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88 Jahre alte Geschichte aus Haiger ist heute ein Halloween Schocker zum gruseln

Villa als Tatort in Haiger, 1925 Die einem bisher unbekannten Druckwerk entstammende Aufnahme zeigt die Villa des Direktors Angerstein in Haiger, die Tatort eines ungewöhnlichen Verbrechens war. 1925 hatte der in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckende Täter Angerstein zunächst seine schwerkranke Frau erstochen, danach seine Schwiegermutter und schließlich noch am selben Tag sechs weitere Personen erschlagen. Um die Taten zu verschleiern zündete er sein Haus an. Die Aufnahme zeigt das Haus nach dem Brand
Haiger: Mordfall Angerstein 1925 |

Halloween Haiger Massenmord Amoklauf

Amokläufe gibt es nicht nur Heute sondern auch vor 88 Jahren nur heute redet keiner mehr davon !

Der Fall Angerstein - Haigerer tötet acht Menschen
Angerstein gilt als ruhiger und zuverlässiger junger Mann, der es durch harte und disziplinierte Arbeit in eine verantwortungsvolle Position gebracht hat.
Als Prokurist der vereinigten Stahlwerke Van der Zypen und der Wissener Eisenhütten AG bewohnt er eine etwas abgelegene Villa in der Grubenstraße, heute Ecke Industriestraße / Frauenbergstraße .
Am späten Nachmittag des 1. Dezember 1924 noch hat man ihn in der Haigerer Innenstadt bei Besorgungen gesehen, doch gegen 18 Uhr bemerken aufmerksame Haigerer, dass die Villa Angersteins brennt, und die ersten Helfer eilen zum Brandort .
Wenige Meter vom Haus entfernt sehen sie Angerstein auf der Straße liegen - er ist schwer verletzt; eine große Stichwunde klafft an seiner Seite .
Er sei bei seiner Rückkehr aus der Stadt in seinem Haus überfallen worden, gibt er noch an, bevor er ins Haigerer Krankenhaus abtransportiert wird .
Inzwischen ist die Feuerwehr eingetroffen und beginnt mit den Löscharbeiten.
Was sich dabei den Augen der Männer bietet, ist ein furchtbares Bild, acht Leichen finden sie in der Villa, zum Teil erstochen, zum Teil erschlagen.
Sofort werden Schutzpolizisten aus Siegen und Wetzlar, die Staatsanwaltschaft in Limburg und etliche Kriminalisten aus Frankfurt und Berlin benachrichtigt.
Die Kunde von dem grausamen Raubüberfall verbreitet sich in Windeseile:
Noch in der Nacht werden Bürgerwehren aufgestellt, und auf den Dorfstraßen der umliegenden Dörfer patrouillieren verängstigte Hausväter mit notdürftiger Bewaffnung.
In den frühen Morgenstunden des 2. Dezember trifft Prof. Dr. Georg Popp in Haiger ein, er ist Gerichtschemiker in Frankfurt und einer der größten Kriminalisten seiner Zeit.
Gemeinsam mit den Anderen Ermittlern vernimmt er Angerstein und untersucht den Tatort .

// Das Märchen vom Raubüberfall auf Angerstein stellt sich schnell als Lüge heraus \\

Schnell steht für den Spezialisten fest: Angerstein muss gelogen haben, es kann kein Raubüberfall gewesen sein .
Nichts deutet auf einen Überfall hin, vielmehr alles auf die alleinige Täterschaft Angersteins.
Inzwischen ist es den Ermittlern gelungen, ein mögliches Motiv zu finden.
Angerstein soll Unterschlagungen vorgenommen haben, von denen einer seiner Mitarbeiter Wind bekommen hat und ihn darauf hin verraten wollte.
Als die Vernehmungsbeamten Angerstein mit diesen Vorwürfen konfrontieren, lacht dieser und streitet alles ab.
Erst als Angersteins Bruder aus Essen herbeigerufen wird und auf seinen Bruder einredet, gesteht Angerstein ihm: "Ich bin's gewesen, ich hab's getan, ich bin der Mörder!"
In unzähligen Vernehmungen schält sich langsam das grausige Geschehen heraus:
In der Nacht vom 30. November auf den 1. Dezember habe er seine Frau Käthe Angerstein im Bett erstochen,
da sie unheilbar krank gewesen sei und er sie nicht mehr leiden sehen konnte, gibt Angerstein zu.
Als seine Schwiegermutter die Tat entdeckte, erschlug er diese mit einer Axt.
Als das Hausmädchen hinzukam, tötete er auch diesen nach kurzer Verfolgungsjagd mit Axthieben .
Als gegen acht Uhr morgens der Büroangestellte Kiehl die Villa betritt, schickt Angerstein seinen Untergebenen in die Stadt zum Brötchenholen .
Wenig später kommt der Gärtner Geiß zu Angerstein .
Als er die Leichen entdeckt, muss auch er sterben.
Während Angerstein noch auf Geiß einschlägt, bemerkt er plötzlich den Büroangestellten Ditthardt, der unbemerkt hereingekommen war und starr vor Schreck die Szene beobachtet.
Ditthardt ist so gelähmt, dass ihm der Gedanke an Flucht oder Gegenwehr gar nicht kommt - ohne Kampf stirbt er durch einige Axthiebe Angersteins.
Da kommt der Büroangestellte Kiehl mit den Brötchen zurück, und Angerstein öffnet ihm die Tür mit dem blutigen Beil in der Hand.
Nach kurzem Kampf ist auch er tot.
Gegen neun Uhr kommt Angersteins Schwägerin ins Haus und fragt Angerstein nach dem Dienstmädchen - statt einer Antwort schlägt Angerstein mit der Axt zu .
Gegen zwölf Uhr erscheint der Gärtnergehilfe Darr und wird das letzte Mordopfer Angersteins.
Am späten Nachmittag erschlägt er den Hund und geht in die Stadt, um sich ein Alibi zu verschaffen, bei seiner Rückkehr verletzt er sich selbst, um das Märchen vom Raubüberfall glaubwürdiger erscheinen zu lassen.
Am 6. Juli 1925 beginnt in Limburg der Prozess gegen Angerstein - wegen achtfachen Mords wird er acht Mal zum Tode verurteilt.
In den frühen Morgenstunden des 17. November 1925 wird er im Zentralgefängnis Freiendiez mit einem Richtbeil hingerichtet.
Der Mörder ist tot, doch seine Tat bleibt unverstanden, denn bislang ist es nicht gelungen eine wirkliche Erklärung für den Amoklauf Angersteins zu finden.
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3 Kommentare
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 16.10.2012 | 04:12  
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Deutsches Trachten Archiv Andree Metz aus Dietzhölztal | 16.10.2012 | 17:07  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 17.10.2012 | 02:47  
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