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Oettinger „Horror-Hof“: Zustände weiterhin katastrophal und „untragbar“ - Tierschützer veröffentlichen aktuelle Aufnahmen, rügen Behördenversagen und rufen zu Protesten auf

(Foto: Animals United)
 
(Foto: Animals United)
Ende vergangenen Jahres konfrontierte die bundesweite Tierschutzorganisation Animals United die Stadt Oettingen und das zuständige Veterinäramt in Donau-Ries mit umfassendem Beweismaterial über katastrophale Zustände auf einem Bauernhof und forderte ein sofortiges und nachhaltiges Eingreifen der Behörden. Von grober Vernachlässigung, mangelnder und falscher Verpflegung, grausamen Todesfällen und erschreckenden Hygienemängeln war die Rede. Die ganze Stadt zeigte sich schockiert, das Veterinäramt inspizierte den Hof noch am selben Tag, erteilte aber lediglich kleine Auflagen. Eine anschließende Veröffentlichung zeigte, dass die Lage sich gar noch verschlimmert hatte. Wieder ohne nachhaltige Konsequenzen. Nun, drei Monate später, gibt es abermals aktuelle Aufnahmen. Sie sollen beweisen, dass die behördlichen Anordnungen keine Früchte tragen. Es bestehe weiterhin akute Verletzungsgefahr für die Rinder und Katzen auf dem Hof und die hygienischen Zustände sowie die Versorgungmängel seien untragbar, so die Tierschützer. Sie haben daher heute abermals Anzeige beim Veterinäramt erstattet und die Stadt sowie die Bürgermeisterin informiert. Sie sprechen von Behördenversagen, rügen die Verantwortlichen deutlich und rufen zu Protesten auf.

Aktuelle Entwicklungen:

Seit der Veröffentlichung schockierenden Materials zur Tierhaltung auf einem Bauernhof im bayerischen Oettingen durch die bundesweite Tierschutzorganisation Animals United am 12. Dezember vergangenen Jahres, ist die Stadt in Aufruhr. Der sogenannte „Horror-Hof“ ist nach wie vor Gesprächsgegenstand. Nur bei den Behörden scheint das Thema verstummt. Während sich die 1. Bürgermeistern Petra Wagner anfangs „erschüttert“ zeigte und das Veterinäramt den Fall zu „höchster Priorität“ erklärte, war auch nach der zweiten Veröffentlichung brisanten Materials durch die Tierschützer – kurz vor Weihnachten – wenig zu hören. Anfang des Jahres gab das Landratsamt Donau-Ries dann endlich eine Pressemeldung heraus, die die Zustände als „tragbar“ betitelte. In dem Schreiben vom 2. Januar heißt es ferner: „Der Tierhalter hat in der Vergangenheit alle Anordnungen zur Verbesserung seiner Tierhaltung umgesetzt“. Die amtliche Stellungnahme räumt jedoch ein: „Ideale Zustände können mit den Mitteln der tierschutzrechtlichen Bestimmungen leider nicht durchgesetzt werden“. Die Tierschützer von Animals United sehen das anders. Für sie liegen weiterhin klare Verstöße gegen das Tierschutzgesetz vor, die eine Beschlagnahmung rechtens machen würden. Die Zustände hätten sich trotz der Kontrollen des Veterinäramts nicht annähernd verbessert. Ein sofortiges Einschreiten sowie ein Einschalten der Staatsanwaltschaft seien behördlich zwingend, falls für Tiere unmittelbare Verletzungsgefahr bestehe oder Tiere zu Tode gekommen seien. Beides sei der Fall auf dem Hof, jedoch ohne nachhaltige Konsequenzen. Die aktuelle Situation sei weit von ideal entfernt und absolut untragbar. Brandaktuelle Aufnahmen, die der Verein heute Morgen veröffentlichte, scheinen dies zu untermauern. Sie zeigen schlecht gepflegte, mit Kot bedeckte und teils angebundene Rinder, defekte Tränken und gefrorene Wassereimer. Der Stall ist überfüllt mit Fäkalien und Sperrmüll - eine akute Verletzungsgefahr für die Rinder und Katzen. Die Zurückhaltung der Behörden sei für die Tierschützer bei derartigen Zuständen nicht nachvollziehbar. Sie bemängeln deren Verhalten und Vorgehen, auch dass sich die Behörden mit Ausflüchten und Unterstellungen sowie dem Herunterspielen der gemeldeten Zustände beschäftigten würden statt diese ernst zu nehmen. Animals United hat heute Morgen abermals Anzeige erstattet sowie die Stadt und die Bürgermeisterin informiert. Der Verein will nun zu Protesten aufrufen.

Statement - Viktor Gebhart, Geschäftsführer von Animals United e.V.:

„Die aktuellen Aufnahmen zeigen, dass der Bauer die ihm gestellten Auflagen nachweislich nicht einhalten kann. Es muss akut etwas getan werden, um die Tiere und ihn zu schützen. Die vorgeschobene mangelnde Gesetzeslage ist kein Argument, sondern sollte direkt vom Landratsamt beim Gesetzgeber angeprangert werden statt diese als Ausrede zu nutzen. Auch der Wille der Stadt und der Bürgermeisterin scheinen schwach. Letztere beteuert, dass es schwer sei, den Bauern zu erreichen, während sie die Vorwürfe zurückweist, die Stadt würde zu wenig machen. Der Mann ist jeden Tag auf seinem Hof, schwer erreichbar sieht anders aus, echter Einsatzwillen auch“, so Viktor Gebhart von Animals United e.V..



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1 Kommentar
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 23.03.2018 | 09:35  
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