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Unnötigen Lärm vermeiden

Günzburger Lärmschutzverordnung sorgt für Ruhe am Feierabend

Günzburg. Im Sommer surrt und brummt es nicht nur aus dem heimischen Blütenstrauch, sondern häufig auch aus Nachbars Garten: Während die einen schon ihren wohlverdienten Feierabend auf der Terrasse genießen wollen, müssen die anderen dringend noch Gartenarbeiten erledigen oder Reparaturen am Haus vornehmen – und schon sind Ärger und Unverständnis über die Nachbarn vorprogrammiert.

Die unterschiedlichen Nutzungen in einer Stadt auf engem Raum wie Wohnen, Arbeiten und Verkehr führen nahezu zwangsläufig zu Konflikten hinsichtlich der Zumutbarkeit beziehungsweise Unzumutbarkeit von Lärm. Oft werden Geräusche unter Missachtung des Gebotes der gegenseitigen Rücksichtnahme gedankenlos verursacht. Der Gesetzgeber räumt Kommunen deshalb seit vielen Jahren das Recht ein, den Lärmschutz im Gemeindegebiet selbstständig zu regeln. In Günzburg schützt seit über vierzig Jahren eine Lärmschutzverordnung die Bürger vor vermeidbarem störendem Lärm.

Mittagsruhe und früher samstäglicher Feierabend

Bereits 1972 erließ die Stadt Günzburg ihre Lärmschutzverordnung. Diese ist seither mehrmals an die Vorgaben aus dem Bundesimmissionsschutzgesetz angepasst worden, zuletzt im Jahr 2012. Die Zeiten zur Durchführung Lärm verursachender Gartenarbeiten orientieren sich an diesen gesetzlichen Vorgaben. Die Lärmschutzverordnung der Stadt schränkt diese Zeiten außerdem um eine Mittagsruhe und einen früheren samstäglichen Feierabend ein: Die Mittagsruhe gilt montags bis samstags von 12.30 bis 14.00 Uhr. Samstags dürfen lärmintensive Arbeiten erst ab 9 Uhr durchgeführt werden; die Ruhezeit beginnt bereits um 18 Uhr.

Ruhezeiten für den Rasenmäher

Lärm verursachende Gartenarbeiten wie der Betrieb von Rasenmähern, Heckenscheren, Baumsägen, Motor- oder Kreissägen dürfen demnach nur an Werktagen von Montag bis Freitag in der Zeit von 7 bis 12.30 Uhr und von 14 bis 20 Uhr durchgeführt werden. Erlaubt sind sie außerdem an Samstagen von 9 bis 12.30 Uhr und von 14 bis 18 Uhr. Nicht betrieben werden dürfen lärmintensive Geräte an Sonn- und Feiertagen und nicht zwischen 20 und 7 Uhr.

Laut Verordnung sind alle Arbeiten in Haus und Garten betroffen, „die geeignet sind, die öffentliche Ruhe zu stören“, wie der entsprechende Passus der Verordnung lautet. Darunter fallen etwa Rasenmäher, Motorsensen, Rasentrimmer, Häcksler, Motorsägen, Heckenscheren, Bohrer, usw. Die Ruhezeiten gelten auch für die Benutzung von Musikinstrumenten sowie Tonübertragungs- und Tonwiedergabegeräten, wenn deren Benutzung so laut erfolgt, dass die öffentliche Ruhe gestört wird.

Sonderregelung für besonders lärmintensive Maschinen

Eine Sonderregelung gibt es für besonders lärmintensive Maschinen wie Freischneider, Laubbläser, Laubsammler oder Grastrimmer mit Verbrennungsmotor (eine vollständige Liste findet sich unter www.umweltministerium.bayern.de.) Deren Betrieb ist im allgemeinen Wohngebiet werktags nur von 9 bis 12 Uhr und von 15 bis 17 Uhr erlaubt. Geräte mit dem EG-Umweltzeichen dürfen wie Rasenmäher betrieben werden. Land- und forstwirtschaftliche Tätigkeiten sowie Arbeiten gewerblicher Gärtnereien und kommunaler Betriebe sind von dieser Regelung ausgeschlossen.

Geldbußen bis zu 2500 Euro

Bei nachgewiesenen Zuwiderhandlungen gegen Verbotsvorschriften können Geldbußen bis zu 2500 Euro festgesetzt werden. Bevor jedoch die Polizei eingeschaltet wird, sollte zunächst der Lärmverursacher gebeten werden, das vermeidbare Geräusch zu unterlassen oder das unvermeidbare Geräusch durch geeignete Maßnahmen zu mindern. Kommt der Lärmverursacher der Bitte nicht nach, sollte zur Beseitigung einer andauernden erheblichen Störung die Polizei über die Wache alarmiert werden. „Gegenseitige Rücksichtnahme steigert den Wert unserer Freizeit und sorgt für ein gutes nachbarschaftliches Miteinander. Deshalb bitten wir die Bürgerinnen und Bürger, die Lärmschutzverordnung zu beachten“, fordert die städtische Umweltschutzbeauftragte Christine Hengeler.


Die vollständige Lärmschutzverordnung zum Nachlesen findet sich auf der städtischen Homepage unter www.guenzburg.de/ Bürger und Rathaus/ Ortsvorschriften.
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