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Das Mississippi Civil Rights Museum hat in Jackson eröffnet

(Foto: memphis-mississippi)
Für die Bürgerrechte und gegen den Hass

Das neue Mississippi Civil Rights Museum in Mississippis Hauptstadt Jackson beleuchtet den Kampf für die Bürgerrechte vor allem in den 1950er und 1960er Jahren. Erstmals finanziert ein Staat der USA ein großes Museum, das die amerikanische Bewegung gegen den Hass und für die Freiheit zum Thema hat.

Der amerikanische Südstaat Mississippi hat das Mississippi Civil Rights Museum ins Herz seiner Hauptstadt Jackson gesetzt. Am selben Ort, durch einen gemeinsamen Eingang erreichbar, eröffnete auch das Museum of Mississippi History, das die gesamte Geschichte des Staates zeigt.

Eingeweiht wurde das Doppelmuseum mit einem Stadtfest am 9. Dezember, einen Tag vor dem 200. Gründungsjubiläum Mississippis als zwanzigster Bundesstaat der USA. Mit seiner Eröffnung, so der Gouverneur Phil Bryant, machte Mississippi seinen Bürgern und der Welt sein größtes Geburtstagsgeschenk.

Auf mehr als 18.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche gewinnen Besucher tiefe Einblicke in die indianische Urgeschichte des amerikanischen Bundesstaats am Unterlauf des Mississippi River, die Ankunft der ersten europäischen Siedler, die Ära der Sklaverei auf den Plantagen, den Bürgerkrieg mit der ersten Befreiung der Afroamerikaner – bis zur rechtlichen Gleichstellung als zweite Befreiung in den 1960er-Jahren, die die Bürgerrechtsbewegung gegen erbitterten Widerstand vieler Rassisten bis hin zu den Terrormorden des Ku Klux Klan durchsetzte. Dass einer der beiden Museumsflügel ganz dem Kampf für die Freiheit gewidmet ist, unterstreicht die Bedeutung, die der Staat Mississippi diesem besonderen Teil seiner Geschichte beimisst.

Von den Gesamtkosten in Höhe von 110 Millionen Dollar trägt der Staat Mississippi 90 Millionen, während private Spender für die restlichen 20 Millionen aufkommen. Die Kosten für den Betrieb trägt der Staat. Gouverneur Bryant erklärte dieses einzigartige Engagement eines Bundesstaates für ein Bürgerrechts-Museum mit der besonderen Härte der Auseinandersetzungen vor fünf Jahrzehnten in Mississippi, aus denen man gelernt habe. In Anspielung an das Kirchenlied Amazing Grace sagte der Gouverneur: „Einst waren wir in Mississippi verloren, aber jetzt sind wir gefunden, waren blind, aber jetzt können wir sehen.“

Zur Eröffnung sprach auch Myrlie Evers-Williams, die Witwe des 1963 in Jackson ermordeten Bürgerrechtlers Medgar Evers. „Beide Gebäudeflügel teilen dieselbe Wärme, denselben Herzschlag der Menschlichkeit“, sagte die lebenslange Aktivistin der Bürgerrechtsbewegung. „Ich wünsche mir, dass Menschen aus der ganzen Welt kommen, um hier über Menschlichkeit zu lernen.“ Die 84jährige Ikone des amerikanischen Freiheitskampfes fügte hinzu, die Bürgerrechtsbewegung fühle sich heute im ganzen Land „fast ebenso herausgefordert“ wie zu den Zeiten Medgar Evers‘. „Wir in Amerika leiden nach all den Jahren immer noch an derselben Krankheit. Freiheit gibt es nicht umsonst.“
Neben Myrlie Evers waren zahlreiche weitere Veteranen der Bürgerrechtsbewegung anwesend. Einige Sprecher aber, unter ihnen auch Jacksons Bürgermeister Chokwe Antar Lumumba, sagten ab, als Präsident Donald Trump sich zu einem Besuch am Eröffnungstag ankündigte. Sein Besuch spielte sich in einem von der Öffentlichkeit abgeschirmten Gebäudeteil noch vor der allgemeinen Einweihung ab. Er hoffe, so der Präsident, auf eine Zukunft für die USA, die mehr Gerechtigkeit und Freiheit bringe. Medgar Evers und andere Aktivisten, die ihren Kampf um die Bürgerrechte mit dem Leben bezahlt haben, bezeichnete Trump als „wahre amerikanische Helden“.

Das neue Doppelmuseum ist täglich außer montags und an Feiertagen von 9.00 bis 17.00 Uhr geöffnet, sonntags ab 13.00 Uhr. Der reguläre Eintritt kostet acht Dollar.
Museen: www.mcrm.mdah.ms.gov und www.mmh.mdah.ms.gov
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