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CSU für gesundes Essen in der Schule

Dr. Ruth Niemetz, Kreis- u- Stadträtin (CSU)
Kürzlich hatte sich der Kreistag Günzburg mit der Frage der Essensqualität an hiesigen Schulen beschäftigt. Inzwischen hat ergänzend die Projektgruppe „Ernährung und Lebensmittelsicherheit“ der Landes-Frauenunion Bayern unter der Leitung von Kreisrätin Dr. Ruth Niemetz (CSU) ein Positionspapier aufgelegt, das die Defizite moderner Ernährungs-un-kultur benennt, aber gleichzeitig den Handlungsverantwortlichen in Land, Bund und Europa einen Handlungsleitfaden geben will. In diesem Zusammenhang haben die Frauen auch fünf Anträge zu den im Positionspapier genannten Themen für die Beratung in der kommenden Landesversammlung vorgelegt. Das Papier wird nun von der verantwortlichen Autorin, Dr. Ruth Niemetz, an die örtlichen Mandatsträger weitergegeben, und kann darüber hinaus bei ihr angefordert werden.
Im einzelnen geht das Papier auf die Defizite in der Ernährungslage quer durch alle Bevölkerungsschichten und Alterstufen. Die Ernährungsgewohnheiten sind abhängig vom Bildungsstand, dem jeweiligen Erwerbsstatus, Familienstatus, persönlichem Zeitmanagement und beruhen nicht unwesentlich auf mangelnden Kenntnissen in Warenkunde, Lebensmittelzubereitung und Ernährungskunde. In Familien wird häufig nicht mehr gemeinsam am Tisch gegessen. Dies bedeutet einen Verlust an Sozial- und Esskultur und damit Lebensqualität.
Ein Problem dafür ist auch die moderne Schnelllebigkeit. Erkennbar sind zunehmender Kenntnisverlust über „alt hergebrachte“ Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Zerealien, einheimische und saisonale Obst- und Gemüsearten. Hier sieht die Projektgruppe das Problem der Schnelllebigkeit unserer Zeit auch in der Lebensmittelzubereitung, fehlender Zeit für einen gemeinsamen Einkauf und die gemeinsame Zubereitung.
Ein Riesenproblem ist der globale Handel, der ein einheitliches Angebot übers Jahr schafft. Hier agiert der Verbraucher mit einer marktbeherrschenden Unüberlegtheit. Dem Verbraucher ist nicht bewusst, dass damit eine erhöhte Belastung durch schädliche Stoffe auf und in den Lebensmitteln verbunden ist, weiterhin gibt es Einbussen in Qualität und Zusammensetzung bei unzeitgemäßer Ernte und die Allergiepotentiale durch ungewohnte Lebensmittel steigen erheblich an. Im ländlichen Raum gibt es zumindest noch die unterschiedlichen Möglichkeiten des Eigenanbaus und regionaler Vermarktungsstrukturen, die in den Städten wenig ausgeprägt sind.
Erschreckend sind auch die Folgekosten falscher Ernährung, die der Gesamtgesellschaft erwachsen, z.B. bei Übergewicht, beim Zahnstatus oder bei kindlichem Diabetes, wenn nicht rechtzeitig mit präventiven Maßnahmen eingegriffen wird. Geschätzt sind 1/3 der derzeitigen Krankenkosten ernährungsbedingte Folgekosten.
Als Essenz der Projektgruppenarbeit wurden fünf Anträge dem Landesverband der Frauenunion vorgelegt, die bei der nächsten Landesversammlung beraten werden. Beantragt wird die Entwicklung eines Standards für die Ausser-Haus-Verpflegung an Kindertagesstätten, Schulen, Kantinen und Alten- und Pflegeeinrichtungen. Ohne einen derartigen Standard sieht die Frauenunion z.T. erhebliche Mängel bei der Vergabe von Verpflegungsverträgen. „Mit Pizza, Würsteln oder Nudeln mit Mehlsoße jeden Mittag ist das nicht getan. Das angebotene Mittagessen muss auch ausreichend Vitamine enthalten und darf nicht durch die gesamte Bundesrepublik gefahren worden sein, ehe es auf den Teller des Schülers kommt“, bemängelt Ruth Niemetz die Vergabepraxis mancherorts in Bayern. Regionalität bürgt für Qualität, Frische und bessere Ausgewogenheit. Insofern sind die Einrichtungen im Landkreis Günzburg gut bedient.
Weiterhin soll eine Vergütung für bisher unbezahlte Präventionsarbeit in den Kinderarztpraxen oder bei den Hebammen erzielt werden, der Unterricht zur Ernährungskunde an Hauptschulen soll wieder ausgedehnt und an weiterführenden Schulen als Projektarbeit eingeführt werden. Erstrebenswert ist die Wiedereinführung der Gesundheits- und Ernährungsberatung an den Landratsämtern. Ein weiterer Antrag zielt auf die anteilige Kostenübernahme für ein warmes Mittagessen an bedürftige Schüler/innen während der Mittagbetreuung, wie das auch andere Gruppierungen bereits mehrfach gefordert haben.
Die Leiterin der Projektgruppe, Dr. Ruth Niemetz, zieht ein positives Resume aus der viertägigen Arbeit der vergangenen Wochen. „Durch den Kontakt mit interessierten Frauen aus ganz Bayern kann ich die örtlichen Verhältnisse wieder richtig einsortieren. Unser Landkreis ist gut dabei, aber wir dürfen auch nicht locker lassen in dem Bemühen, unsere Familien durch ein gutes Angebot an Aufklärung zu gesunder Ernährung von klein an anzuspornen.“, betont die Kreisrätin.
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Ingeborg Vollmar aus Bissingen | 07.02.2009 | 15:29  
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