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24. Silvesterlauf in Sigmaringen oder von km 2995 bis km 3007!

Fast schon traditionell habe ich mir für 2007 vorgenommen das Laufjahr mit einem Silvesterlauf zu beenden. Nach Gersthofen, Altach/Österreich und Bietigheim-Bissingen in den letzten Jahren, fällt 2007 die Wahl auf den Lauf in Sigmaringen an der schönen Donau und dem imposanten Schloss der Hohenzollern. Von Ravensburg aus liegt Sigmaringen in erreichbarer Entfernung (ca. 50 km), was auch für Teilnahme an diesem Lauf spricht.

So gegen 12 Uhr am Silvestertag bin ich Sigmaringen angekommen. Die wichtigste Aufgabe ist zunächst, sich die Startnummer zu sichern. Nachdem ich mich vorangemeldet habe, geht dabei auch alles recht schnell, obwohl es in der Stadthalle schon recht eng hergeht.

Nachdem es mein erster Lauf in Sigmaringen ist, inspiziere ich danach die Strecke, um einschätzen zu können, was da auf mich zukommen wird. Ziemlich schnell ist klar, dass die Strecke wohl sehr flach ist und es sind insgesamt 2 Runden a 6 km zu laufen.

Start und Ziel liegen an der Stadthalle. Gleich nach ein paar hundert Meter passiert man den (im Winter geschlossenen) Campingplatz. Von dort aus geht es auf geteerten Wegen an der Donau entlang flussaufwärts in den Stadtteil Laiz (km 2). Von dort geht es auf einem parallel verlaufenden Weg zurück Richtung Sigmaringen. Bei ca. km 3,5 überquert man dann die Donau entlang der B313. Danach geht es auf der anderen Donauseite Richtung Innenstadt von Sigmaringen bis man bei km 5 die Donau wieder überquert. Von der Brücke aus hat man dabei einen herrlichen Blick auf das Hohenzollern Schloss. Das Schloss liegt einem zu Füßen…. Nach einem weiteren Kilometer ist man wieder bei Start/Ziel und es geht auf die zweite Runde. Die Wege sind überwiegend geteert, es sind aber auch nicht geteerte Radwege dabei. Auf diesen Teilen der Strecke hat man heute das Gefühl als ob man einen Crosslauf absolviert, da der an sich gefrorene Boden an der Oberfläche angetaut ist und es dementsprechend schmutzig wird.

Neben dem 12 km Lauf wird auch ein 6 km Lauf angeboten, für alle die es eher etwas kürzer mögen am letzten Tag des Jahres. Um 13 Uhr fällt der Startschuss für den 6 km Lauf und um 13.30 Uhr geht es auf die „Langdistanz“. Die Teilnehmerzahlen verteilen sich ziemlich gleichmäßig auf beide Läufe. Beide Läufe zusammen haben ca. 740 Teilnehmer.

Nachdem der 6 km Lauf gestartet ist, wird es auch für mich langsam ernst. D.h. es gilt sich entsprechend warm zu laufen. Petrus hat es wirklich gut gemeint mit den Läufern an diesem Silvestertag. Es scheint die Sonne und die Temperaturen liegen knapp über dem Gefrierpunkt – ein idealer Wintertag lädt ein zum letzten Wettkampf in 2007!

2 km einlaufen und etwas dehnen, das ist mein warm up Programm an diesem Tag. Einer der heikelsten Entscheidungen vor dem Start steht damit auch unmittelbar bevor – kurz oder lang, mit Jacke oder ohne, bzw. Handschuhe ja oder nein. Also die altbekannten Fragen für jeden Läufer vor es los geht… Meine Entscheidung lautet: Lange Tight, kurzes Shirt und Handschuhe.

Der Startschuss steht nun fast unmittelbar bevor, d.h. es gilt sich im Starterfeld richtig zu positionieren. Nicht zu weit vorne um die ganz Schnellen nicht zu behindern, aber auch nicht zu weit hinten, da man ansonsten seine ganze Kraft ins Überholen stecken muss.

13.30 Uhr Startschuss: Das ganze Feld setzt sich in Bewegung und ich mitten drin. Beim Silvesterlauf steht für mich das Genusslaufen immer stark im Vordergrund, auch wenn der Wettkämpfer in mir schon auch immer etwas auf die Zeit schielt… Dementsprechend habe ich mir vorgenommen die erste Runde „locker“ an zu gehen um dann ggf. auf der zweiten Runde noch zu zulegen.

