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Hat Gott einen Fehler gemacht, als er den Menschen erschaffen hat?

"Oh, mein Gott! Seht euch dieses Bild da an! Hier geht die Erde auf. Mann, ist das schön!" Das sind die Worte des Astronauten Frank Bormann, als 1968 ein Apollo-Raumschiff zum zweiten Mal den Mond erreichte. Doch nun verändert der Mensch diesen wunderschönen blauen Planeten radikal. Und das nicht zum Guten. (Foto: Christel Wolter)
 
Wärme und Kälteperioden hat es auf der Erde schon immer gegeben. Das ist völlig normal. (Foto: Markus Wolter)
 
Dadurch lässt die Evolution Tierarten verschwinden, andere entstehen. Nur wer sich anpassen kann, kann länger überdauern. (Foto: Christel Wolter)
 
Bei radikalen Veränderungen kam es immer mal wieder zu Massenartensterben. Sei es durch Meteoriteneinschläge oder gewaltige Vulkanausbrüche, die für Kälteperioden sorgten. Auch das ist also ganz natürlich.
 
Selbst in der Neuzeit des Planeten kam so mancher mit den neuen Lebensbedingungen nicht zurecht. Nach der letzten Eiszeit wurde es diesem Tier zu warm.
 
Und auch der Frühmensch hatte es nicht leicht. Wie dieser Australopithekus, sind alle Menschenarten ausgestorben. Bis auf einen, den Homo sapiens, mit einem kleinen Anteil Neandertaler.
 
Doch auch der moderne Mensch machte nicht alles richtig. Er veränderte das Paradies Erde zu dessen Ungunsten.
 
Auslöser war die Industrielle Revolution, die mit Erfindung der Dampfmaschine viele Fortschritte brachte.
Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde, Licht und Finsternis. Das war schon mal eine gute Idee, denn wo vorher nichts war, da war nun etwas. Doch er war nicht träge und führte sein Werk fort. So schuf er Tag und Nacht, Meer und Land. Weiter den Regen, die Pflanzenwelt und auch die Tiere. Das alles waren gute Maßnahmen, denn das alles zusammen ergab eine Welt, die vielfältiges Leben ermöglichte, auf der es sich für diejenigen, die den Umweltbedingungen gewachsen waren, die nicht gerade gefressen wurden oder durch Meteoriteneinschläge oder Eiszeiten ums Leben kamen, gut leben ließ. Nachdem sich diese Welt in langen Zeiträumen einigermaßen stabilisiert hatte, wurde sie zu einer Art Paradies.
Doch dann könnte Gott ein Fehler unterlaufen sein. Bevor er eine Pause einlegte, schuf er den Menschen. Sicher war das gut gemeint. Doch schon bald sollte sich herausstellen, dass der Mensch nicht fehlerfrei war, was ja auch ganz menschlich ist. Der tat nämlich etwas Verbotenes, indem er sich verführen ließ und eine verlockende Frucht nahm, die ihn aus dem Paradies katapultierte. Da war dieser Mensch nun auf dem Boden der Tatsachen gelandet, was ihn allerdings nicht davon abhielt, weiterhin Verbotenes zu tun und jede Menge Fehler zu machen. Das sollte seine Welt, die Menschenwelt und vieles von dem was da wächst, kreucht und fleucht, schließlich sogar auf einen Abgrund zusteuern lassen. Und damit sind wir nun am heutigen Tag angekommen, in der Jetztzeit.

Ob es nun tatsächlich ein Gott war, der das alles vollbracht hat, oder doch einfach nur die Natur selber, das sei dahin gestellt. Das ist Ansichts- und Glaubenssache. Fast alles ist möglich und fast nichts ist unmöglich. Wenn man allerdings die Fakten der Wissenschaft zurate zieht, was ja irgendwie plausibel ist, dann scheint alles ziemlich klar zu sein. Doch das soll uns jetzt mal egal sein, denn darum geht es hier nicht. An dieser Stelle geht es um etwas, das uns alle bewegt oder zumindest bewegen sollte. Um nichts weniger nämlich, als um ein vernünftiges Überleben der Menschheit. Das ist ein Thema, wie es größer kaum sein könnte und um das man sich als Mensch, und damit als selbst Betroffener, zumindest mal Gedanken machen sollte.

