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Südtirol erleben - Alpine Wanderung auf dem Hirzer

  Das Wetter an diesem Tag verspricht wieder schön zu werden, allerdings auch sehr warm mit Temperaturen von mehr als 30 Grad in den Ortschaften. Das soll Anlass für uns sein, den Tag in höheren, kühleren Regionen zu verbringen.

Zu den schönsten Bergausflügen im Passeier gehört wohl die Tour auf den Hirzer, mit 2.781 m der höchste Berg der Sarntaler Alpen. Von Saltaus aus gelangen wir mit der Kabinenseilbahn auf nahezu 2.000 m (1.980 m) Höhe. Eine kühle Frische empfängt uns, kühler als erwartet. Was für ein fantastischer Ausblick auf die Welt der Berge mit Schneefeldern in den Gipfelregionen! Der Blick auf die gegenüberliegende Bergkette trifft auf die Texelgruppe, weiter nördlich auf die Ötztaler und Stubaier Alpen. Das Seelenherz geht mir auf beim Anblick von blühenden Alpenrosen.

Ich brauche eine Verweilpause, damit sich nach kurvenreicher, schaukeliger Busfahrt im Stehen und Seilbahnfahrt mein Organismus an die Höhe gewöhnen kann. Einen Sitzplatz im Schatten finde ich auf der überdachten Veranda des Gasthauses direkt neben der Bergbahn. Bei meiner Bestellung einer Holunderblütenschorle in der Gaststube lächelt mich unwiderstehlich ein frisch gebackener, ganzer, noch nicht angeschnittener Apfelstrudel auf dem Backblech an. Der Genuss einer Portion bringt wieder in meine Mitte. Nebenher komme ich ins Gespräch mit einer nicht besonders sportlich wirkenden Seniorin, die auf einen Tandemflug mit dem Gleitschirm wartet. Der Flug ist ein Geburtstagsgeschenk von ihrem Sohn. Mutig, mutig! Ihr Mann, der bei mir mit am Tisch sitzt, unterstützt wohlwollend ihr Vorhaben. Der mühsam erscheinende Aufstieg zum Startplatz beginnt nach dem Treffen mit ihrem Flugbegleiter. Mein Respekt begleitet sie.

Ich mache mich auf zu den Wanderwegen auf dem Hirzerplateau. Wunderschön ist der Weg nach Süden Richtung Stafellalm, an dessen Rändern Teppiche von Alpenrosen in Blüte sind. Ein Blickfang ist auch immer wieder das goldglimmernde Gestein der Region Passeier. Einige Meter weiter längs kommt der Gipfel des Ifinger in den Sichtbereich, mit 2.581 m der zweithöchste Berg der Sarntaler Alpen. Durch einige Fotos halte ich die Eindrücke fest. In diesen Momenten fliegt auch die Frau mit dem Gleitschirm dahin. Guten Flug und gute Landung!

Wir wollen noch den Weg östlich der Bergstation Richtung Hirzergipfel laufen. Herrlich der Anblick der Wiesen und des bewaldeten Gebietes, herrlich der Panoramablick auf die felsige Gipfelregion mit Resten von Schneefeldern. Unterwegs erquickt das Sprudeln eines Gebirgsflusses. Bei der Hirzerhütte (1.983 m) machen wir Mittagsrast mit Stärkung des leiblichen Wohls und auch mit einem kontemplativen Innehalten in der schauenden Betrachtung der nahen Berggipfel, die in ihrer Erhabenheit von über 2.700 m ihre Ruhe und Kraft auf uns ausstrahlen. Vielleicht ist sogar etwas von dem Gefühl gegenwärtig: Auf dem Berg dem Himmel und Gott näher sein. Und auch etwas von dem Gefühl: Dem Himmel nah, die Seele weit. Ja, wir haben einen Tag in einem wunderschönen Naturparadies erlebt und diesen Eindruck nehmen wir mit und wollen ihn bewahren.

Als wir spätnachmittags wieder an der Talstation in Saltaus ankommen und auf der asphaltierten Straße hinüber zur Busstation laufen, fühlen wir uns von einer 35-Grad-Hitze wie erschlagen.

Herzlich grüßt Kirsten Mauss
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2 Kommentare
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Werner Szramka aus Lehrte | 14.08.2019 | 17:07  
13.809
Kirsten Mauss aus Hamburg | 14.08.2019 | 21:15  
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