden weiterhin modernisiert und auf den neusten Stand der Technik gebracht. Und das Länder wie Nord-Korea und Pakistan diese Waffe besitzen und andere zwielichtige Länder dazu an der Schwelle stehen, sollte uns zu denken geben. So wird die Gefahr, die von Atombomben ausgeht, heute von Fachleuten sogar noch höher eingestuft als zurzeit des Kalten Krieges. Und während der Zeit des feindlichen Gegenüberstsehens der Amis und der Sowjets, soll es etwa 20 mal geschehen sein, dass die Welt am Abgrund stand. Alles Fehlalarme, die von Beobachtungssatelliten fehlinterpretiert wurden. Mal durch reflektierende Sonnenstrahlen in der Atmosphäre, mal durch einen großen Gänseschwarm, mal durch einen aufgehenden Vollmond.
Ein anderes Mal, es war 1963 und wurde erst nach der Wende bekannt, meldete das sowjetische Frühwarnsystem amerikanische Atomraketen im Anflug. Der zuständige Offizier hätte den Selbstmechanismus des Gegenschlags in Gang setzen müssen. Doch dieser war sich nicht sicher und vermutete einen Fehler. So unterließ er es, den Knopf zu drücken. Dafür bekam er großen Ärger und wurde bestraft. Er hatte sich den ausdrücklichen Befehlen widersetzt. Aber immerhin hat er einen Atomkrieg verhindert.

Das sind nur wenige Beispiele, und man mag das alles kaum glauben.
Etliche Atombomben sind übrigens auch verloren gegangen. Die Amerikaner vermissen - zumindest offiziell, inoffiziell dürften es viel mehr sein - neun Bomben, die nach Flugzeugabstürzen nicht wiedergefunden wurden. Von russischer Seite ist eine Zahl nicht bekannt. Auch haben die Amerikaner eine Wasserstoffbombe nicht wiedergefunden. Sie soll auf dem Meeresgrund unter dem Eis der Arktis liegen. Ihre Sprengkraft beträgt das 5.000fache der Hiroshimabombe. Wieviel Radioaktivität allein durch diese Bombe freigesetzt werden könnte, können wir uns nicht vorstellen. Aber wir können erahnen, dass es eine Menge sein muss.

Doch die Atomrakete ist inzwischen eine alte Waffe. Längst wird an Nano-Waffen geforscht. Das könnten mikroskopisch kleine und intelligente Waffen sein, Miniroboter, die in Schwärmen über Menschen herfallen und ihnen Gift injizieren, um nur ein Beispiel zu nennen. Aber natürlich gibt es da eine breite Palette von Möglichkeiten. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Und was jetzt noch wie Science Fiction klingt, wird es in kürzester Zeit schon nicht mehr sein. Natürlich wird es auch Waffen geben, von denen wir Normalsterbliche noch keinerlei Ahnung haben. Und alle Waffen, die jemals erdacht wurden, wurden bisher auch eingesetzt. Das gibt zu denken, und die Wahrscheinlichkeit ist nicht gerade gering, dass sich die Menschheit auf diesem Wege stark dezimieren, oder sogar auslöschen könnte. Einstein hat einmal gesagt, dass ein 4. Weltkrieg, wenn er denn käme, mit Stöcken und Steinen geführt werden würde. Doch es könnte eben noch schlimmer kommen, dass es nämlich gar keinen mehr geben könnte, da keine Menschen mehr da sein werden, die ihn führen könnten.
Dass die Technik voranschreitet, erkennt man nicht nur an neuen Waffensystemen. Auch auf dem zivilen Gebiet gibt es große Fortschritte. Ich muss an die ersten Taschenrechner in den siebziger Jahren denken. Ein solcher war so richtig groß, hatte nicht besonders viele Funktionen und kostete immerhin 300 DM. Heute lächeln wir darüber. Computer werden immer kleiner, die Welt wird immer automatisierter. In Zukunft werden Roboter, die heute noch durch die Gegend dümpeln und nur mit Mühe Treppen erklimmen können, später vielleicht in jedem Haushalt zu finden sein. Sie werden uns die Arbeit abnehmen, so dass wir noch mehr Zeit haben werden, auf Monitore zu starren. Diese Robotergenerationen werden mit den heutigen nicht mehr vergleichbar sein. Sie werden intelligent sein und noch intelligenter werden. Sich vielleicht sogar selber noch intelligenter machen und sich selbst reproduzieren. Ihre digitalen Gehirne werden vermutlich die des Menschen überflügeln. Das meinen zumindest etliche Wissenschaftler. Künstliche Intelligenz. Superintelligente Wesen, die viel schlauer sind als wir, und die uns das Leben erleichtern werden. Zum Teil eine angenehme Vorstellung. Doch was wäre, wenn die uns satt haben, wenn wir Menschen ihnen auf den digitalen Geist gehen? Würden sie dann eventuell auf die Idee kommen, uns loswerden zu wollen? Auch wäre denkbar, dass es in Zukunft Mischwesen geben könnte, Hybride. Eine Kombination aus Mensch und Maschine. Das alles klingt zwar utopisch, doch undenkbar ist es nicht. Eine Erde ohne Menschen, aber bewohnt von Intelligenzbestien. Die Gefahr, wenn auch gering, besteht jedenfalls.

