Anzeige

Innigkeit des Ausdrucks und vokale Anmut

Wann? 16.05.2010 19:00 Uhr

Wo? Spitalkirche, Gundelfingen An Der Donau DEauf Karte anzeigen
Iris Lutzmann inmitten des Streichquartetts des Oettinger Kammerorchesters bei ihrem beeindruckenden Kirchenkonzert
Gundelfingen An Der Donau: Spitalkirche | Dem lauten Treiben des Maimarktes entrückt, gestaltete Iris Lutzmann gemeinsam mit einem Streichquartett in der Spitalkirche "Maria Himmelfahrt" am vergangenen Sonntagabend ein erhebendes Solokonzert. Es war eine musikalische Huldigung an die Gottesmutter Maria, der sie in drei Werken aus verschiedenen Jahrhunderten gedachte. In der hervorragenden Akustik des barocken Gotteshauses entfaltete Iris Lutzmann mit ihrem Mezzosopran stimmlichen Glanz, der sich ganz in den Dienst der geforderten musikalischen Aussage stellte. Dabei zeigte die Solistin eine hohe stimmliche Reife, mit der sie von Beginn an die zahlreichen Zuhörer in Bann schlug. Beinahe schwerelos glitt sie in die Bruststimme hinab, war farbig expressiv in der Mittellage und mit Grandezza jubelte sie in die Höhe. Iris Lutzmann beherrschte die Fähigkeit, ihrem Mezzo frei schwebend in allen Lagen miteinander zu verbinden. Ihre Stimme war klangvoll und samtig-weich, der Vortrag nuancen- und empfindungsreich, die Interpretationen waren beseelt, hatten Größe und Eindringlichkeit. Diese Qualitäten kamen dem "Salve Regina" (Felix-Mendelssohn-Bartholdy), dem "Ave Maria" (G. Cattini) und dem "Ora pro nobis" aus "Regina coeli" von W.A.Mozart zu Gute. Hohen Wiedererkennungswert besaßen G.Fr.Händels "Ombra mai fu" und "Lascia ch'io pianga", eine farbige, abwechslungsreiche, tiefempfundene Musik. Wie auch in "When I am laid in earth" aus "Dido und Äneas" von Henry Purcell, das gefühlsstark erklang wie das "Ave verum " von Mozart. Arios zeichnete Iris Lutzmann "Er kennt die rechten Freudenstunden" von Mendelssohn -Barthody nach, ihre dunkel-timbrierte Stimme strömte leicht und naturweich dahin, eroberte die Höhepunkte mit klarer, prägnanter Strahlkraft. Seit sechs Jahren musiziert Iris Lutzmann mit dem Streichqurtett des Oettinger Kammerorchesters. Günther Schleinkofer, 1. Violine, Gerhard Martin, 2. Violine, Friedrich Wüst, Viola und Johannes Lohrer, Violoncello, allesamt pensionierte Lehrer aus dem schwäbisch-mittelfränkischen Raum, unterstützten die Solistin mit qualifiziertem Instrumentalspiel. Sie schufen die Klangbalance, über die sich die Sopranistin großartig entfalten konnte. In ihren Solobeiträgen boten die vier Musiker in einzelnen Sätzen von Händel, Pleyel, Dittersdorf und Mozart belebende und erhebende Intermezzi, mit denen sie die Vokalbeiträge wunderbar verwoben. Gudrun Lutzmann stimmte die Zuhörer mit ergänzenden Erläuterungen auf die Werke ein. Großer, dankbarer Beifall für ein Stunde großer Liedkunst
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.