Anzeige

Festlicher Abschluss der Kreiskulturtage

Wann? 18.10.2009 19:00 Uhr

Wo? Stadtpfarrkirche St. Martin, Gundelfingen an der Donau DEauf Karte anzeigen
Michael Finck dirigiert Orchester und Stiftskirchenchor Medlingen-Gundelfingen sowie den Jugendchor CHOR-iosder Städt. Musikschule
 
Michael Finck (Mitte) und (von links) die Sopranistin Annette Sailer-Heidel sowie Alexandra Finck (Alt), Wolfgang Hirsch (Tenor) und Michael Kranebitter( Bass) gestalteten eindrucksvoll die Nelson-Messe von Joseph Haydn
Gundelfingen an der Donau: Stadtpfarrkirche St. Martin | Mit dem "Halleluja" von G.Fr.Händel begannen die 16. Kulturtage in der Dillinger Studienkirche, mit dem gleichen Lobpreis endeten sie nicht minder festlich am vergangenen Sonntagabend in der Stadtpfarrkirche St. Martin. Es war das musikalische Ausrufezeichen in einer niveauvolle Stunde mit anspruchsvollen Chorbeiträgen. Eine von Joseph Haydns sechs "Hochämtern" aus der letzten Schaffensphase stand im Mittelpunkt: die "Messe in Betrübnis" (Nelson-Messe) für Chor, Solisten und Orchester aus dem Jahre 1798. Über 100 Mitwirkende musizierten im Altarraum. Sie zeigten auf großartige Weise, wozu einheimische Musiker unter fachlicher Leitung fähig sind. Diese hatte Kirchenmusiker Michael Finck inne. Wieder einmal bestätigte er seine Kompetenz, seine Schlag-Kraft und sein Motivationsvermögen bei der Auswahl, Einstudierung und Aufführung großer musikalischer Werke. Mit klarer Zeichengebung setzte er seine Deutung um. Im attestierte ein Orchester (Konzertmeisterin Judith Feistle) mit ausgezeichneten Streichern, Bläsern, dem Paukisten und Organisten (Matthias Lachenmayr) an der Truhenorgel. Die Stiftskantorei Medlingen-Gundelfingen, verstärkt durch das Jugendensemble CHOR-ios ist inzwischen in der Lage, ohne Substanzverlust schwierige Aufgaben zu meistern. Gedankliche Durchdringung und sängerische Umsetzung der interpretatorischen Absichten gelingen stilsicher und wirkungsvoll. So im "Kyrie" mit seinen dissonierend einander übersteigenden Rufen, im kräftigen "Laudamus te" oder geheimnisvoll respondierend im "Qui tollis", erfrischend das "Hosanna", tröstend und versöhnend das "Agnus Dei". Haydn konnte diese tiefernste Komposition dem englischen Admiral widmen, weil er dessen Krieg und Sieg über die französische Flotte bei Abukir dem Ringen des Menschen um Gottes Gnade gleich setzt. Den solistischen Hauptpart gestaltete Annette Sailer-Heidel mit natürlicher Emphase. Sie entfaltete ihren hohen Sopran mit Strahlkraft, hatte aber auch im Benedictus lyrische Momente und ihr "Suscipe" erklang wie die Bitte eines Engels. Mit dem Alt von Alexandra Finck harmonisierte sie im Duett oder führte das Quartett an mit einem fein artikulierenden Tenor (Wolfgang Frisch) und einem stimmlich ausgewogenen Bass (Michael Kranebitter).

Seine Ausnahmestellung als Jugendchor bewies erneut aufs schönste CHOR-ios von der Städt. Musikschule Gundelfingen in seinem halbstündigen A-Cappella-Auftritt. 16 Sängerinnen und 12 Sänger trugen vier-, fünf-, sechs- und achtstimmige Chorsätze vor, wovon jeweils zwei aus dem Renaissance-Polyphonie (Hans Leo Hassler, Joh. Hermann Schein), der Romantik (Johannes Brahms, Felix Mendelssohn-Bartholdy) und der Jetztzeit (Leland B. Sateren, György Orban) stammten. Erstaunlich, mit welcher Selbstverständlichkeit die Stilrichtungen durchmessen wurden; der Chorklang orientierte sich an einer verhaltenen Dynamik, lotete die Kompositionsfeinheiten in Transparenz und sehr guter Artikulation aus. Wunderbar die glockenklaren Schlussakkorde. Hier geht Michael Fincks musikpädagogische Saat imponierend auf. Großer Applaus aus dem sehr gut besuchten Kirchenraum.

Beim krönenden Abschluss der 16. Kulturtage in der Gundelfinger St. Martinkirche sprach Landrat Leo Schrell den Mitwirkenden seine Anerkennung für ein erhebendes Konzert aus. In seine Resümee dankte er den zahlreichen Besuchern für ihre Teilnahme an den 94 Veranstaltungen und den Sponsoren für das finanzielle Engagement. Die diesjährigen Kulturtage seien durch die hohe Akzeptanz der Bevölkerung ein voller Erfolg gewesen. Sie hätte in den vergangenen vier Wochen das kulturelle Leben des Landkreises bestimmt, dabei regionale Schwerpunkte gesetzt und die Jugend miteinbezogen. Dem 1. Vorsitzenden des Trägervereins "DLG-Kultur und Wir" Anton Kapfer und der Geschäftsführerin Hedwig Regensburger-Glatzmaier galt der Dank für hervorragende Organisation und Durchführung der Kulturtage.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.