Anzeige

Steuerungsgruppe nimmt Arbeit auf

Günzburg ist auf dem Weg zur fairen Stadt: Jetzt hat die „Fairtrade“-Steuerungsgruppe, die sich aus Vertretern des Einzelhandels, der Schulen, der Stadtverwaltung, der Kirchen und der Vereine zusammensetzt, ihre Arbeit aufgenommen. Foto: Sabrina Schmidt/ Stadt Günzburg.

Auf dem Weg zur Fairtrade-Stadt: Lokale Arbeitsgruppe gegründet

Günzburg. Am 4. Februar beschloss der Günzburger Stadtrat einstimmig, dass sich die Große Kreisstadt an der internationalen Kampagne „Fairtrade Towns“ beteiligen wird. Nun will sich Günzburg mit großen Schritten auf den Weg zur Fairtrade-Stadt begeben. Die ersten Voraussetzungen dafür sind bereits erfüllt: Im Rathaus wird schon jetzt ausschließlich fair gehandelter Kaffee ausgeschenkt und die Steuerungsgruppe, die sich aus Vertretern des Einzelhandels, der Stadtverwaltung, der Kirchen und Schulen und der Vereine zusammensetzt, hat ihre Arbeit aufgenommen.

Die meisten Bedingungen bereits erfüllt

Aufgabe der Steuerungsgruppe ist es, die Aktivitäten auf dem Weg zur Fairtrade-Stadt zu koordinieren. Allein für die Anerkennung als Fairtrade-Stadt erfüllt Günzburg bereits die meisten Bedingungen, wie die Gruppe bei ihrem ersten Treffen vergangenen Mittwoch (26. Juni) festgestellt hat. Die Mindestanzahl an Einzelhandelsgeschäften, Vereinen, Schulen und Kirchengemeinden, die faire Produkte anbieten oder verwenden, ist in Günzburg bereits vorhanden. „Allerdings müssen wir noch abklären, inwiefern die Gastronomiebetriebe Fairtrade-Produkte anbieten. Auch das ist Voraussetzung für die Teilnahme an der Kampagne“, berichtet die städtische Koordinatorin der Steuerungsgruppe, Daniela Rossmanith. Dazu wurden bereits entsprechende Fragebögen verschickt.

Trotzdem will sich die Steuerungsgruppe nicht entspannt zurücklehnen. „In den nächsten Wochen erfassen wir systematisch, welche Fairtrade-Produkte die örtlichen Einzelhändler anbieten“, so Rossmanith. „Auch die bisherigen Aktivitäten von Seiten der Vereine, Schulen und Kirchen werden wir möglichst umfassend ermitteln.“ Dazu haben sich bereits kleine Arbeitsgruppen innerhalb der Steuerungsgruppe gebildet.

Menschen in Günzburg für Handelsgerechtigkeit sensibilisieren

Die Erfüllung der Mindestbedingungen sehen die Mitglieder lediglich als ersten, aber wichtigen Schritt an. Sie wollen fleißig werben für den fairen Handel und die Möglichkeiten, die sich in Günzburg bieten, nutzen und ausbauen. „Uns geht es nicht allein um die Anerkennung als ‚Fairtrade-Stadt‘“, fasst die städtische Rechtsdirektorin Friederike Kurtenbach zusammen. „Wir möchten die Menschen in Günzburg dafür sensibilisieren, welchen Einfluss sie mit ihren Kauf- und Konsumentscheidungen nicht nur auf das eigene Leben, sondern auch auf das vieler Menschen in so genannten Ländern der Dritten Welt haben.“

Deshalb haben sich die knapp zwei Duzend Mitglieder zum Ziel gesetzt, die breite Bevölkerung über den Hintergrund des fairen Handels zu informieren. Geplant sind etwa Ausstellungen und Foren rund um das Thema Handelsgerechtigkeit. So geschieht es derzeit bereits im Rathaus. Dort können Interessierte im Rahmen der „Fairtrade“-Ausstellung des Dossenberger Gymnasiums viel Wissenswertes über den fairen Handel erfahren.

Das nächste Treffen der Steuerungsgruppe ist für Mittwoch, den 18. September um 15 Uhr im Großen Sitzungssaal des Rathauses geplant. Wer mehr über die Fairtrade-Town-Kampagne erfahren möchte, kann sich gerne an die Ansprechpartnerin der Stadt Daniela Rossmanith (08221-903142, rossmanith@rathaus.guenzburg.de) oder an die Sprecherin der Steuerungsgruppe Dr. Angelika Fischer (dr.angelika.fischer@t-online.de) wenden oder sich auf der Homepage www.fairtrade-towns.de informieren.


Die weltweite Kampagne „Fairtrade Towns“ startete im Jahr 2000 in Großbritannien. Mittlerweile gibt es 1200 Fairtrade-Städte in 22 Ländern. In Deutschland wird die Kampagne von dem gemeinnützigen Verein TransFair, Verein zur Förderung des Fairen Handels mit der „Dritten Welt“ e.V. betreut. Der seit 1992 existierende Verein hat das Ziel, benachteiligte Produzentenfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika zu fördern und ihnen eine aus eigner Kraft aufgebaute menschenwürdige Existenz zu ermöglichen. Fairer Handel steht dabei für soziale Standards, wie menschwürdige Arbeitsbedingungen, ökonomische Standards, wie stabile Mindestpreise, und ökologische Standards, wie umweltschonender Anbau. 2009 startete die Kampagne „Fairtrade Towns“ auch in Deutschland und zurzeit liegt die Anzahl der deutschen Fairtrade-Städte bei über 160 Städten. Im Landkreis Günzburg gibt es bislang keine Fairtrade-Städte.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.