Massensterben hat es auf unserem Planeten schon diverse Male gegeben. So zum Beispiel bei der Perm-Katstrophe vor 200 Millionen Jahren durch gewaltige Vulkanausbrüche, die große Mengen an Kohlendioxid und Schwefeldioxid freisetzten und die Umwelt damit vergifteten. Oder vor 65 Millionen durch einen feurigen Meteoriten, der es ordentlich Rummsen ließ und der den Dinosauriern den Garaus machte. Das war unser Glück, denn nur so konnten die damaligen Säugetiere durchstarten, kleine, nagetierähnliche Geschöpfe, aus denen schließlich auch der Mensch entstanden sein soll. Doch die Dinosaurier starben nicht gänzlich aus. Zum Beispiel die Drossel, die durch unsere gepflegten Parkanlagen und Gärten hüpft, oder die Weihnachtsgans auf unserer festlich gedeckten Tafel sind Nachfahren der urzeitlichen Tiere.

Doch auch unter den Menschen, die sich entwicklungsgeschichtlich vor etwa sechs Millionen Jahren vom Schimpansen absonderten und ihren eigenen Weg gingen, kam es zum Absterben. Ob Australopithekus, Homo habilis oder zuletzt der Homo erectus. Sie, und noch diverse andere Frühmenschenarten, kamen mit den Umweltbedingungen nicht zurecht und verabschiedeten sich aus dem Lebensbaum der Evolution. Übrig blieben einzig und allein der Homo sapiens und der Neandertaler, der allerdings, nachdem er sich mit einigen Homo sapiens-Individuen gepaart hatte, ebenfalls in einer Sackgasse landete und vor etwa 30.000 Jahren adieu sagte.

Und auch diese beiden Arten waren vor gut 70.000 Jahren schon einmal in ihrer Existenz bedroht. Als der Supervulkan Toba ausbrach, schleuderte er 300 Kubikkilometer Gestein und jede Menge Staub in den schönen blauen Himmel des heutigen Indonesiens und verteilte das leichte Material dabei gleichmäßig in der gesamten Erdatmosphäre. Eine finstere Dämmerung sorgte dafür, dass es lange Zeit keine Sommer mehr gab. Das war nicht spaßig für unsere frühen Vorfahren, und nur wenige von ihnen sollen damals mit Glück überlebt haben. Doch die Übriggebliebenen waren anpassungsfähig und von besonders robuster Art. Sie trotzten allen Widrigkeiten. Aber auch sie sollten ihre Probleme bekommen. Ohne die geht´s anscheinend nicht.

