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Auftakt geglückt

Der Seniorenbeirat ließ bei seinem letzten Treffen die vergangenen drei Jahre Revue passieren. Foto: Sabrina Schmidt. (Foto: Sabrina Schmidt)

Günzburg wählt nach drei Jahren einen neuen Seniorenbeirat – Mitglieder ziehen Resümee

Drei Jahre sind um. Der erste Seniorenbeirat in der Geschichte von Günzburg hat damit seine erste Wahlperiode absolviert und bereitet nun die Neuwahl vor. Die ist für den 30. Januar angesetzt. Sie erfolgt an der Wahlurne; ein entsprechendes Schreiben mit Wahlvorschlägen wird in den kommenden Tagen durch die Stadtverwaltung verschickt. Es geht an über 5000 Einwohner, die 60 Jahre und älter sind – das ist immerhin jeder vierte Günzburger.

Aus diesem Kreis konnte sich jeder zur Wahl stellen, der zum Wahltag das 60. Lebensjahr vollendet hat, die Wählbarkeit für das Amt eines Stadtrats hat und nicht dem Stadtrat angehört. 14 Wahlvorschläge sind eingegangen. Von den elf Mitgliedern des Beirats haben sich acht zur Wiederwahl aufstellen lassen.

Grund genug für die Seniorenbeiräte, die vergangenen drei Jahre Revue passieren zu lassen und ein Fazit ihrer Arbeit zu ziehen. Monatlich war das Gremium zusammengekommen, um ehrenamtlich über bis dato 84 Anträge zu entscheiden; die vielen Stunden, die die einzelnen Mitglieder in Gesprächen mit Bürgern und bei überörtlichen Informationsveranstaltungen verbrachten, nicht mitgezählt. „Das wichtigste Ergebnis der ersten Wahlperiode ist sicherlich, dass wir bei den Bürgern und der Stadtverwaltung ein grundsätzliches Umdenken im Umgang mit Senioren erreicht haben“, sagt der stellvertretende Schriftführer Gerhard Skrebbas. „Dem Seniorenbeirat ist es zu verdanken, dass die Lebensumstände von Senioren mittlerweile in nahezu allen Bereichen des täglichen Lebens berücksichtigt werden.“

Der Seniorenbeirat habe sich um die Verbesserung des Nahverkehrs gekümmert, dafür gesorgt, dass im ganzen Stadtgebiet zusätzliche Parkbänke aufgestellt wurden und die Stadt zunehmend barrierefreier wird. „Barrierefreiheit ist die Grundvoraussetzung für altersgerechtes Wohnen und uns deswegen ein besonderes Anliegen“, erklärt Gerhard Skrebbas. Deshalb hatte die Stadtverwaltung auf Wunsch des Seniorenbeirats im Mai des vergangenen Jahres die regionalen Bauträger in einem Schreiben gebeten, bei anstehenden Bauvorhaben den demografischen Wandel zu berücksichtigen und in die Planung entsprechend einzubeziehen.

„Im Bereich seniorengerechte Personenförderung haben wir ebenfalls wichtige Anstöße gegeben“, sagt Rudolf Goßner. Der Seniorenbeirat hatte aktiv bei der Vorstellung und Einführung des Flexibuses mitgewirkt, der mittlerweile auch in Günzburg verkehrt. „Außerdem haben wir dafür gesorgt, dass es jetzt auch im Gewerbegebiet „Dreizehner“ an der Ulmer Straße eine ‚nette Toilette‘, also die kostenlose Nutzung von Toiletten in Geschäften und Cafés, gibt“, ergänzt der Vorsitzende des Seniorenbeirats, Georg Bucher. Außerdem habe der Seniorenbeirat erreicht, dass der bereits in der Vergangenheit geäußerte Wunsch nach rollstuhlgerechten Querungshilfen am Marktplatz umgesetzt wurde. Darüber hinaus gelang es dem Seniorenbeirat, wieder Kurzzeitpflegeplätze in Günzburg einzuführen. Der Ausbau der Kurzzeitpflege soll auch künftig auf der Agenda des noch zu wählenden Seniorenbeirats stehen, so der Wunsch der derzeitigen Beiräte.

„Wir haben viel erreicht und es bleibt viel zu tun“, sagt Gerhard Skrebbas. „Als erstes gewähltes Gremium ohne Erfahrungswerte mussten wir uns alles selbst erarbeiten, uns selbst organisieren. Das hat gerade am Anfang viel Zeit gekostet“, erinnert sich der stellvertretende Schriftführer. „Wir hatten uns viel vorgenommen, sind aber leider an manchen Stellen in Ansätzen steckengeblieben.“ Das gelte insbesondere für die vom Seniorenbeirat lancierten Informationsveranstaltungen. „Hier hätte man sicherlich noch mehr machen können. Leider hat es manches Mal einfach an einer entsprechenden Resonanz gefehlt. Das mangelnde Interesse bedauern wir sehr“, so der passionierte VfLer.

Dennoch ist er mit der Arbeit des Gremiums zufrieden. „Heute ist der Seniorenbeirat als Institution verankert und als solche eng verwoben mit Organisationen und Vereinen, die das gesellschaftliche Leben in unserer Stadt ausmachen. Dieses Miteinander bereichert jeden auch ganz persönlich“, sagte Georg Bucher, als er gemeinsam mit den übrigen Mitgliedern die arbeitsintensive Aufbauphase Revue passieren ließ.

Auch Oberbürgermeister Gerhard Jauernig lobt die Arbeit der elf Senioren. „Der Seniorenbeirat hat in den vergangenen Jahren immer wieder den Finger in die Wunde gelegt und bisweilen mit bewundernswertem Nachdruck auf Optimierungsmöglichkeiten hingewiesen. Dafür danke ich allen Mitgliedern ganz herzlich“, so der Rathauschef.


Die Wahl zum Seniorenbeirat findet am Mittwoch, den 30. Januar, von 14 bis 17 Uhr, in den Räumlichkeiten des Forums am Hofgarten statt. Wahlberechtigte werden per Post entsprechend informiert.
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Helmut Nimsgern aus Günzburg | 13.01.2013 | 18:49  
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