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Wie die beiden Günzburger Kulturreferenten Heinrich Pirschle und Günter Prasser 2011 erlebten - Ein Interview

Die städtischen Kulturreferenten Heinrich Pirschle und Günter Prasser (v.l.) (Foto: Stadt Günzburg)
Für Kultur in Günzburg sind von seiten der Stadt die beiden Kulturrefertenten Heinrich Pirschle und Günter Prasser verantwortlich. Stellvertretend für beide beantwortete Heinrich Pirschle in Abstimmung mit seinem Stadtratskollegen Günter Prasser einige Fragen für myheimat.

mh bayern: Die Stadt Günzburg setzt verstärkt auf den Wirtschaftsfaktor Tourismus. Dabei wird auch mit dem Kulturangebot in Günzburg geworben. Was macht Günzburg als Kulturstadt so attraktiv? Würden Sie in kultureller Hinsicht einen Citymanager für Günzburg begrüßen?

Heinrich Pirschle: Der Tourismus ist ein wichtiger, sich dynamisch entwickelnder Wirtschaftsfaktor für unser Günzburg geworden. Dies zu erhalten und stetig weiter zu entwickeln muss unser Ziel sein. Das Thema Citymanager, ist ein Dauerbrenner und wird wohl (auch wegen Kosten und Nutzen) politisch, oder in Gesprächen mit der hiesigen Wirtschaftsvereinigung geklärt werden müssen.

mh bayern: Die bayerisch-tschechischen Beziehungen sollen besser gepflegt werden. Günzburg nimmt hier eine Vorreiterrolle ein und seit diesem Jahr besteht auch eine Städtepartnerschaft mit Sternberk. Warum wird in Günzburg auf diese Beziehung so viel Wert gelegt?

Heinrich Pirschle: Aus Sternberg und Umgebung kamen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nahezu 4.000 Vertriebene, die in Günzburg eine neue Heimat fanden. Die Stadt Günzburg übernahm für diese Menschen im Jahre 1955 die Patenschaft. Die jährlichen Heimattreffen, die Sternberger Heimatstube, der Sternberger Brunnen und das Wappen der Stadt Sternberg am Marktplatzbrunnen wurden zu sichtbaren Zeichen der Erinnerung. Durch ein in Kürze neu zu bildendes Partnerschaftskomitee soll nun, analog zur Partnerschaft mit Lannion, die Städtepartnerschaft mit Sternberk beidseitig mit Leben erfüllt werden.

mh bayern: Auch die bereits seit 30 Jahren bestehende Städtepartnerschaft mit dem französischen Lannion und die seit 20 Jahren existierende Partnerschaft mit Neustadt/Sachsen standen dieses Jahr im Zentrum des kulturellen Lebens in Günzburg. Wie haben Sie Feierlichkeiten zu den Jubiläen erlebt und welche Rolle nehmen Partnerschaften dieser Art heutzutage gerade in Hinblick auf den europäischen Gedanken Ihrer Meinung nach ein?

Heinrich Pirschle: Die Feierlichkeiten zum 30-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft Günzburg-Lannion sowie 20 Jahre Freundschaft mit Neustadt/Sachsen waren ohne Frage ein kultureller Höhepunkt unseres diesjährigen städtischen Kulturlebens.

Sowohl das offizielle Programm mit den Bürgermeistern und Delegierten der drei Städte, aber vor allem das Kulturfestival mit französischem Markt im Dossenbergerhof in Günzburg wurde von den Bürgern begeistert aufgenommen und war Dank des schönen Wetters sehr gut besucht.

Viele Günzburger Vereine, aber auch Vereine aus dem Landkreis Günzburg, sowie Musikgruppen aus Neustadt/Sachsen bereicherten das Showprogramm mit ihren vielseitigen künstlerischen, beschwingten und humorvollen Einlagen. So wurde aus einem Kulturfestival ein internationales europäisches Bürgerfest der Herzen. Unser Dank gilt dem Partnerschaftskomitee Günzburg, das dieses Fest organisiert und optimal durchgeführt hat. Nach Aussage der Komiteeleitung konnten alle 75 französischen Gäste in deutschen Familien untergebracht werden. Wie könnte man den europäischen Gedanken besser vermitteln?

