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Stolperstein-Verlegung, Ausstellung & Rundgang „Gegen das Vergessen“

Wann? 22.03.2010 15:45 Uhr

Wo? Kesselstraße 19, Kesselstraße 19, 30453 Hannover DEauf Karte anzeigen
Hannover: Kesselstraße 19 | LIMMER. Künstler Gunter Demnig verlegt am Montag, 22. März, um 15.45 Uhr vor dem Gebäude Kesselstraße 19 einen Stolperstein zu Ehren des Widerstandskämpfers Franz Nause.
Nause, nach dem 1950 die Franz-Nause-Straße (ehemals Gartenweg) benannt wurde, wurde am 15. Februar 1903 in Achtum bei Hildesheim geboren. Nach einer nicht beendeten Schlosserlehre arbeitete er zunächst als Werksbote bei der Hanomag, bevor er zwischen 1921 und 1932 eine Stelle als ungelernter Arbeiter bei der Gummifabrik Excelsior inne hatte.
Bereits seit 1919 Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ) und des Fabrikarbeiterverbandes, schloss sich Nause 1921 der SPD und 1931 dem Reichsbanner an. Ab 1930 / 31 war er Parteikassierer (Bezirksleiter) der SPD in Limmer.
Zudem gehörte Nause seit Anfang der 30er Jahre zu den Parteigenossen, die sich auf Initiative des „Volkswille“-Redakteurs Werner Blumenberg auf eine mögliche Illegialität vorbereiteten. Aus dieser Gruppierung entstand nach der Wahl Hitlers zum Reichskanzler die „Sozialistische Front“, die vermutlich größte regionale Widerstandsorganisation im Deutschen Reich. Als einer der führenden Köpfe der u.a. die „Sozialistischen Blätter“ herausgebenden „Sozialistischen Front“ wurde Nause am 30. Juni 1936 von der Gestapo festgenommen und zur Untersuchungshaft in das Gerichtsgefägnis Hildesheim überführt. Seine Verurteilung zu zehn Jahren Zuchthaus durch den Volksgerichtshof Berlin erfolgte 1937.
Sechs Jahre später, am 20. März 1943 verstarb Nause im Zuchthaus Brandenburg-Görden im Alter von 40 Jahren an den Folgen von Misshandlungen, Unterernährung und Krankheit. Seine Urne wurde auf dem Ricklinger Friedhof beigesetzt.
Die Verlegung des „Stolpersteins“ für Franz Nause wird am Freitag, 26. März, von zwei weiteren Veranstaltungen begeleitet. Ab 16 Uhr wird im Freizeitheim Linden, Windheimstraße 4 / Fred-Grube-Platz, die Ausstellung „Franz Nause – ein sozialdemokratischer Widerstandskämpfer aus Hannover-Limmer“ eröffnet und eine gleichnamige Broschüre von „Quartier e.V.“ und der „Otto-Brenner-Akademie“ vorgestellt. Ab 17 Uhr besteht die Möglichkeit, an dem Rundgang „Gegen das Vergessen“ teilzunehmen. Stationen sind der Fössefeld-Friedhof (zum Thema Deserteure), die Franz-Nause-Straße und die Kesselstraße („Stolperstein“), die Wunstorfer Straße („Stolperstein“ der jüdischen Familie Rüdenberg) und der Friedhof Harenberger Straße (Knieriem-Grab).
Aus: Hannoversches Wochenblatt
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