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Beamtenbund diskutiert mit EU-Parlamentarier Markus Ferber

v. li.: Hubert Götz, Dillingen, Gerhard Skrebbas, Günzburg, MdEP Markus Ferber, Anette Kleer, Neu-Ulm, Ludwig Käfer, Unterallgäu
 
Erheiternde Finanzpolitik
Im Rahmen eines Oktoberfestes trafen sich die Mitglieder der neuen „Donaukreisdreifaltigkeit“ aus den BBB-Kreisausschüssen Neu-Ulm, Günzburg und Dillingen, verstärkt durch die Kollegen des Unterallgäus im Saal des Hotel „Zur Post“ in Leipheim. Zu dieser bereits zum fünften Mal durchgeführten Gemeinschaftsveranstaltung des Bayerischen Beamtenbundes der vier Landkreise hatten die Kreisausschussvorsitzenden Annette Kleer (Neu-Ulm), Hubert Götz (Dillingen), Ludwig Käfer (Unterallgäu) und Gerhard Skrebbas (Günzburg) die Angehörigen des öffentlichen Dienstes nach Leipheim eingeladen. Rund 80 Mitarbeiter der verschiedensten Verwaltungen waren gekommen. Unter den Teilnehmern konnte Gastgeber Skrebbas auch den Günzburger Landrat Hubert Hafner und den Leipheimer Bürgermeister Christian Konrad begrüßen.
Angesichts des Brüsseler Gastreferenten Markus Ferber stellte das Stadtoberhaupt der Güssenstadt in seinem Grußwort fest, dass die anonyme EU neben ihren vielfach negativen Auswirkungen durchaus auch real positiv vor Ort feststellbar sei und er als Vorsitzender der Arge Donaumoos einen ordentlichen Unterstützungsbeitrag aus Brüssel erhalte. Schwere Kost, leicht serviert, hatte „Oberkellner“ Markus Ferber, Mitglied des EU-Parlamentes den Staatsdienern mitgebracht. Das Thema „Der Europäische Finanzmarkt“ sei ja nicht gerade passend zu einem Oktoberfest, aber im Moment brandaktuell. Und so ließ er die Anwesenden in anschaulicher Weise einmal hinter die Kulissen der europäischen Finanzpolitik schauen und gleiste sie gekonnt über Begriffe wie Hatch Fonds, Rating-Agenturen oder auch Leerverkäufe auf. Aus Sicht von Ferber ist eine starke europäische Finanzaufsicht mit einheitlichen europäischen Regeln das A und O für eine solide Finanzwirtschaft. So ist der Crash bei manchen deutschen Landesbanken darauf zurückzuführen, dass diese sich im europäischen Ausland engagiert und damit der wesentlich strengeren deutschen Bankenaufsicht entzogen haben. „Schließlich ist das Bundesfinanzministerium die 2. Höchste Instanz nach dem Vatikan.“ so Ferber. Ein entsprechende gesetzliche Regelung ist Seitens der EU für den 01.01.11 vorgesehen. In der anschließenden Diskussion zeigten die Anwesenden kein Verständnis für die Tatsache, dass sich Landesbanken mit Staatsgeldern an Spekulationsgeschäften beteiligten und die Schadensverursacher teilweise noch mit hohen Bonuszahlungen nachhause geschickt wurden. „Ich muss ja schließlich auch meinen Kopf hinhalten, wenn ich Mist baue.“ so ein Günzburger Finanzbeamter. Um einmal die ungeheuren Summen, die alleine im Derivatenhandel monatlich umgeschichtet werden, zu verdeutlichen, zeigte ein Diskussionsteilnehmer dies an einem Beispiel auf und hatte errechnet, dass man mit dieser Summe jedem einzelnen Weltbürger zwei Porsche vor die Tür stellen könne. Besonderen Protest erregte das Mitglied des EU-Wirtschaftsausschusses Ferber mit seiner Feststellungen, dass in den finanziell angeschlagenen Staaten tiefgreifende Maßnahmen, wie die Anhebung der Rentengrenze zur Stabilisierung getroffen würden. „Das ist ja lächerlich, wenn man sieht, dass die Franzosen bei einer Altersgrenze mit 62 das halbe Land anzünden, wir aber mehr oder weniger widerstandslos uns eine Altersgrenze von 67 aufhängen lassen. Da kann ich beim besten Willen keine tiefgreifende Maßnahme entdecken.“ so ein erzürnter Veranstaltungsteilnehmer. „Wie sieht es denn mit unserem Euro in 10 Jahren aus?“ wollte ein besorgter Dillinger Staatsdiener unter dem Beifall seiner Kollegen wissen. „Da ist mir nicht bange, die Stabilität unseres Euros ist eher zu hart als zu weich.“ So die letzte Antwort des Europa-Parlamentariers.
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