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Ein Meisterwerk voller Anmut

Das russische Nationalballett bezauberte im Forum am Hofgarten mit dem Bühnenklassiker „Schwanensee“. Foto: Sabrina Schmidt.

Russisches Nationalballett mit Tschaikowskys Schwanensee in Günzburg

Es ist das Sinnbild des klassischen Balletts: Peter Tschaikowskys „Schwanensee“ mit seinen zierlichen Tänzerinnen in weißen schimmernden Tutus und dem noblen Prinz Siegfried, der sich in das Traumwesen Odette verliebt. Seit über 100 Jahren erfreut sich die russische Liebesgeschichte unangefochtener Popularität beim internationalen Ballettpublikum. Jetzt gastierte die opulente Aufführung auch in Günzburg.

Das russische Staatsballett hielt sich an die bis heute maßgebliche Inszenierung mit der Choreografie von Marius Petipa und Lew Iwanow. Vor malerischer Kulisse mit großen märchenhaft-romantischen Leinwandbildern bot die junge Truppe zur wunderbaren Ballettmusik Tschaikowskis choreografische Leckerbissen: Formvollendet trippelten die Damen des Hofes in duftigen zartblauen und rosé-farbenen Kleidern durch den Park des Königsschlosses, völlig synchron bewegten sich die kleinen und großen Schwäne über den See, taktgenau setzten die Solisten ihre Pirouetten und Fouettés aufs Parkett, mit kraftvollen Sprüngen irrlichterte der Hofnarr durch eine Festgesellschaft.

Nachdem der erste und zweite Akt gediegen gestartet war, nahm die Aufführung Fahrt auf. Mit Temperament und Grazie tanzten sich die Bräute in der Ballszene kurz in den Vordergrund, bevor sich das dramatische Geschehen endgültig auf das Trio Zauberer, Prinz und Odette zuspitzte. Der Meistertänzer tanzte den Siegfried elegant und auf hohem technischen Niveau. Mit hohen Sprüngen und mächtigen schwarzen Schwingen kam der böse Zauberer Rotbart beim Publikum gut an.

Ein wahrer Augenschmaus war indes die Darbietung der Primaballerina, die klassisches Ballett vom Feinsten bot. In der Doppelrolle Odette/Odile, dem verführerischen Negativbild von Odette, gab sie ein wunderbar anrührendes, fragiles Schwanenmädchen. Ausdrucksstark und voller Grazie vom ersten ängstlichen Kontakt mit dem im Wald jagenden Siegfried über die scheue Annäherung bis zur übermütigen Freude der Liebenden. In krassem Gegensatz dazu spielte sie ihr Alter Ego Odile, die Tochter des Zauberers, selbstbewusst und verführerisch. Beiden anspruchsvollen Rollen wurde sie absolut gerecht.

Da störte es auch nicht im Geringsten, dass Tschaikowskys Musik – wie bei Gastspielen branchenüblich – vom Band lief. Für zwei Stunden konnten die Besucher des Günzburger Forums am Hofgarten eine opulente Aufführung in geschmackvollen Kostümen und einer ausgefeilten Choreografie genießen.

Das Forum am Hofgarten ist seit 20 Jahren die Begegnungsstätte für Tagungen und Kultur, für Politik und für gesellschaftliche Ereignisse in Günzburg. Rund 310 Veranstaltungen verteilt auf zirka 260 Belegungstage finden pro Jahr in dem 1991 erbauten Kulturhaus statt. Auf dem Programm stehen Theateraufführungen, Tanzveranstaltungen und Konzerte, Tagungen, Kongresse und Vorträge, Messen und Ausstellungen und auch für Familienfeiern und Ehrungen bietet das Traditionshaus reichlich Platz. Sieben Mitarbeiter in Vollzeit, eine Halbtageskraft sowie 14 Mitarbeiter auf 400-Euro-Basis kümmern sich um die jährlich rund 50.000 Besucher, denen in der angegliederten Tiefgarage 220 kostenpflichtige Parkplätze zur Verfügung stehen.
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin günzburger | Erschienen am 07.01.2014
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