Anzeige

Gesangverein 1856 Dillingen bot ein stimmungsvolles Sommerkonzert

Wann? 13.07.2010 19:30 Uhr

Wo? Pfarrgarten St. Peter, Dillingen an der Donau DEauf Karte anzeigen
Der Gesangverein Dillingen thematisierte bei seinem italienischen Abend "sole - amore - vino"
 
Iris Lutzmann, Mezzosopran und Günther Englert am Bechstein-Flügel mit barocken und klassischen Arien und Liedern
Dillingen an der Donau: Pfarrgarten St. Peter | Ein beispielhaft kurz(weilig)es Konzert bot der Gesangverein 1856 Dillingen am vergangenen Dienstagabend den zahlreichen Besuchern im Garten des Pfarrzentrums St. Peter. Die deutschen und italienischen Fahnen drückten symbolisch aus, wem das sängerische Interesse der Soirée galt: Bella Italia. Xaver Käser hatte für die laue Sommernacht eingängige Melodien einstudiert. Die Schlager aus den Zeiten Vico Torrianis zündeten, weil sie Erinnerungen weckten. Die Freude am Singen, wie sie die 24 Sängerinnen und 10 Sänger lebhaft ausdrückten, steckte an, weil die Chorsätze textsicher, klar und verständlich, leicht und temperamentvoll vorgetragen wurden. Als bei den letzten vier Oldies sich noch neun Damen aus dem Chor der Russlanddeutschen bei "Marina", den "kleinen Italienern", "Tiritomba" und dem Maccaroni-Lied dazugesellten, war er Höhepunkt erreicht. Ob "Capriccio italien" (nach Tschaikowski), "Ma come bali bella bimba" oder den "Capri-Fischern": die Arrangements erfrischten. Sie kamen leichtfüßig daher, von den Frauenstimmen melodiös elegant und ansteckend serviert. Das Kompliment galt ebenfalls den Männern, die solistisch die Verse mehrstimmig erklingen ließen. Xaver Käser hatte es nicht schwer, die richtigen Impulse zu geben. Neben der Kür gefielen die Madrigale, die der gemischte Chor a-Cappella sang. "An hellen Tagen" und "Amor im Nachen" (Giovanni Gastoldi) sowie das "Landknechtsständchen" (Orlando di Lasso) zeigten die Stimmkultur des Gesangvereins auf. Die polyphone Struktur kam exakt und transparent zum Tragen, Intonation und Artikulation überzeugten. Klavierbegleitung unterstützte den Chor bei seinen folkloristischen Beiträgen. Günther Englert rhythmisierte und harmonisierte nuancenreich und trug damit wesentlich zum guten Gesamteindruck bei. Seine Meisterschaft am Bechsteinflügel bewies er eindringlich als Partner der Mezzosopranistin Iris Lutzmann. Die Gundelfinger Lehrerin war zu wiederholten Male ein belebendes Element in der Programmabfolge. Die Sängerin wusste zu glänzen mit opernhafter Attitüde ("Lodernde Flammen" aus dem "Troubadour" von Giuseppe Verdi), arios im auf italienisch gesungenen "Ach, neige, du Schmerzensreiche" (aus Goethes "Faust", ebenfalls von Verdi), mit graziler Innerlichkeit ("Caro mio ben", G. Giordani) oder mit lebendigem barockem Gestus ("Se tu m'ami", G.B. Pergolesi). Sie verfügt über einen durchschlagenden charaktervollen Mezzosopran mit profunder Tiefe, gehaltvoller Mittellage und kraftvoller Höhe. Im Allegrosatz des Violinkonzertes in G-Dur von Antonio Vivaldi trumpfte Iris Lutzmann mit makellosen Läufen und feiner Tongebung auf, kongenial von Günther Englert begleitet. Großer Beifall von Alt-OB Hans-Jürgen Weigl, 2. BM Franz Jall, Stadtpfarrer Gottfried Fellner, Günther Durner und Ludwig Schwenkreis vom Kreischorverband, Ehrendirigent Karl Baur und Interimsdirigent Gerhard Seidl sowie von den begeisterten Zuhörern. Getreu dem von Iris Lutzmann überwältigend vorgetragenen "Hoch die Gläser, hoch das Leben" gab es als schönen Konzertausklang Rotwein zu Pizza.
0
2 Kommentare
21.016
Tanja Wurster aus Augsburg | 19.07.2010 | 10:15  
497
Gernot Walter aus Gundelfingen an der Donau | 19.07.2010 | 16:33  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.