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Eine besondere Stunde in Harenberg

Seelze: St.Barbara-Kriche | Das war nicht einfach nur eine Veranstaltung der Abendkirche. Hier waren ganz viele Gefühle im Spiel. Dafür war auf der einen Seite der Pianist Aron Wunderlich verantwortlich, der sehr sensibel – als hätte er schon viele Male zusammen mit Superintendent Dr. Johannes Krug Gottesdienste gestaltet – die Lesung der Psalmen und die Gemeindeglieder begleitete. Dr. Krug sorgte für mehr als ein Lächeln bei den zahlreichen Besuchern der Abendkirche, als er aus seiner persönlichen Sicht zunächst auf die Geschichte der Kirche, der Kirchengemeinde seit seiner Geburt einging. Besonders prägte sich da natürlich die Erinnerung an Pastor Hoffmann ein, der auch schon mal eine Ohrfeige verteilte, wenn die Dorfkinder in der ersten Reihe keine Ruhe gaben – im Talar. Und dann schilderte er seinen Nachfolger als totalen Gegensatz: Umwelt, Frieden und Afrika und die damalige Rolle der CDU im Dorf. Aber geprägt wurde dieser Theologe wohl von der letzten Pastorin, die er im Dorf erlebt hat- einer Hinhörerin. Aus der Sicht eines Menschen mit Abstand, weil der Lebensmittelpunkt nun Berlin ist, waren die folgenden Bemerkungen wichtig: „Kirche im Dorf“ ist Speicher der Dorfgeschichte durch Taufen, Trauungen und Beerdigungen, aufgeschrieben in den Kirchenbüchern, aber sie rhytmetisiert auch das Leben im Dorf. Das tut sie durch das Läuten der Glocken heute wie damals und das nicht nur als Rhythmusgeberin. Das könnte sie noch mehr, wenn in Zeiten immer weniger vorhandener Pastoren-Zeiten auch eine offene Kirchentür jeden Sonntag für nur 10-15 Minuten sein. Wenn sich auch nur 2 oder 3 Menschen treffen, die Tageslosung lesen, einen Segen sprechen und wieder auseinander gehen. Ob es dann mit der Zeit mehr werden?
Es sind Worte, die nachhallen. Ebenso aber bleibt die Stimmung in Erinnerung, die Aron Wunderlich mit seiner Musik erzeugte – Musik aus Leidenschaft, Musik die eine andere Sprache zur Übertragung von Stimmungen ist. Seine Musik ist ganz sicher aus der Klassik entsprungen und man merkt mit jedem Ton, dass dieser Musiker sich darin verliert und sein Publikum mitnimmt in eine ähnliche Welt, die auch Dr. Johannes Krug geschildert hat.

Die Gespräche anschließend bei alkoholfreien Cocktails spiegelten die aufgemachte Gefühlswelt wieder: Eigene Erinnerungen im Dorf, in der Kirche waren genauso bedeutend wie die Musik dieses Pianisten mit eigener Handschrift. Beide möchte man unbedingt wieder sehen.
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