Nachdem sich der Homo sapiens in den letzten 300.000 Jahren erst langsam entwickelt hatte, kam er vor 12.000 Jahren so richtig in Fahrt. Einige dieser Spezies hatten das ständige Umherziehen, das Sammeln von Beeren und Maden und das anstrengende Hinterherrennen von Antilopen und anderem schnellen Getier, satt. Sie machten sich sesshaft, bestellten Felder und machten sich mehrere Tiere zu Hausfreunden, von denen einige zu schmackhaften Nahrungsergänzungsmitteln wurden.
Damit hatte der Mensch nun Nahrung vor Ort und hatte nun auch mehr Zeit für sich selbst. Er widmete sich seiner Religion, dem Töpfern, dem Malen, der Bildhauerei, der Architektur und frühen Wissenschaften. So entstanden die ersten Hochkulturen.
Zunächst die der alten Ägypter am Nil und die der Sumerer an Euphrat und Tigris, hatten doch diese Flüsse reichlich Wasser, viel fruchtbaren Schlamm und boten so eine gute Lebensgrundlage. Andere Kulturen folgten im Nahen Osten, im Mittelmeerraum, in China, Indien und schließlich auch in Mittel- und Südamerika. Doch alle diese Kulturen, so clever sie auch waren - und wir ahnen es schon, da Fehler menschlich sind - machten etwas falsch. Sie überlebten, manche lange, andere weniger lang, nur eine gewisse Zeit. Irgendwann schwächelten sie nämlich. Der Grund war oft, die Sumerer machten es als erste vor, über ihre Verhältnisse zu leben und sich selbst ihrer Lebensgrundlage zu berauben, ihrer Ressourcen.
So wurden in den Landstrichen um Kisch, Uruk, Babylon und anderen Städten herum, die Wälder abgeholzt, um Feldflächen anlegen zu können und um Material für Häuser, für die Verhüttung von Erzen, für das Herdfeuer, für Schiffe, Haushaltsgegenstände und Waffen zu haben. Doch damit war der nun freiliegende Boden der Erosion ausgesetzt. Die fruchtbare Krume wurde vom Wasser, das die Wälder zuvor gespeichert hatten, fortgespült oder vom Winde verweht. Und da das Wort "Nachhaltigkeit" damals noch nicht bekannt war, wurden auch keine Bäume nachgepflanzt. Irgendwann war das Land dann ziemlich öd und leer, die Ressourcen waren verbraucht. Nur noch kärglicher Pflanzenwuchs bedeckte den Boden, auf dem nur noch Ziegen Nahrung fanden. Und die fraßen schließlich auch noch das letzte Gesträuch. Von da an war es nicht mehr möglich, Nahrung für die einwohnerreichen, prunkvollen Städte mit ihren Palästen, Zikkuraten und Häfen heranzuschaffen. Sie waren mehr oder weniger gezwungen, sich aufzulösen.

Natürlich folgten andere Völker. Nach den Griechen, die denselben Fehler machten, allen voran die Römer. Rom war ein Moloch von Stadt, hatte geschätzt weit über eine Millionen Einwohner - etwa ein halbes Prozent der damaligen Weltbevölkerung - und einen unstillbaren Hunger nach Nahrung und in der Oberschicht nach Wohlstand und Luxus. Da musste viel herangeschafft werden, jede Menge. Natürlich reichte dazu Italien nicht aus. So globalisierte man kurzerhand die Welt, indem man sich mit seinen waffenstarrenden Kohorten auf den Weg machte, fremde Länder eroberte, ihnen Kultur beibrachte und sie ausbeutete. Und nicht nur für das Militär zum Waffenschmieden und eine mächtige Flotte gegen die Punier benötigte man dabei viel Holz, sondern auch, wie zuvor die Sumerer und die Griechen, für das Alltagseinerlei. So wurde der gesamte Mittelmeerraum, der von schönen Wäldern bedeckt war, einfach abgeholzt, ohne Rücksicht auf Verluste. Und so kam es, wie es kommen musste. Im Laufe der Zeit waren die Böden der Kornkammern Roms auf Sizilien, in Tunesien und auch anderswo ausgelaugt und gaben nicht mehr viel her. Die Ressourcen waren mal wieder verbraucht. Rom begann dadurch zu schwächeln, hatte es doch Versorgungsprobleme. Andere Probleme kamen dazu und so wurde das einst übermächtige Römische Reich schließlich von anderen Völkern überrannt. Zum Beispiel von den Vandalen und den Mauren. Die lebten spartanischer und kamen nun mit den kargen Verhältnissen besser zurecht.

