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VfL Handball: Damen 1 – Aufholjagd ohne Belohnung

Seine Mannschaft ging zwar auch gegen den 1. FC Nürnberg leer aus, hat beim 21:23, die fünfte Niederlage im siebten Saisonspiel kassiert und ist in der Bayernliga-Tabelle auf den vorletzten Platz abgerutscht. Und trotzdem sieht Harald Jekel, Trainer der Günzburger Handballerinnen, nicht alles schlecht. Er gibt sich in einer solchen schwierigen sportlichen Situation eben schon mit Kleinigkeiten zufrieden. Damit zum Beispiel, dass sein Team sich an die Absprachen gehalten und bis zum Ende gekämpft hat.

Nach einem guten Start gerieten die Günzburgerinnen wieder einmal ins Hintertreffen. Bis zu drei Tore betrug der Rückstand zur Halbzeitpause. Und dabei waren auch die Gegnerinnen aus Nürnberg nicht viel besser. Sowohl Jekel als auch Nürnbergs Trainerin Corina Christenau waren sich einig: Es sei kein sonderliches hohes Niveau gewesen. Das Spiel war geprägt von vielen Fehlern auf beiden Seiten, Ballverlusten und vergebenen Möglichkeiten.
Im zweiten Abschnitt drohten die VfL-Frauen unter die Räder zu kommen. Kurz nach Wiederanpfiff lagen sie 7:15 hinten. Jekel nahm daraufhin schon nach 33 Minuten eine Auszeit, um seine Spielerinnen wachzurütteln. „Ich hatte das Gefühl, sie schauen wieder nur zu, wie der Gegner Tor um Tor davon zieht“, erklärte er nach der Begegnung. Zunächst blieb der erwünschte Erfolg noch aus, die Franken bauten ihren Vorsprung auf 18:9 aus. Doch dann geschah schier Unglaubliches: Die Weinroten gaben alles, schalteten gleich mehrere Gänge nach oben und spielten sich in eine Art Rausch. 18:18 stand es kurz vor Ende der Partie, 20:20 wenig später. Die furiose Aufholjagd kostete jedoch zu viel Kraft. Am Ende vergab der VfL einen Siebenmeter wie auch einen vielversprechenden Gegenstoß, während Nürnberg seine Tore machte und als Sieger vom Feld ging. Jekel war dennoch angetan vom Zwischenspurt seiner Truppe. „Jeder hat sich an die Vorgaben gehalten, die Laufwege sind immer besser aufeinander abgestimmt.“ Allerdings seien seine Spielerinnen noch nicht konstant genug, könnten maximal über 50 Minuten auf höchstem Niveau spielen und müssten sich erst noch an die härteren Abwehrsysteme der Bayernligisten gewöhnen. „Einige laufen ihrer tatsächlichen Leistungsstärke noch hinterher“, so der Coach weiter. Bange sei ihm aber nicht. Zumal die Saison noch nicht allzu weit fortgeschritten sei. Die Ausfälle im Kader wolle man künftig mit Spielerinnen aus dem eigenen Nachwuchs kompensieren. Jekel: „Wir haben eine gute Jugendarbeit. Das funktioniert bei unseren Gegner auch, warum sollte das bei uns nicht klappen?“

VfL-Tore: Boesveld (8/4), Apel (3), Wieser, Märkl, Jorga (je 2), Aust, Schaaf, I. Deutschenbauer, J. Deutschenbauer (je 1).
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