Über eine andere Gefahr, die der Mensch verursacht, lesen wir tagtäglich in der Zeitung. Die Klimakatastrophe hat bereits begonnen. Was das Zeug hält, powert der Mensch Kohlendioxyd in die Erdatmosphäre, wohlwissend, dass es dieser nicht besonders gut tut. Damit ist ein Anfang gemacht. Doch wenn erst mal durch die Erderwärmung, die nach neueren Erkenntnissen schneller voranschreitet als bisher gedacht, die Permafrostböden in Sibirien auftauen und das dort eingeschlossene Methangas freigesetzt wird, dann wird es erst so richtig warm werden. Eine Reise in den Süden erübrigt sich dann. Doch eigentlich ist das kein wirkliches Problem. Denn wenn es am Bauch der Erde zu warm wird, dann wandern die Menschen eben zu den Polen aus, wo es dann grünt und blüht, und wo in den tropischen Meeren Korallen wachsen und bunte Fische schwimmen. Wo man in einem Zoo vielleicht Eisbären bestaunen kann, obwohl die sich bei der Wärme nicht besonders wohlfühlen werden. Natürlich können in Grönland oder in der Antarktis nicht alle Menschen unterkommen, das ist klar. Aber für die reichsten und mächtigsten wird es reichen. Also bei diesem Szenario zunächst keine Gefahr eines menschlichen Weltuntergangs. Schließlich gab es auf unserer runden Kugel schon immer heiße und kalte Perioden.

Es gibt noch diverse andere Katastrophenszenarien. Ebenso wie die fortschreitende Technik kann die synthetische Biologie sehr nützlich sein. Durch Genmanipulation können sogar komplett neue Lebensformen geschaffen werden, die uns sehr nützlich sein werden. Sie könnten zum Beispiel Treibstoff produzieren, Öl fressen, oder es könnten mit ihrer Hilfe neue Werkstoffe geschaffen werden. Doch auch dabei könnte einiges schiefgehen. Neue Lebensformen könnten auch aus den Hochsicherheitstrakten von Laboren in die Umwelt entwischen, was unter Umständen schlimmste Folgen haben könnte. Oder Terroristen oder sogar ganze Schurkenstaaten könnten zum Beispiel Viren manipulieren und als Waffe einsetzen. Auch das wären ernsthafte Bedrohungen, die Schlimmstes verursachen könnten. Es gibt so viele Möglichkeiten, das irgendetwas aus dem Ruder läuft. Und die wenigsten Möglichkeiten davon kennt ein normaler Mensch.

Es gibt also jede Menge mehr oder weniger möglicher Untergangsszenarien. Und auch noch die, von denen wir bisher noch gar nichts wissen, die vielleicht aber schon existieren, oder aber die in naher oder fernerer Zukunft existieren werden. Bei dieser Vielzahl von Möglichkeiten scheint es fast unwahrscheinlich, dass die Menschheit längere Zeit auf diesem eigentlich wunderschönen Planeten, der allerdings an vielen große Stellen seiner Oberfläche durch den Menschen bereits hässliche Narben bekommen hat, länger verweilen wird. 99,9 Prozent aller Lebewesen, die die Erde bisher bevölkert haben, so heißt es, sind ausgestorben. Und auch uns wird’s irgendwann erwischen, das steht außer Frage. Es kann so viel passieren, und einiges davon könnte für das Ende der Menschheit sorgen. Doch der Mensch ist zäh und erfinderisch, und noch längst ist nicht alles verloren. Es kann sich auch alles zum Guten wenden, und der Mensch könnte die Erde noch lange bewohnen. Ob Jahrhunderte, Jahrzehntausende oder vielleicht sogar Jahrmillionen. Das alles steht in den Sternen, und wir werden es nie erfahren. Es sei denn, es erwischt uns schon bald. Doch eines ist sicher: Die Sonne hat etwa die Hälfte ihres Brennstoffs verbraucht. Und wenn der zu Ende geht, dann ist es endgültig Schluss mit lustig und mit dem Leben auf der Erde. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Schon in einer Milliarde Jahre, so die Wissenschaft, soll die Sonne so viel Energie ausstoßen, dass dann ein Leben auf der Erde nicht mehr möglich sein wird. Doch auch das ist ein langer Zeitraum, und das kann uns dann wirklich mehr als egal sein, denn dann wird es so oder so schon lange keine Menschen mehr geben.
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8 Kommentare
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 06.01.2013 | 18:59  
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Kirsten Mauss aus Hamburg | 07.01.2013 | 22:12  
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Kurt Wolter aus Hannover-Bemerode-Kirchrode-Wülferode | 09.01.2013 | 21:57  
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Karl-Heinz Mücke aus Pattensen | 12.01.2013 | 13:08  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 12.01.2013 | 17:08  
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Kurt Wolter aus Hannover-Bemerode-Kirchrode-Wülferode | 12.01.2013 | 21:43  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 12.01.2013 | 21:51  
13.631
Kirsten Mauss aus Hamburg | 18.01.2013 | 20:52  
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