Merkt ihr was? Geschichte wiederholt sich. Und bis heute hat der Mensch im Allgemeinen nicht wirklich aus seinen Fehlern gelernt. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Als der Homo sapiens vor 12.000 Jahren zum Ende der letzten Eiszeit sesshaft wurde, zählte er weltweit ungefähr fünf Millionen Köpfe. Das ist aus heutiger Sicht lächerlich wenig. Zuvor hatte er jedoch fast 300.000 Jahre gebraucht, um auf diese Anzahl zu kommen. Doch nun war durch Feldwirtschaft und Tierhaltung mehr Nahrung vorhanden. Der Mensch konnte sich schneller vermehren. So sollen zu Beginn der Zeitrechnung etwa 300 Millionen Menschen die Erde bevölkert haben. Zum Ende des Mittelalters waren es um die 500 Millionen. Das war also noch eine moderate Entwicklung. Doch wie es so ist bei einer Progession, geht es doch in immer kürzer werdenden Abständen immer schneller voran. Die erste Milliarde war vor gut 200 Jahren erreicht. Für die weitere Verdopplung wurden nur noch etwa 120 Jahre benötigt. Zu meiner Kinderzeit in den Fünfzigerjahren zählte die Weltbevölkerung 2,5 Milliarden. Heute ist sie auf 7,5 Milliarden angewachsen, und kein Ende ist in Sicht. Zum Ende dieses Jahrhunderts könnten es dann 11 Milliarden und mehr sein.
Das ist eine Zahl, die einen erschaudern lassen kann, ist doch schon heute auf unserem Planeten kaum noch Platz. Und wir kennen ja die Geschichte von den Ratten auf zu engem Raum, die dann aggressiv werden. Ein sinkendes Schiff kann der Mensch allerdings nicht verlassen, auch wenn ihm das Wasser bis zum Hals stehen sollte, ist er doch von einem lebensfeindlichen, finstern und eisig kalten Raum umgeben. Und das könnte schon in einer nicht allzu fernen Zukunft der Fall sein.

In Zukunft wird durch die Klimaerwärmung noch weniger Platz für noch viel mehr Menschen zur Verfügung stehen. Küstenregionen werden überflutet, so dass Hunderte Millionen Menschen umgesiedelt werden müssen. Die Wüsten breiten sich immer mehr aus, grenzen auch so den Lebensraum ein. Und das gerade in Afrika, wo sich die Bevölkerung bis zum Jahr 2050 mehr als verdoppeln soll. So manche Insel wird unter der Oberfläche des Meeresspiegels versinken. Andere, die nur noch knapp darüber ragen, werden durch vermehrte und immer stärkere Hurrikans noch mehr gefährdet sein. Einst fruchtbare Böden werden durch Nahrungsmittelanbau überstrapaziert werden, werden irgendwann nicht mehr viel hergeben. Mit Kunstdünger kann das zwar verhindert werden, doch der schädigt die Umwelt. Zu viel Nitrat auf den Feldern und mit Verzögerung auch im Grundwasser, aus dem wir einen großen Teil unseres Trinkwassers gewinnen. Natürlich kann das in vielen Ländern der Dritten Welt oder in Schwellenländern kompensiert werden, indem man den verbliebenen Wald noch weiter abholzt, um neue Feldflächen entstehen zu lassen. Doch dann passiert das, was wir von den früheren Hochkulturen kennen. Geschichte wiederholt sich.

Natürlich muss der Mensch irgendwie ernährt werden. Doch ist es für die Umwelt besser, dies auf pflanzlicher Basis zu erreichen. Die meisten von uns essen gern Fleisch, wogegen auch nichts einzuwenden ist. Doch muss es gleich so viel sein? Die Älteren werden sich noch daran erinnern, dass es einmal den Sonntagsbraten gab. Das Steak auf unserem Teller stammt von Rindern - immerhin 1,4 Milliarden sind es weltweit - die das Treibhausgas Methan in die Atmosphäre rülpsen. Und die gehören damit mit zu den Hauptverursachern des Klimawandels. Sie tragen zur Erhöhung des globalen Temperaturanstiegs mehr bei, als der gesamte weltweite Autoverkehr. Außerdem werden für unser Fleisch in Brasilien Tropenwälder durch Brandrodung vernichtet, was wir in der westlichen Welt unwissend oder scheinheilig beklagen. Das passt nicht zusammen. Ebenso für unseren Biosprit, der vom Staat sogar subventioniert wird. Seit Beginn der Industriellen Revolution im Jahr 1750 hat sich die Methankonzentration verdoppelt. Um wie viel sie erst zunehmen wird, wenn demnächst weltweit die Permafrostböden, in denen es in gigantischen Mengen gespeichert ist, auftauen werden, kann noch nicht wirklich abgesehen werden. Es wird wohl nicht wenig sein.
Und noch etwas lässt dabei aufhorchen, was einem nicht bewusst ist. 77 Prozent der weltweiten landwirtschaftlichen Flächen werden für die Fleisch- und Milchproduktion benötigt, nur 23 Prozent für die pflanzliche Ernährung. Zum einen, wie schon erwähnt, für Weideflächen, zum Großteil aber für die Futtermittelproduktion. Weniger Fleisch hieße also, mehr Flächen für pflanzliche Lebensmittel und Wälder.