Diese Städtepartnerschaft floriert auch noch nach Jahrzehnten - denn aus Partnern sind Freunde geworden! Warum sollte dies nicht auch mit Sternberk gelingen?

mh bayern: Volksfest, Musikalischer Frühling im Landkreis, Kultursommer, Kinderkulturtage im Landkreis, Guntiafest, deutsch-französisches Festival… In Günzburg war in diesem Jahr wieder viel geboten. Was waren Ihre persönlichen Highlights und warum?

Heinrich Pirschle: Als Kulturreferenten gibt es für uns keine besonderen Highlights, denn jede Veranstaltung ist mit Sicherheit optimal geplant und hat in der Wirkung ihren eigenen Charakter. Bei Freiluftveranstaltungen sind Witterungsverhältnisse entscheidend für den gewünschten Erfolg. Es ist bekannt, dass wir beide als Vertreter des Stadtrates (Volksfestreferenten), für das alljährliche Volksfest schon im Vorfeld bei der Planung mit eingebunden werden. Hier versuchen wir unsere Handschrift so gut wie möglich mit einzubringen. Unser Ziel ist, und muss es nach unserer Auffassung auch bleiben, dass auch in Zukunft unsere über 60-jährige Volksfesttradition seine Attraktivität behält.

mh bayern: In diesem Jahr vergab die Stadt Günzburg erstmals einen Kunstpreis. Was waren die Gründe für die Schaffung dieses Kunstpreises und welche Resonanz bekamen Sie?

Heinrich Pirschle: Preise zu erhalten ist eine besondere Würdigung für Personen, die eine besondere Leistung erbringen. Die positiven Erfahrungen aus dem 1. Kunstpfad, der in Zusammenarbeit mit der Stadt und einem Günzburger Kunstverein führten zu der Überlegung, einen Kunstpreis einzuführen.

Überwältigte Resonanz weit über die Stadtgrenzen hinaus beweist, dass die Vergabe eines Kunstpreises richtig war und für die Zukunft bei Bedarf wiederholt werden kann.

mh bayern: Das Forum am Hofgarten feierte kürzlich seinen 20. Geburtstag und soll nun modernisiert werden, auch was das kulturelle Angebot betrifft. Welche Rolle spielt das Forum als kulturelle Einrichtung in Günzburg und welche Wünsche haben Sie für die Erneuerung?

Heinrich Pirschle: Die starke Frequenz des Forums in den vergangenen 20 Jahren zeigt, dass das Kultur- und Tageszentrum in Günzburg nicht mehr wegzudenken ist. Besonders die Gestaltung des großen Saales bietet bei entsprechenden Veranstaltungen höchsten Komfort für Augen und Ohren.

Zurzeit wird das Forum modernisiert, dabei soll auch besonders die Veranstaltungstechnik zeitgemäß angepasst werden.

Nach Abschluss der Arbeiten soll das Forum im neuen Jahr gebührend der Öffentlichkeit präsentiert beziehungsweise vorgestellt werden.

mh bayern: Welche Highlights erwartet die Stadt Günzburg im Jahr 2012? Auf was dürfen sich die Günzburger Bürger besonders freuen?

Heinrich Pirschle: Auch im Jahr2012 dürfen sich die Bürgerinnen und Bürger wieder auf ein abwechslungsreiches und interessantes Gesamtangebot freuen. Ob Kultursommer, Volksfest und nicht zuletzt das 50-jährige Jubiläum des Waldbades halten reichlich Abwechslung bereit. Ganzjährig sorgt natürlich auch der Veranstaltungskalender des Forums am Hofgarten für Unterhaltung.

mh bayern: Herr Pirschle, Herr Prasser, ich danke Ihnen für das Interview!
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin günzburger | Erschienen am 02.01.2012
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