Entsprechend entspannt beobachte ich die ersten Positionskämpfe unmittelbar nach dem Start. Bei km 1 der obligatorische Blick auf die Uhr: 3min50sec! Schreck!!! Das ist mir doch deutlich zu schnell, obwohl ich mich recht gut fühle. Trotzdem auf den nächsten beiden Kilometern nehme ich das Tempo doch deutlich heraus. Bei km 2 in Laiz zeigt die Uhr: 4min20sec. An der Wende dort gibt es auch etwas Anfeuerung durch die Zuschauer. Alsbald sind aber die Läufer wieder unter sich auf dem Weg zurück nach Sigmaringen. Bei km 3 bleibt die Uhr bei 4min50sec stehen. Das ist nun aber doch etwas sehr zurückhaltend, denke ich mir so, will aber zunächst bei meiner Taktik bleiben und nicht sofort forcieren. Diese Entscheidung war im Nachhinein gold richtig, da sich herausstellte, dass km 2 bis 3 nicht richtig vermessen war. Km 11 bis 12 war dementsprechend kürzer, sodass die Gesamtdistanz am Ende schon passte.

Nach ca. 3,5 km gilt es nun die einzige kurze aber heftige Steigung hoch zur Bundesstrasse 313 zu meistern. Auf der Brücke überqueren wir dann die Donau. Trotz dieser Steigung stehen bei km 4 ca. 4min20 zu Buche. Der nächste Kilometer ist nun für mich ein ganz besonderer. Es geht Richtung Schloss Sigmaringen, viel wichtiger ist aber dass km 5 insgesamt km 3000 (Training und Wettkämpfe) in 2007 bedeutet. Noch nie habe ich in einem Jahr so viele Laufkilometer absolviert. Dementsprechend genieße ich diesen besonderen Laufkilometer.

Bei km 5 erfüllt sich dann dieser Traum. 3000 km hinter mir und Schloss Sigmaringen vor mir, dazu noch Sonnenschein – traumhaft. Nun geht es also Richtung Start/Ziel und dann ab in die zweite Runde. Die Zeit für km 5 und 6 bleibt so gut wie konstant, es sind immer noch 4min20sec.

Bei Anbruch der zweiten Runde entscheide ich mich dann dass Tempo zu forcieren, denn ich fühle mich sehr, sehr gut. Das Resultat: km 7: 3min54, km 8: 4min15, km 9: 4min00sec, km 10: 4min18sec. Auf die letzten beiden Kilometer freue ich mich dann nochmals richtig, da nun wieder viele, viele Zuschauer an der Strecke die Läufer anfeuern. Wie schon auf der gesamten zweiten Runde kann ich auch auf den letzten beiden Kilometern noch mal einige Läufer „schlucken“. Jeder Läufer(in) kennt dieses erhebende Gefühl. Es rollt einfach gut und man fühlt sich mehr als entschädigt für so manch harten Trainingslauf bei Wind und Wetter im Laufe des Jahres. Der erfreuliche Blick auf die Uhr bei km 11 zeigt: 3min59sec. Nun auf zum Endspurt (in diesem Wettkampf und für das gesamte Jahr 2007)!!

Nach 49min30sec erreiche ich als 90igster von ca. 380 Finishern erschöpft aber glücklich das Ziel. Als 24igster der Altersklasse ist erwartungsgemäß auch hier kein Blumentopf zu gewinnen.

Dies alles ist aber nur zweitrangig. 3007 Kilometer sind es in 2007 geworden. Für meine Laufkarriere ein einmaliger Wert. Die Freude darüber und über einen tollen letzten Lauf in einem für mich insgesamt sehr gelungen Laufjahr 2007 stehen nun ganz im Vordergrund. In Gedanken lasse ich das Laufjahr, die Wettkämpfe aber auch so manchen Trainingslauf nochmals ablaufen – ein zufriedenes Gefühl stellt sich ein.

Damit ist das Laufjahr 2007 Geschichte auch wenn es noch einige Stunden bis Mitternacht sind…. Voller Vorfreude erwarte ich das neue Jahr 2008. Möge es so schön wie 2007 werden.
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6 Kommentare
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Edgar Riedel aus Günzburg | 01.01.2008 | 14:07  
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Edgar Riedel aus Günzburg | 01.01.2008 | 14:09  
55
Martin Heininger aus Günzburg | 01.01.2008 | 16:04  
404
K. A. aus Günzburg | 01.01.2008 | 22:48  
981
Angelika Böck aus Günzburg | 02.01.2008 | 09:22  
55
Martin Heininger aus Günzburg | 03.01.2008 | 09:32  
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