Doch der Ressourcenverbrauch ist damit längst nicht zu Ende. Werfen wir mal einen Blick auf die Meere, an denen wir so gern Urlaub machen. Die werden ebenfalls auf Teufel komm raus vom Menschen traktiert. Dabei sind sie eigentlich ein wichtiger Lebensmittellieferant. Doch der Mensch übertreibt es mal wieder. Anstatt nachhaltig zu Fischen, so dass der Bestand gleichbleiben kann, wird aus Profitgründen und nach dem Motto „es zählt das Jetzt“ überfischt. Das sind etwa 30 Prozent der Bestände. 30 weitere Prozent sind am Limit. Doch wenn das eigene Meer, wie Nordsee oder Mittelmeer, nicht mehr genug hergeben, dann werden eben von der EU für wenig Geld Fangrechte vor Westafrika aufgekauft. Das sorgt bei den riesigen Trawlern für volle Schleppnetze, die bis zu 500 Tonnen Fisch aufnehmen können. Aber das zerstört auch die Existenz der Fischer an den afrikanischen Küsten, die kaum noch wissen, wie sie ihre Familien ernähren sollen. Wie fast immer trifft es diejenigen, die sowieso nur wenig haben. Seit 1950 hat sich die Menge des weltweiten Fangs verfünffacht, die Menge der zu fangenden Fische aber halbiert. Und etwa 40 Prozent Beifang, den man nicht haben will, wird wieder ins Meer gekippt und verendet dort zum Großteil. Auch sind viele Schiffe noch immer mit Netzen ausgestattet, die den Meeresboden durchpflügen und dort einen immensen Schaden anrichten. Mit Nachhaltigkeit hat das alles nichts zu tun.

Doch das ist nicht alles, was der Mensch dem Meer antut. Er sorgt für dessen Versauerung. Das Wasser nimmt nämlich das Kohlendioxid (CO2) auf, das wir in die Atmosphäre pusten. Man weiß noch nicht wirklich, wie sich das in Zukunft auswirken wird. Aber bekannt ist bereits, dass es so manchem Meeresbewohner in den flacheren Küstengewässern alles andere als gut tut.
Die Klimaerwärmung hat auch zur Folge, dass im Meer, sollte die Temperatur des Wassers um zwei Grad ansteigen, nach allem was die Wissenschaft heute weiß, sämtliche Korallen tropischer Meere absterben würden. Und das sind die Kinderstuben vieler Fische. So hängt eins mit dem anderen zusammen.
Natürlich spielt die Verschmutzung des Meeres eine große Rolle. Zum Beispiel werden Gifte und Schwermetalle aus Industrieanlagen über Flüsse ins Meer geleitet. Schiffe, Erdölförderung und in Zukunft der Unterwasserbergbau tragen dazu bei. Und natürlich erst recht die gigantischen Mengen an Plastikmüll, der in die Nahrungskette gelangt und damit auch in unseren Körper. Laut einer Studie soll bis 2050 in den Weltmeeren mehr Plastik schwimmen als Fische. Ein Tipp von mir: Vielleicht könnte man das dann mit den riesigen Schleppnetzen, die mangels Fische nicht mehr gebraucht werden, herausfischen, zu Folien verarbeiten und damit den verbleibenden Fischfang verpacken.
Es gäbe noch viel mehr über das Meer zu bemängeln. Natürlich auch über vieles anderes. Doch das Angesprochene soll nun reichen.

