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Kernenergie der Ukraine ist Kernenergie Europas

Vor Kurzem habe ich einen interessanten Artikel in der Zeitung the Washingtontimes gelesen. Jetzt ist mir da so ein Gedanke über Kernenergie gekommen.

Im Jahr 2016 war die verlassene Stadt Pripjat die Sehenswürdigkeit Nr. 1 der Ukraine, die nach der Kernschmelze in Tschernobyl in 1986 evakuiert wurde . Heute ist die Ukraine noch immer stark von Kernenergie abhängig, der Anteil der Kernenergie an der Stromerzeugung beträgt 53 Prozent. Und jetzt riskiert die Ukraine eine weitere Nuklearkatastrophe in einem größeren Umfang als sich Europa - und auch die Welt - vorstellen könnte.

Da gibt es viele Probleme in der Kernkraftindustrie,aber das Hauptproblem ist dasselbe wie früher in der Sowjetunion - Korruption, die zu einem Mangel an Verantwortlichkeit und zu Misswirtschaft des Sektors führt. Die ukrainische Anti-Korruptions-Agentur NOBU hat vor kurzem aufgedeckt, dass Bestechungsgeldervon der tschechischen Firma Skoda JS an Energoatom bezahlt worden.

Die ukrainischen Kernkraftwerke sollen vom ukrainischen nuklearen Aufsichtsbehörde (SNRIU) geregelt weden, die rechtsmäßig eine unabhängige Regulierungsbehörde ist. Allerdings bleiben viele Positionen in der Aufsichtsbehörde leer. Zum Beispiel ist die Position des GeneralInspekteurs seit drei Jahren frei. In den letzten Jahren ist es gängige Praxis für die Führer von SNRIU, vom staatlichen Kernkraftwerksbetreiber Energoatom ernannt zu werden.

Es führt dazu, dass der Betreiber die Regulierungsbehörde unterwirft. Der staatliche Betreiberkonzern legt selbst die Regeln und Sicherheitsstandards fest. Und jetzt fühlt Energoatom keinen Druck mehr, internationale Bestimmungen bei den Vorgängen im Bereich Beschaffung einzuhalten. Statt an die Einhaltung von Verfahren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) und Verleihfirmen zu halten, wendet sich Enorgoatom an verdächtige Firmen, die keine notwendige Erfahrung haben. Internationale Inspektionen sind pro forma und werden nur selten durchgeführt.

Diese ganze Korruption hat zu äußerst gefährlichen Entscheidungen geführt, die die Sicherheit von Ukrainern und Europäern einem großen Risiko aussetzen. Zum Beispiel wurde die Nutzungsdauer für zwei Blöcke des AKW Saporischschja, des größten Atomkraftwerks Europas, verlängert, während Erdbebensicherheitsmaßnahmen ignoriert wurden.

Es gibt eine geopolitsche Nuance in dieser Geschichte. Der Westen treibt die amerikanische Atomtochtergesellschaft des japanischen Toshiba-Konzerns als eine alternative Quelle zu russischen Kernbrennstoffen für die Ukraine und das übrige Osteuropa voran. Das wird nicht aus Sicherheits- oder Marktgründen gemacht, wie oft behauptet wird, sondern mit dem Zweck, den Interessen Russlands in der Region zu schaden.

Das Westinghouse-Produkt ist einfach nicht so gut wie der russische Treibstoff für die Reaktoren der russischen Bauart, wodurch eine sehr gefährliche Situation entsteht, in der der Reaktor versagen könnte. Darüber hinaus hat die Muttergesellschaft Toshiba angekündigt, seine verlustbringende U.S. Tochtergesellschaft Westinghouse habe ihre Zahlungsunfähigkeit nach Kapitel 11 des Insolvenzrechts angemeldet. Diese Situation stellt die langfristige Rentabilität der Brennstoffversorgung von Westinghouse in Frage.

Man hofft, dass Kiew bald anerkennen wird, dass die Atomindustrie ein Risiko nicht nur für die Energiesicherheitdes Landes ist, sondern auch die Gesamtsicherheit .

Das ist größer als nur die Ukraine allein. Die Zukunft Europas steht auf dem Spiel.

Link:http://www.washingtontimes.com/news/2017/mar/30/uk...
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3 Kommentare
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 14.04.2017 | 18:42  
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Klaus Anton aus Burgwedel | 16.04.2017 | 20:39  
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Karl-Heinz Wulf aus Garbsen | 17.04.2017 | 12:04  
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