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Diskus von Phaistos, um 1700 - 1500 v. Chr.
 
Diskus von Phaistos, Rückseite
Halle (Saale): Robertinum | Alphabetisierung ist doch etwas fantastisches. Ideen, Gedanken nieder zu schreiben, Literatur der verschiedensten Genre zu lesen, ob Fachliteratur, Belletristik...
Interessant sind die verschiedenen Schriftarten, die sich auf fast allen Kontinenten entwickelten. A, B, C, die Katze lief im Schnee, so geht der alte Kinderreim, den viele als ABC - Schützen lernten.

An Felsüberhängen und in Nischen sind, manchmal dreidimensional, Wünsche, Gedanken, Jagdzauber oder Träume visuell dargestellt, Wünsche nach erfolgreicher Jagd. MalerInnen mit Sinn für Schönheit, Farbgestaltung und Kreativität  nutzten eine breite Farbpalette v on hellgelb bis schwarz.Sie sind auf allen Kontinenten zu sehen. Am Bekanntesten in Europa sind vielleicht die französischen Höhlenmalereien aus Lascaux und auf das Alter von 21. 000 Jahren datiert, über einem Bison sind die Plejaden dargestellt, in der spanischen Altamira-Höhle, ca. 15.000 Jahre.
In diese Zeit datiert sind auch die Bilder in der russischen Kapowa Höhle.
Zwischen 12. und 8. 000 Jahren alt die Felsenbilder im algerischen Tassili n'Ajjer.

http://www.deutsches-museum.de/ausstellungen/kommu...

http://de.france.fr/de/sehenswert/grotte-von-lasca...

Viel Aufmerksamtkeit zog die beiseitig beschriebene minoische Tonscheibe der Diskus von Phaistos auf sich. 242 piktografische Zeichen laufen in einem Spiralband um den Diskus zur Mitte hin. Datiert wird er auf 1700 - 1500 v. Chr., fällt damit in die mittelminoische Phase III. Da keine weiteren Funde bis jetzt ausgegraben wurden, ist dieser Diskus noch nicht entziffert.

Über 4000 Tontäfelchen mit bronzezeitlicher Linear B - Schrift sind komplett oder in Fragmenten bekannt und entziffert!, allerdings Linear A noch nicht. Beide Funde stammen aus Kreta.

Eine kurze unvollständige Auflistung folgt.

Die Bilderschrift entstand im Neolithikum. Zeichen oder Zeichnungen auf den verschiedenten Materialien, wie Stein, Baumrinde, Knochen oder Fellen gemalt.
Älteste Schrift, stammt aus der chinesischen Provinz Henan –  die Jiahu Schrift mit 16 Markierungen und einem Alter von etwa 8650 Jahren.

Die ersten, 5300 Jahre alten, chinesische Schriftzeichen datiern in die Zeit der Shang Dynastie, eingeritzt auf Schildkrötenpanzer und Orakelknochen.

Keilschrift
mit 800 Zeichen entwickelt vor ca. 6000 Jahren in Mesopotanien aus einer Bilderschrift und war eine Inspiration für die verschiedensten Schriftarten. Dieses Schrift nutzten nur Schriftgelehrte fast 3000 Jahre lang. Stone of Rosette, mit drei Inschriften - demotisch, in ägptischen Hieroglyphen und griechisch brachte den Durchbruch zur Entschlüsselung.

Die Donauschrift, ca. 7500 Jahren alt, die ältesten in Europa, falls sie als Schriftsystem anerkannt wird. Das Gebiet erstreckt sich von der Ukraine, Moldawien, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Serbien, dem Kosovo bis zu Griechenland. 

Hieroglyphen, bildhaft erscheint um 3000 v. Chr. zum ersten Mal, entwickelt aus der Keilschrift, 4500 jahre genutzt, war Grundlage der Semitischen Schrift.

Minoinsch, Liniar A Schrift von Kreta, seit Mitte des 2. Millenium in Nutzung und entwickelt aus ägytischen Hieroglyphen, Linear - B Schrift

Latein, kam im Gepäck der Mönche, Diplomaten und Händler ins Land, entwickelte sich aus dem Phönizischen und ist seit ca. 2700 Jahren in Gebrauch.

Rongorongo, die Schrift der Bewohner der Osterinseln, etwa 20 Objekte sind in Museen zu besichtigen. Von Missionaren verbrannt und zerstört.

Von der Mayaschrift sind 3 Codices, einer davon in Dresden, erhalten geblieben.

Sequoaya-Schrift

1828 erschien ein Zeitung in dieser neu entwickelten Cherokee Schrift, erdacht aus griechischen, latienischen Buchstaben und Symbolen. Schulkinder der Cherokees werden in dieser Schrift wieder unterrichtet, von Sequoya/George Guess um 1820 entwickelt.

Gaunerzinken und das Hexenalphabet gehören auch irgendwie dazu. Das letztere  wurde auch von Isaak Newton genutzt, wahrscheinlich für die Alchemie.

Gaunerzinken treten seit einigen Jahren in NRW wieder verstärkt auf. Die Symbole waren/sind in aller Eile mit Kohle, Kreide geschrieben, um Mitglieder der Gemeinschaft zu informieren. An Türen, Briefkästen und Fallrohren sind die Zeichen manchmal zu finden und seit dem Mittelalter im Umlauf, veränderten sich durch die Jahrhunderte.
 /\/\/\/\ - bissiger Hund, + - sich fromm stellen hilft, X ~ hier ist nichts zu holen.

Fotografie mit freundlicher Genehmigung R. Einicke, Dipl-Prähis.
Information: Diskus von Phaistos, Dr. Hendrik Löhr, Dipl. Archäologe, 2002 

Im Robertinum, Ha 26, Öffnungszeit: Donnerstag, 15 - 17 Uhr, sind Gipsabdrücke und Originale ausgestellt. http://museum.altertum.uni-halle.de/




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Romi Romberg aus Berlin | 06.04.2018 | 11:08  
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