Heute bezweifelt kein ernsthafter Wissenschaftler mehr, dass der Klimawandel durch die Erzeugung der menschengemachten Treibhausgasemissionen, entstanden durch Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum, zum Großteil hausgemacht ist. Der Weltklimarat schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass es so ist, auf 95 bis 100 Prozent ein. Seit dem Beginn der Industriellen Revolution um 1750 hat sich die Temperatur bis heute um ein Grad erhöht. Da das Klima aber träge reagiert, kann man getrost noch ein halbes Grad dazurechnen. Auch wenn der Emissionsausstoß sofort auf null heruntergefahren werden könnte, würde dieses halbe Grad noch dazu kommen. 1,5 Grad sind nicht wenig. Durch menschliche Aktivitäten sind die Konzentrationen von Kohlendioxid, Methan und Lachgas in der Atmosphäre inzwischen auf Werte angestiegen, die es in den letzten 800.000 Jahren noch nie gegeben hat. Bei den verschiedensten Szenarien, die die Wissenschaft durchspielt, könnten die Temperaturen bis Ende des Jahrhunderts um weitere 0,9 Grad im besten Falle, bis 5,5 Grad im ungünstigsten Falle ansteigen. Doch was wirklich passiert, kann niemand vorhersagen, ist das Gebiet durch jede Menge Unsicherheitsfaktoren doch zu komplex. So könnte alles gar nicht so schlimm werden. Oder aber es könnte noch viel schlimmer kommen. Im Zweifelsfall sollte man sich jedoch auf eine schlimmere Variante einstellen, um auf der sichereren Seite zu sein. Jeder von uns macht das auch im privaten Bereich, indem er sich versichert.

Dafür aber kann die Wissenschaft das ermitteln und messen, was bisher passiert ist. Seit 1750 sind viele Werte dramatisch angestiegen. Die von Kohlendioxid, Methan, Oberflächentemperatur der Erde, Versauerung der Meere, Verlust an tropischen Wäldern, Massensterben der Arten, Zuwachs der Bevölkerung, Verbrauch von Energie, Verbrauch von Düngemitteln. Dabei besonders in den letzten Jahrzehnten in einem immer schnelleren und steileren Tempo.
Natürlich gibt es schon deutliche Fortschritte in der Technik, die die Welt sauberer machen, ist doch der Mensch ein kreatives und erfinderisches Wesen. Und wer weiß schon, was uns morgen für Technologien zur Verfügung stehen. Doch die Fortschritte werden bisher durch ein weiteres, ungebremstes Wirtschaftswachstum zunichte gemacht. Immer mehr Menschen und immer mehr werdende Menschen, wollen vom großen Wohlstandskuchen etwas abhaben. Das ist verständlich. Immer mehr, immer schneller, immer größer, immer höher hinaus. Das scheint das Motto der Menschheit zu sein. Und in den Ländern der Ersten Welt funktioniert das natürlich nur nach Kolonialart. Sie beuten die armen Länder gnadenlos aus, haben ihren hohen Lebensstandard zu einem großen Teil auf deren Kosten.

Zurzeit verbraucht die Menschheit soviel Ressourcen, dass es etwa 1,5 Erden entspricht. Das bedeutet, dass wir den zukünftigen Generationen die Ressourcen einer halbe Erde wegnehmen. Würden alle Menschen den Lebensstandard der Europäer haben, wären es drei Erden, den der Amerikaner, immerhin sechs. Dazu kommt die Ungerechtigkeit der Vermögensverhältnisse. Ein Prozent der Menschen besitzen fast 50 Prozent des weltweiten Vermögens. Doch das ist ein anderes Thema.

Dass das alles auf Dauer nicht gut gehen kann, liegt auf der Hand. Es muss sich etwas ändern und das möglichst schnell. Doch auf diesem Gebiet ist der Mensch genauso träge wie das Klima. Veränderungen kosten viel Geld, bremsen die Wirtschaft aus. Wachstum um jeden Preis, koste es was es wolle. Doch die Kosten, wenn wir nicht rechtzeitig eingreifen, werden in Zukunft noch viel höher sein. Je länger abgewartet wird, desto schwieriger und teurer werden helfende Eingriffe. Und die negativen Folgen werden durch Vernichtung der Lebensgrundlagen und mangelnde Ernährung wohl schon in den nächsten Jahrzehnten greifbar werden. Auch die menschliche Sicherheit bleibt auf der Strecke, da Kriege ums Wasser entstehen können und sich große Klimaflüchtlingsströme in Bewegung setzen werden. Sicher auch nach Europa. Einen kleinen Vorgeschmack haben wir ja bereits bekommen. Und dort, wo die Menschen ums Überleben kämpfen müssen, da breitet sich Extremismus aus und auch dort können Kriege entstehen. Ein weiterer Punkt ist der Verlust der biologischen Vielfalt, der allein schon die Menschheit gefährden kann.

