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Geistliche Abendmusik an Allerheiligen in der Basilika

Wann? 01.11.2010 19:00 Uhr

Wo? Basilika St. Peter, Dillingen an der Donau DEauf Karte anzeigen
Severine Pehl (Violine), Annette Sailer-Heidel (Sopran), Axel Flierl (Orgelpositiv) und Barbara Flierl (Violoncello) bei ihrem eindrucksvollen Konzert in der Basilika
Dillingen an der Donau: Basilika St. Peter | 350 Besucher stimmten am Schluss des einstündigen Allerheiligen-Konzertes in das ökumenische Gottesloblied ein "Wohl denen, die da wandeln vor Gott in Heiligkeit". Stadtpfarrer Gottfried Fellner hatte die Liedstrophen des evangelischen Pastors Cornelius Becker (1602) zum Anlass genommen, über den Begriff der Heiligkeit nachzudenken. Er gliederte mit seinen tiefer gehenden Ausführungen die Programmfolge, die ausschließlich barocke Werke enthielt. Die Mitwirkenden hatten zurecht den Altarraum für ihre Darbietungen gewählt, weil sie so von der belebenden Akustik des Gotteshauses profitieren konnten. Axel Flierl lenkte vom Orgelpositiv aus mit souveräner Zuverlässigkeit das vokale und instrumentale Geschehen. Dezent und unaufdringlich begleitete und strukturierte er den harmonischen Kanon der vier Lieder aus der Sammlung des Zeitzer Schlosskantors Schemelli, die Arien von G.Fr. Händel, J.S.Bach und Valentin Rathgeber. Ihm zur Seite als wirkungsvoller Basso continuo Barbara Flierl am Violoncello. Ausgewogenheit, Genauigkeit und Ausgeglichenheit bestimmten ihr fundamentales Musizieren. Über dieser Klangbalance konnte sich Annette Sailer-Heidel in arioser Schönheit entfalten. Die Sopranistin wusste in den Arien aus Bachkantaten ("Seufzer, Tränen, Kummer Not" und "Eilt ihr Stunden") mit ihrer Stimme virtuos umzugehen, hinter den Tönen steckte ein nuancenreicher Ausdruck. Die Klarheit der Artikulation und das Legato überzeugten in den Beiträgen aus dem "Musicalischen Gesangbuch" (Schemelli). Annette Sailer-Heidel breitete ihre Melodien mit bewegender Intensität aus. Engagiert, wohlklingend, profund und leuchtend erstrahlte ihr ebenmäßiger Sopran. Ob warme Färbung in der tiefen Mittellage oder metallischer Schimmer in glanzvoller Höhe: Annette Sailer-Heidel gestaltete lyrisch und dramatisch gleichermaßen einfühlsam und beeindruckend. Zu Herzen gehend das "Zwiegespräch" mit der Violine Severine Pehls. Diese hat ihren geigerischen Anteil bei den großen Arien mit Präsenz ausgelotet, diese intelligent umspielt und die Klangfarbe erweitert.

Bei der a-Moll-Sonate (RV 44) von Antonio Vivaldi für Cello und Orgelpositiv bewies Barbara Flierl nachdrücklich ihre künstlerische Reife. Sie zeigte sich als Persönlichkeit, die in sich ruhte. Auch wenn sie präzis und sinngerecht die Noten umsetzte, wirkte ihr Spiel gelöst. Intimes Musizieren und schönes Klangespressivo in den beiden Largos (wie zuvor in einem Arioso von J.S.Bach), große Ausdrucksfähigkeit und technisches Können in den virtuosen Allegro-Sätzen zeichneten ihre Interpretation aus. Alles getragen vom unauffälligen Accompagnato Axel Flierls. Überaus starker Beifall für ein beispielhaftes Musizieren.
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