WAIKA - Regenwald Indianer in Amazonien - Multimedia Movie in HD von Reinhard und Petra Schönl

Typischer Schmuck der Waika-Frauen
 
Einzigartige Lebensform im SHABONO
 
Leben in der Hängematte
Günzburg: Vortragssaal der Sparkasse Günzburg | 23. November 2012, 20 Uhr im Vortragssaal der Sparkasse in Günzburg,
An der Kapuzinermauer 2

Dorfgemeinschaft der Waika-Yanomami im "Shabono"- weltweit einzigartig und nur noch sehr selten anzutreffen. Ein Leben in der Hängematte - Rituale der Schamanen im Regenwald

Sie widerfahren uns nicht oft, diese unvergesslichen Momente der Freude, die uns erschauern lassen, den Atem nehmen, uns gar in Tränen ausbrechen lassen. Heftig, weil unerwartet überfielen mich die Emotionen am Eingang in das Shabono, der Wohnstatt der Waika im unendlichen Regenwald. Ich trat ein in den runden Dorfplatz, den ein riesiges, ca 7m hohes, nach oben offenes Pultdach umgibt, und blickte in die lächelnden Gesichter der Bewohner, die gemütlich in Hängematten schaukelnd,
ihre häuslichen Tätigkeiten verrichteten oder vor sich hin träumten. Angekommen auf einem fremden Planeten, in einer längst vergangenen Zeit, das war es, was ich empfand nach all den Strapazen der tagelangen Bootstour auf den Flüssen Amazoniens, die diesmal - zu Beginn der Regenzeit - Hochwasser führten (was eine kaum erträgliche Insektenplage zur Folge hatte): der Orinoko, Rio Negro, Casiquiare und endlich der Pasimoni, an dessen Ufer wir die Waika in ihrem Shabono zu finden hofften.
Es war unsere dritte Reise in das riesige Regenwaldgebiet Venezuelas, mit seinem unberechenbaren, gefahrvollen Flusssystem, und die Hoffnung, eine intakte Shabono Kommune zu finden, nur sehr wage. Diese Lebensform, in der ein kleines Dorf unter einem runden Dach lebt, jeder jedermanns Nachbar ist, keine "Privatsphäre" existiert, gibt es weltweit nur hier, tief im Regenwald Amazoniens, und sie wird wohl untergehen. Im undurchdringlichen Dschungel, mit all seinen Gefahren, kann der Einzelne nicht überleben, er braucht die Gemeinschaft in allen Lebenslagen. Der Jagd, der Nahrungsbeschaffung in der wilden Natur oder beim Gartenbau, der Betreuung und dem Schutz der Familie.
Es hatte zwei Jahre gedauert, diese Reise vorzubereiten. Unser langjähriger Freund und erfahrener Expeditionsleiter in Venezuela ging einen steinigen Weg durch alle möglichen Instanzen, bis sämtliche Genehmigungen vorlagen. Nur um uns bei der Ankunft in Caracas sagen zu müssen, dass ein hoher General alles widerrufen hatte.
Heimfliegen? Karibikstrand? Wir entschieden uns für Plan B: Im Vertrauen auf unseren Freund und dessen Crew, sein Talent für Improvisation, seine Kenntnisse und Fähigkeiten, beschlossen wir gemeinsam das Beste aus den Gegebenheiten zu machen, die uns in der Wildnis erwarten würden.
Nachdem wir seit Jahrzehnten weltweit immer wieder zu den letzten Naturvölkern gereist waren, einen großen Erfahrungsschatz angesammelt haben, wurde diese Expedition zu einer unserer schönsten, abenteuerlichsten, aufregendsten Reisen, zu den freundlichsten und geduldigsten Yanomami, die wir kennen. Eine Meinung, die von unserem Expeditionsleiter geteilt wird.
Eine ganze Woche lang durften wir am Leben im Shabono teilhaben und es
dokumentieren. Ein Privileg, das man nicht hoch genug einschätzen kann! Wissen wir doch von Forschern, TV-Teams und Entdeckungsreisenden aus weniger abgelegenen Gebieten, die entweder nach einer knappen Begrüßung oder gänzlich unverrichteter Dinge, das Weite suchen mussten. Die Indianervölker in Amazonien wollen zunehmend selbst entscheiden, mit wem sie Kontakte erlauben, und sich nicht mehr von Militärs oder Indianerschutz-Behörden bevormunden lassen. Um so höher werten wir die nachsichtige, geduldige Gastfreundschaft, die uns entgegen gebracht wurde. Es schien sie zu amüsieren und zu erfreuen, was wir alles wissen, sehen, hören, spüren, und auch fotografieren und filmen wollten.
Da waren ihrerseits keine Zudringlichkeit, Neugierde oder Besitzanspruch, wie wir das bei anderen Yanomami-Gemeinschaften erlebt hatten.
Unter der Leitung des Kaziken und Schamanen nahmen sie uns mit auf die Jagd, zum
Sammeln in den Wald, in ihre Gärten. Unfassbar, mit welcher Geschicklichkeit sie ohne Hilfsmittel hohe Bäume erklettern um nach Honig oder Früchten zu suchen, und wie schnell sie mit ihrer Beute dann den Baum herunter rutschen. Immer wieder erstaunlich, wie ihre kaum bekleideten Körper und nackten Füsse dem wilden Dschungel trotzen.
Unübertroffen und nichts für schwache Nerven war das Ritual der Schamanen. Sie verwenden eine Substanz aus dem Dschungel - deren Herstellung wir dokumentieren durften - und stimulieren sich für die Heilungszeremonie, indem sie sich das Pulver mithilfe eines Schilfrohres gegenseitig in die Nase blasen.
So treten sie mit ihren geistigen Helfern, den Hekuras, in Verbindung um zu heilen.
Mein Mann Reinhard Schönl - er ist Heilpraktiker mit Schwerpunkt Schamanismus - ließ sich zunächst vom Schamanen behandeln und wurde dann gebeten einen kranken jungen Mann zu heilen, der seit Tagen an hohem Fieber litt. Er tat das auf seine gewohnte Weise unter der staunenden Aufmerksamkeit der Schamanen und der Dorfleute, und war erfolgreich. So konnte das gegenseitige Vertrauen wachsen.

Zum Abschied gab es das große Fest mit Tanz, Kampfdemonstrationen und der Verteilung der Gastgeschenke, die sehr großzügig ausfielen. Überall auf der Welt erwarten die Naturvölker das von ihren Besuchern. Wir bringen Nützliches aus der Zivilisation, wie Macheten, Messer, Angelhaken und -Schnur, denn diese Dinge kennen sie zum Teil von weiter entwickelten Indianern, mit denen sie gelegentlich Kontakt haben.
Gerührt von der herzlichen Abschiedszeremonie begaben wir uns wieder mit unserem Bongo - Boot auf die legendären Flüsse, die einst Alexander von Humboldt schon faszinierten und ließen uns von ihrer mystischen Schönheit begeistern - der doppelten Welt der Spiegelungen von Himmelsblau, weißen Wolkenbergen und grünen Dschungelriesen im schwarzen Wasser der glitzernden Flüsse.
Eine Tropenmelodie die uns nie mehr los lässt.
Faszinierende Videoaufnahmen und eindrucksvolle Fotos in unserm Multimedia-Movie in HD dokumentieren das Leben der Waika in ihrem Shabono im Regenwald.

"Wer sie nicht gesehen hat, die Wunder der Erde, der hat nicht gelebt." (Ch. Jork)
www.schamanismus-in-guenzburg.de
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin günzburger | Erschienen am 17.11.2012
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