Das alles klingt nicht besonders gut. Es muss gehandelt werden. Von der Politik und von der Wirtschaft, für die „Nachhaltigkeit“ meistens noch ein Fremdwort ist. Aber auch jeder einzelne von uns kann zumindest einen kleinen Beitrag leisten. Und wenn wir vielleicht sagen: „Daran können wir ja doch nichts ändern, die da oben machen schließlich alles.“ So können wir doch in unserem Alltagsleben das eine oder andere klimafreundlicher gestalten, auch wenn es nur wenig ist. Und wenn viele auch nur wenig tun, so ist das in der Summe eine Menge.

Ob es nun ein Fehler eines Gottes oder der Natur war, den Menschen zu erschaffen, das kann noch nicht beantwortet werden. Aber vielleicht werden es schon zum nächsten Jahrhundertwechsel unsere zahlreichen Nachkommen wissen. Geschichte wiederholt sich. Mit Ressourcen muss vernünftig umgegangen werden. Das sollte das Ziel der Menschheit sein. Und wir selber sollten uns immer mal wieder vor Augen führen, wie brisant die globale Lage ist. Noch nicht für uns, aber für die nächsten Generationen. Die müssen den Brei dann schließlich auslöffeln, den wir ihnen eingebrockt haben. Und der könnte ziemlich sauer sein.

Siehe auch:

- Ist die Menschheit noch zu retten? Den Maya-Kalender haben wir zu den Akten gelegt - doch sind wir damit wirklich in Sicherheit?

- Gedanken zur Atommüll-Entsorgung
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32 Kommentare
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Romi Romberg aus Berlin | 25.01.2018 | 23:17  
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Romi Romberg aus Berlin | 25.01.2018 | 23:34  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 26.01.2018 | 00:41  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 26.01.2018 | 00:46  
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Erich K.H. Kalkus aus Bremen | 26.01.2018 | 08:27  
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Volker Beilborn aus Marburg | 26.01.2018 | 10:15  
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Karl-Heinz Mücke aus Pattensen | 26.01.2018 | 11:20  
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Barbara S. aus Ebsdorfergrund | 26.01.2018 | 14:44  
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Jost Kremmler aus Potsdam | 26.01.2018 | 21:42  
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Kurt Wolter aus Hannover-Bemerode-Kirchrode-Wülferode | 26.01.2018 | 23:12  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 27.01.2018 | 02:15  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 27.01.2018 | 02:19  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 27.01.2018 | 02:21  
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Jost Kremmler aus Potsdam | 28.01.2018 | 14:59  
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Elena Sabasch aus Hohenahr | 28.01.2018 | 15:28  
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Barbara S. aus Ebsdorfergrund | 28.01.2018 | 15:44  
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Volker Beilborn aus Marburg | 28.01.2018 | 15:57  
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Shima Mahi aus Langenhagen | 28.01.2018 | 21:12  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 28.01.2018 | 22:34  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 28.01.2018 | 22:36  
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Kurt Wolter aus Hannover-Bemerode-Kirchrode-Wülferode | 29.01.2018 | 10:00  
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Barbara S. aus Ebsdorfergrund | 29.01.2018 | 13:30  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 30.01.2018 | 01:37  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 30.01.2018 | 01:41  
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Mike Zehrfeld aus Langerringen | 30.01.2018 | 17:27  
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Barbara S. aus Ebsdorfergrund | 30.01.2018 | 18:56  
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Jost Kremmler aus Potsdam | 30.01.2018 | 21:47  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 31.01.2018 | 01:15  
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Barbara S. aus Ebsdorfergrund | 31.01.2018 | 20:01  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 31.01.2018 | 20:31  
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Barbara S. aus Ebsdorfergrund | 02.02.2018 | 16:58  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 04.02.2018 | 06:15  
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