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Revierübergreifende Wildschweinjagden nicht der „große Renner“

(Foto: wolferl 1- pixelio)
Bereits zur Tradition geworden ist die zum Jahreswechsel veranstaltete Tagung der Jagdvorsteher im Landkreis Günzburg. Das Landratsamt, das die Veranstaltung jährlich organisiert, hatte in seiner Funktion als Untere Jagdbehörde die hiesigen Verantwortlichen zum Informationsaustausch in den Gasthof „Bischof“ nach Edelstetten eingeladen.

Zu Beginn der Veranstaltung referierte Gerhard Deuringer über die neu gegründete Arbeitsgemeinschaft „Schwarzwild“, deren erster Vorsitzender er ist. Die große Wildschweinpopulation und die damit vermehrt auftretenden Schäden führen zu einem zunehmenden Konfliktpotential zwischen Jägern und Landwirten. Die Jäger sehen sich mit überhöhten Schadensersatzforderungen konfrontiert, die Landwirte bemängeln die unzureichenden Abschüsse. Oberstes Ziel der Arbeitsgruppe ist es deshalb, den Dialog und die Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Jägern zu fördern, gegenseitiges Verständnis aufzubauen und das Vertrauen zu fördern. Neben den „gängigen“ Bejagungsarten verspricht sich die Arbeitsgemeinschaft einen größeren Erfolg von einer neu zu gründenden „schnellen Einsatztruppe“, die zeitnah ausrücken kann, wenn Wildscheine, z.B. in einem Maisfeld festgestellt wurden.

Im Anschluss gab Jagdberater Franz Fahrenschon einen Überblick über die Schwarzwildschäden des bis März laufenden Jagdjahres. Die Schäden, die von Wildschweinen vorwiegend an Feldern und Wiesen von Landwirten verursacht worden sind, haben sich nach den Ausführungen des Referenten gegenüber dem Vorjahr auf hohem Niveau stabilisiert. Die revierübergreifenden Drückjagden auf Wildschweine waren nicht der „große Renner“. Der Aufwand solcher Jagden stehe nicht im Verhältnis zum Erfolg.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete der Vortrag von Forstdirektor Peter Birkholz, Abteilungsleiter „Forsten“ beim Amt für Landwirtschaft und Forsten in Krumbach über das in diesem Jahr anstehende Gutachten zur Waldverjüngung. In den Monaten März und April 2009 werden die Förster vom Amt für Landwirtschaft und Forsten in Krumbach die Daten für dieses neue sog. „Verbissgutachten“ erheben. Mit dem neuen Gutachten werden in einem Stichprobenverfahren die Grundlagen für die Abschussplanung beim Rehwild für die Jahre 2010 bis 2012 geschaffen. Rechtzeitig vor dem Beginn der Außenaufnahmen wird die Behörde Jäger, Grundbesitzer, die örtliche Presse sowie die Untere Jagdbehörde und den Jagdbeirat zu zwei „regionalen Auftaktveranstaltungen“ einladen. Bei diesen Veranstaltungen wird allen interessierten Teilnehmern das genaue Verfahren zur Erstellung des Gutachtens erläutert werden. Der genaue Termin dieser Veranstaltungen wird rechtzeitig in der örtlichen Presse bekannt gegeben.

Abschließend ging der Referent in seinem Vortrag auf den Klimawandel und seine Auswirkungen auf den Wald ein. Die Fichte finde nur noch wenige geeignete Standorte in unseren Regionen. Laut Aussagen von Birkholz sollte darauf hingewirkt werden, vermehrt Buchen anzupflanzen.
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