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Der Landkreis Günzburg baut für seine Schüler in den Ferien

Belastungstest mit Zementsäcken auf dem Dach der Turnhalle
Während die Schüler ihre Ferien genießen, geht der Betrieb in den Schulen weiter. Allerdings nicht der Lern-, sondern der Baubetrieb. Der Landkreis Günzburg nutzt die unterrichtsfreie Zeit, um notwendige Baumaßnahmen an seinen Schulgebäuden durchzuführen.

Wenn der letzte Schüler am Schuljahresende das Gebäude verlässt, bedeutet dies nicht, dass der Hausmeister das Licht ausmacht und die Schule für sechs Wochen zusperrt. Jetzt laufen Baumaßnahmen auf Hochtouren, damit sie pünktlich zum Schulbeginn abgeschlossen sind und die Schüler beim Lernen nicht weiter beeinträchtigt werden.
Auch an der Markgrafen-Realschule in Burgau wird in den Sommerferien gearbeitet. Als Sachaufwandsträger der Burgauer Realschule begann der Landkreis bereits im Herbst 2009 mit der energetischen Sanierung der Schule, die auch in den großen Ferien fortgesetzt wird.
„Die Neuerungen und Maßnahmen der energetischen Sanierung an der Realschule Burgau sind im Zeitplan,“ sagt Peter Mucha, zuständiger Fachbereichsleiter am Landratsamt Günzburg.
Bereits seit Mitte Januar 2010 ist der Außenlift an der Schule in Betrieb, was einen behindertengerechten Zugang zu allen Stockwerken ermöglicht. Der Fachklassentrakt ist ebenfalls schon seit einigen Wochen fertiggestellt. Er wurde mit Vollwärmeschutz und neuen Fenstern ausgestattet.
Das alte Flachdach mit Lichtkuppeln wurde durch ein hochwärmegedämmtes Gefälledach und mit einer sogenannten Laterne zur besseren Belichtung ersetzt. Auch der Nordtrakt der Schule ist inzwischen mit neuen Fenstern und einem ansprechenden Farbkonzept sowie einer energiefreundlichen Wandverkleidung versehen, so dass die Handwerker das Außengerüst diese Woche abbauen können. Hier wurde das alte Flachdach durch ein leicht geneigtes Walmdach mit Wärmedämmung ersetzt.
In der kommenden Woche sind lediglich noch die Fenster im Untergeschoss einzubauen, dann sind alle baulichen Pläne am Klassentrakt umgesetzt. Für die Kinder und Jugendlichen heißt dies, dass sie ab dem neuen Schuljahr in einer umweltfreundlicheren und schöner gestalteten Umgebung lernen dürfen.
Anders sieht es mit der Nutzung der alten Turnhalle aus. Die derzeitigen Baumaßnahmen werden voraussichtlich erst Ende Oktober beendet sein, da die Sanierung der Halle mit überraschenden Schwierigkeiten begann. An der alten Stahlbetondecke aus dem Jahr 1966 wurde eine starke, unerklärliche Absenkung ausgemacht. Nach einer genaueren Überprüfung wurde deutlich, dass sich die Decke im Laufe der vergangenen Jahrzehnte um etwa 14 cm nach unten gebogen hatte. Dieser Umstand war Anlass, die vorhandene Tragfähigkeit der Hallendecke festzustellen, bevor die Sanierungsmaßnahmen fortgesetzt werden konnten. Ein Belastungstest im Beisein von Statikern und weiteren Fachleuten sollte Gewissheit über den Sicherheitszustand der Decke bringen. Umfangreiche Berechungen und Messungen waren im Vorfeld des Belastungsversuchs erforderlich, bis das Dach mit Zementsackpaletten beschwert wurde.
Die Gesamtheit der Paletten wies das 1,5-fache des Gewichts auf, das als Maximalbelastung des Daches errechnet worden war. Im Ergebnis konnte Entwarnung gegeben werden. Das Experiment hatte bewiesen, dass zu keiner Zeit eine Einsturzgefahr des Daches bestand und somit auch nie eine mögliche Gefährdungslage für die Schüler und Lehrkräfte gegeben war. Vermutlich war bereits bei der Herstellung der Decke ein Teil der Durchbiegung entstanden, wie die Fachleute bestätigt haben.
Nun konnte mit der neuen Pultdachkonstruktion begonnen und an dem Vollwärmeschutz der Fassaden sowie der Flachdachsanierung weitergearbeitet werden. Nach der beabsichtigten Fertigstellung der Turnhalle im Herbst, wird zum Abschluss der energetischen Sanierungsmaßnahmen an der Realschule Burgau schließlich eine Photovoltaikanlage montiert werden.
„Die baulich und gestalterisch veränderte Realschule in Burgau wird schön und setzt für Burgau neue Akzente,“ ergänzt Mucha.
„Dass der Landkreis durch die energetischen und anderen baulichen Maßnahmen an der Schule dazu beiträgt, Energie einzusparen und die Umwelt weniger zu belasten, freut mich besonders. Denn dies bedeutet mehr Lebensqualität für die Kinder von heute und von morgen.“
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